Der Heckbereich des neuen MP4-26 liegt den McLaren-Ingenieuren am Herzen

Formel 1 2011

— 06.02.2011

McLaren: Das Heck als größte Baustelle 2011

Die Cheftechniker sind sich einig: Den durch die neuen Regeln verlorenen Abtrieb am Heck kann man 2011 in anderen Fahrzeug-Bereichen wettmachen

In den vergangenen Jahren mussten sich die Rennställe der Teams immer wieder mit neuen Regeln auseinander setzen, was einige Neukonstruktionen zur Folge hatte. 2011 ist dies nicht viel anders, denn pünktlich zu dieser Saison wurden unter anderem der Diffusor beschnitten und der F-Schacht komplett verboten. Aus diesem Grund suchen die Rennställe nun nach anderen Abtriebs-Optionen.

"Es gab einige kleinere Änderungen bei den Aerodynamik-Regeln, doch das alles sieht von außen nicht weiter dramatisch aus", sagt McLaren-Chefingenieur Tim Goss. "Die Veränderungen am Diffusor ziehen auf aerodynamischer Seite aber einen ziemlich beträchtlichen Abtriebsverlust nach sich. Die größte Herausforderung ist daher, das Abtriebsniveau der Hinterachse wieder etwas anzuheben."

Die Aerodynamik als Großbaustelle 2011

Nach Möglichkeit "auf das Niveau, wie wir es zum Ende der vergangenen Saison hatten", wie Goss am Rande der Auto-Präsentation von McLaren in Berlin zu Protokoll gibt. "Gemeinsam mit dem Wechsel auf einen anderen Reifenhersteller stellt uns das vor einige größere Aufgaben", meint der Brite. Man habe aber gerade in diesem Bereich das meiste Potenzial, fügt Paddy Lowe hinzu.

Der Technische Direktor des McLaren-Rennstalls zählt voll und ganz auf die Ideen und Ansätze seiner Mannschaft, um die verlorenen Abtriebswerte zurück zu gewinnen. "Die Aerodynamik ist schon seit jeher die Baustelle, bei der man stets Druck machen muss. Dort ist quasi traditionell am meisten zu holen - speziell angesichts der eingefrorenen Motoren", erklärt Lowe in seinem Mediengespräch.

"Wir hatten uns daher zum Ziel gesetzt, über den Winter möglichst viel dieses Verlusts wieder wettzumachen. Das ist sehr schwierig, wie sicherlich alle Teams feststellen mussten. Wir denken, einige gute Ideen umgesetzt zu haben. Manche davon kann man am Auto erkennen", hält der Technikchef von McLaren fest. "Die Form der Seitenkästen ist zum Beispiel recht einmalig."

Innovationen sind gefragter denn je

Allerdings, denn das Design dieser Elemente sucht im Starterfeld 2010 seinesgleichen und wird von vielen Beobachtern als überaus interessant eingestuft - ähnlich wie das Williams-Heck und der Renault-Auspuff. "Das verschaffte uns quasi eine neue Möglichkeit, um die Leistungsfähigkeit des Hecks etwas zu optimieren. Es ist schön, dass das Team solche Ideen hervorbringt", sagt Lowe.

"Man muss manchmal einfach etwas aus dem Hut zaubern. Wenn man die Daten eines heutigen Formel-1-Autos bei all den Regeleinschränkungen mit einem Rennwagen von vor zehn oder 20 Jahren vergleicht, ist es schon verblüffend, was man heute aus einem so limitierten Spielraum alles herausholen kann. Das ist das Ergebnis von harter Ingenieursarbeit und einfallsreichem Denken."

McLaren-Geschäftsführer Jonathan Neale bestätigt diese Ansicht im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Demnach habe sich sein Rennstall 2011 bewusst gewagt anmutenden Ansätzen verschrieben: "Die Technologien und Hilfsmittel, die man am Auto sieht, wurden entwickelt, um an der Hinterachse wieder mehr Abtrieb zu bekommen. Das ist die große Herausforderung in diesem Jahr."

Auch die Konkurrenz zieht die Blicke auf sich...

Darüber hinaus stellen speziell die neuen Pirelli-Reifen eine zusätzliche Hürde dar. "Interessant ist, was wir alle machen müssen, um die Pneus optimal nutzen zu können", meint Neale. McLaren wagte aber auch hierbei einen anderen Weg als die Konkurrenz und schickte zunächst das Auto aus dem Vorjahr auf die Strecke - um keine Schwierigkeiten bei unerprobtem Material zu haben, sagt Neale.

"So mussten wir nicht mit einem Auto kämpfen, das nicht zuverlässig ist oder mit all den neuen Teilen aerodynamische Probleme hat und dergleichen. Wir konnten uns allein auf die Arbeit mit den Reifen konzentrieren", erklärt der Brite. Und darauf, das Treiben der Konkurrenz zu analysieren, wie Lowe gegenüber 'Motorsport-Total.com' bestätigt. "Bei neuen Autos schaut man natürlich genau hin."

Dem Technischen Direktor von McLaren fielen speziell das Williams-Heck und der Renault-Auspuff auf, aber auch viele andere interessante Lösungen. Man überlege dabei stets, "was man daraus lernen könnte", sagt Lowe. "Die Formel 1 ist schließlich ein Sport, in dem man durch sein eigenes Wissen voran kommt. Dieses Wissen erweitert man durch das, was man um sich herum erblickt."

Fotoquelle: xpb.cc

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