So sieht der neue McLaren MP4-26 für die kommende Formel-1-Saison aus

Formel 1 2011

— 04.02.2011

McLaren "enthüllt" neuen MP4-26 in Berlin

Auf dem Potsdamer Platz in Berlin hat das McLaren-Team den "anderen" Silberpfeil enthüllt - oder besser gesagt: zusammengeschraubt...

Von Red Bull inspiriert oder einfach nur Zufall? Tatsache ist: Genau wie im Vorjahr das Weltmeisterteam verzichtete diesmal McLaren freiwillig auf die erste Testwoche mit dem neuen Auto. Gary Paffett, Lewis Hamilton und Jenson Button konzentrierten sich an den vergangenen drei Tagen in Valencia auf Pirelli-Reifentests mit dem 2010er-MP4-25, denn der neue MP4-26 wurde erst heute enthüllt.

Red Bull entschied sich 2010 ganz bewusst dafür, Stardesigner Adrian Newey und seine Ingenieure noch eine Woche länger am Zeichenbrett und im Windkanal arbeiten zu lassen, um möglichst viel Performance zu gewinnen - ein Ansatz, der damals erfolgreich war. McLaren folgt diesem Beispiel und steigt erst nächste Woche im spanischen Jerez de la Frontera mit dem heute erstmals gezeigten "Anglo-Silberpfeil" in die Wintertestfahrten ein.

Wegen Vodafone in Berlin

Auf Drängen von Sponsor Vodafone hin suchte sich das wahrscheinlich britischste Team im Formel-1-Feld (britisches Team, zwei britische Ex-Weltmeister in den Renncockpits, britischer Testfahrer) ausgerechnet Berlin als Standort für die Präsentation des Neuwagens durch. Im Rahmen der bisher spektakulärsten Enthüllung dieses Jahres wurde der MP4-26 um punkt 12:00 Uhr im Sony-Center am
geschichtsträchtigen Potsdamer Platz vorgestellt.

Originell lief die Präsentation auf jeden Fall ab: Erst kamen McLaren-Mechaniker mit den Reifen daher, dann brachten ihre Kollegen nach und nach immer weitere Einzelteile zum Potsdamer Platz, wo der MP4-26 schrittweise zusammengeschraubt wurde. Am Ende traten dann unter Applaus des Publikums Hamilton und Button auf - Hamilton durfte die Schaum-Auskleidung für das Cockpit anbringen, Button steckte das Lenkrad an.

"Ich bin zum ersten Mal in Berlin, aber dies ist ein wirklich außergewöhnlicher Schauplatz für den Launch", zeigte sich Hamilton vom Sony-Center am Potsdamer Platz beeindruckt. "Ich habe das Auto bisher nur in Einzelteilen und unlackiert im Windkanal gesehen, erst jetzt komplett zusammengebaut - und ich muss sagen: Es sieht wunderschön aus, nicht wahr? Wenn es genauso schnell ist wie schön, dann wird das eine gute Saison."

Fahrer vom MP4-26 begeistert

Der Brite findet sogar, dass es sich um den schönsten McLaren der vergangenen Jahre hält: "Ich bin seit 2007 bei McLaren und die Lackierung war jedes Mal schön. Mir gefällt auch das Pirelli-Logo, die Vodafone-Aufmalung sieht noch besser aus. Ich hoffe, das können wir dann auch in Speed auf der Strecke umsetzen. Da bin ich mir aber ziemlich sicher. Ich werde dieses Auto jedenfalls so behandeln, als wäre es meine Lady!"

Auch Teamkollege Button findet es "toll, hier in Berlin zu sein - dies ist schon eine besondere Location", staunt der 31-Jährige und berichtet von den zurückliegenden Testfahrten in Valencia: "Das Team macht sehr gute Fortschritte im Verständnis der Pirelli-Reifen, aber der wichtige Test steht erst nächste Woche in Jerez bevor. Das hier ist unser neues Baby, mit dem einer von uns beiden hoffentlich Weltmeister wird!"

"Wir haben fünf Weltmeister im Feld, es wird also eine wirklich umkämpfte Saison. Und neben diesen Weltmeistern gibt es ja auch noch andere starke Gegner wie Felipe Massa oder Robert Kubica, die wir ebenfalls im Auge behalten müssen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das Starterfeld während meiner Formel-1-Karriere jemals eine so höhe Qualität hatte", stellt sich Button 2011 auf einen harten Kampf um die WM-Krone ein.

Designtechnisch wartet der neue McLaren (der immer noch von einem Mercedes-V8-Motor angetrieben wird) mit einigen Überraschungen auf: Auf einen innovativen Front-Auspuff nach Renault-Vorbild hat man verzichtet, die Nase trägt der MP4-26 gängigen Trends folgend recht hoch, doch die Seitenkästen warten mit einer neuartigen U-Form auf. Auch bei der Kühlung beschreitet McLaren neue Wege. Zudem macht das Auto trotz der Implementierung von KERS einen schlanken Eindruck.

Kaum personelle Änderungen

Personell hat sich bei McLaren wenig geändert: Die beiden Fahrer haben sich in ihrem ersten gemeinsamen Jahr bewährt, Martin Whitmarsh bleibt Teamchef und auch sonst ist in Woking (fast) alles beim Alten geblieben. Lediglich wegen des Abgangs des langjährigen Chefingenieurs Pat Fry zu Ferrari musste umstrukturiert werden: Paddy Lowe wurde zum Technischen Direktor befördert, Tim Goss ist neuer Chefingenieur.

Teilweise neu ist dafür die Teilhaberschaft, denn der schon seit einem Jahr geplante Ausstieg von Mercedes wurde in den vergangenen Monaten auch formell vollzogen. Daher hält nun die arabische Bahrain Mumtalakat Holding Company 50 Prozent an McLaren; Mansour Ojjehs TAG-Gruppe sowie Ron Dennis kontrollieren je 25 Prozent. Die täglichen Arbeitsabläufe in der Fabrik in Woking und an der Rennstrecke sind davon aber nicht betroffen.

Erklärtes Ziel des Teams ist, um beide Weltmeisterschaften zu kämpfen und erstmals seit 1998 wieder eine Konstrukteurs-WM-Krone nach Woking zu holen. Zwar wurden Mika Häkkinen (1999) und Lewis Hamilton (2008) Fahrerchampion, doch in der Teamwertung hat es seit Häkkinen/Coulthard vor 13 Jahren nicht mehr mit dem ganz großen Wurf geklappt. Zudem wäre ein etwaiger WM-Erfolg der erste seit der Hofübergabe von Dennis an Whitmarsh.

Fotoquelle: xpb.cc

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