Fernando Alonso löste Sebastian Vettel an der Spitze des Klassements ab

Formel 1 2011

— 02.02.2011

Valencia, Tag zwei: Bestzeit für Alonso

Die Formel-1-Generation 2011 brilliert durch Zuverlässigkeit, aber Ferrari und Red Bull sind derzeit schneller als alle anderen...

Führungswechsel in Valencia: Nachdem sich Sebastian Vettel (Red Bull) gestern die erste Bestzeit dieses Winters gesichert hatte, übernahm heute Fernando Alonso (Ferrari) das Kommando. Der spanische Lokalmatador unterbot die bisherige Vettel-Bestmarke um eine halbe Sekunde und erfreute damit hunderte Fans am Circuit Ricardo Tormo vor den Toren der Hafenstadt.

Alonsos schnellster Versuch dauerte 1:13.307 Minuten - eine Steigerung um mehr als eine Sekunde im Vergleich zu gestern, allerdings immer noch deutlich langsamer als Teamkollege Felipe Massa (1:11.722 Minuten) im Vorjahr. Damals herrschten jedoch noch komplett andere Voraussetzungen als heute: Bridgestone- statt Pirelli-Reifen, beweglicher Front- statt Heckflügel, Doppeldiffusor und kein KERS-Hybridsystem.

Keine Probleme bei Red Bull

Vettel konnte die Führung vom Vormittag nicht über die volle Zeit von acht Stunden retten und reihte sich mit 0,307 Sekunden Rückstand an zweiter Stelle ein. Das stand aber angesichts der erneut ermutigenden Zuverlässigkeit des RB7 im Hintergrund - und obendrein musste er am späten Nachmittag an Teamkollege Mark Webber übergeben. Der drehte lediglich ein paar Akklimatisierungsrunden und wurde mit vier Sekunden Rückstand 14.

Die beiden Briten Paul di Resta (Force India/+0,537) und Lewis Hamilton (McLaren/+1,046) folgten auf den Plätzen drei und vier, waren allerdings noch mit 2010er-Interimsboliden unterwegs. Der Pole Robert Kubica stellte seinen schwarz-goldenen Renault R31 mit revolutionärem Auspuffsystem auf Rang fünf ab, büßte aber knapp über eine Sekunde auf die beiden bisher schnellsten Neuwagen, den Ferrari und den Red Bull, ein.

Für eine Überraschung sorgte Grand-Prix-Heimkehrer Narain Karthikeyan, der dem HRT-Team mit der sechsten Position ein kleines Erfolgserlebnis bescherte. Neben dem Inder schaffte es nur noch Nico Rosberg (Mercedes), innerhalb von zwei Sekunden zur Bestzeit zu bleiben. Silberner Wehrmutstropfen: Rosberg löste genau wie gestern eine Unterbrechung aus. Bei Mercedes ist man aber unbesorgt: "Das war kein Problem, sondern ein Check des Benzinsystems."

Neue Autos erstaunlich zuverlässig

Immerhin brachte es der Deutsche diesmal auf 69 Runden - 60 mehr als gestern. Generell scheint die neue Formel-1-Generation nicht von gravierenden Kinderkrankheiten geplagt zu sein, denn Alonso und Kubica spulten sensationelle 108 beziehungsweise 104 Runden ab. Auch di Resta knackte die 100er-Marke, saß aber wie Hamilton, Karthikeyan und Timo Glock (8./Marussia-Virgin) in einem erprobten Vorjahresmodell.

Probleme gab es lediglich bei Williams, wo Rubens Barrichello (9.) am Vormittag über einen Leistungsverlust klagte und den Motor abstellen musste (Defekt in der Elektrik), sowie bei Toro Rosso, wo Sebastien Buemi (12.) in den letzten Minuten ausrollte. Di Resta sorgte wegen eines selbstverschuldeten Ausritts ins Kiesbett für eine Unterbrechung der Session. Ansonsten verliefen die acht Stunden erstaunlich reibungslos.

Ihr offizielles Stelldichein in der Formel 1 gaben indes die beiden Latino-Rookies Sergio Perez (10./Sauber) und Pastor Maldonado (11./Williams), die knapp drei Sekunden über der Alonso-Zeit blieben. Maldonado war im direkten Vergleich nur um zwei Zehntelsekunden langsamer als sein Teamkollege Barrichello, während sich Perez an der gestrigen Zeit von Kamui Kobayashi messen musste - und das nicht allzu repräsentative Kräftemessen um eine halbe Sekunde verlor.

Lotus nimmt Wintertestfahrten auf

Um einen Tag später als die Konkurrenz stieg heute auch das Lotus-Team mit seinem neuen T128 und Heikki Kovalainen am Steuer in die Saisonvorbereitungen ein. "Wir waren das erste Auto auf der Strecke. Bei der Installationsrunde traten keine Probleme auf", berichtet Technikchef Mike Gascoyne. Auch Kovalainen gewann einen guten ersten Eindruck: "Ich kann jetzt schon spüren, dass dieses Auto ein Fortschritt ist!"

Nach 15 Runden und dem letzten Platz klingt sein Tagesfazit schon etwas nüchterner: "Leider konnte ich wegen eines Problems mit der Servolenkung nicht weiterfahren, aber das erste Gefühl ist positiv und wir konnten auch so ein paar Checks absolvieren." Die fragliche Komponente wurde noch am Nachmittag nach Großbritannien in die Fabrik geflogen, wo sie über Nacht repariert werden soll, damit das Testprogramm morgen fortgesetzt werden kann.

Wie sehr manche Fahrer nach der Winterpause schon darauf gebrannt haben, endlich wieder im Formel-1-Cockpit zu sitzen, bewies übrigens Hamilton: Der ehemalige Weltmeister meldete sich mit einem ohrenbetäubenden "Woooo-hoo" am Funk, als er im Interims-MP4-25 erstmals das Gaspedal durchtrat. Morgen haben Hamilton und Co. zum letzten Mal in dieser Woche Gelegenheit, ihrer Freude am Fahren freien Lauf zu lassen...

Fotoquelle: xpb.cc

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