Gegen den Trend: Marussia-Virgin trägt die Nase weiterhin recht tief

Formel 1 2011

— 07.02.2011

Marussia-Virgin: MVR-02 soll Glock beglücken

In London hat Marussia-Virgin den neuen Boliden für Timo Glock und Jerome D'Ambrosio vorgestellt: Seitenkästen wie am McLaren, Nase eher tief

Ebenso wie Lotus und HRT geht auch das bisherige Virgin-Team in die zweite Formel-1-Saison. Man ist ab sofort kein Neuling mehr, will sich entsprechend nicht mehr in der Liga der Rookies messen, sondern das Mittelfeld der Königsklasse angreifen. Die Briten haben sich aus diesem Grund fast ganz neu aufgestellt. Der Einfluss aus Russland wurde so groß, sodass man unter dem Titel Marussia-Virgin ab sofort unter russischer Lizenz antritt.

Auf Führungsebene gab es deutliche Umstrukturierungen. Unter anderem holte man Marussia-Boss Nikolai Fomenko als leitenden Ingenieur ins Team, der erfahrene Ian Phillips ist neuer Betriebsdirektor. All dies soll die noch junge Mannschaft nach vorne bringen, sodass Timo Glock und dessen neuer Teamkollege Jerome D'Ambrosio tatsächlich auf dem Niveau von Toro Rosso, Sauber und Co. agieren können.

Grundlage für mögliche Glanzlichter bildet der neue MVR-02, der am Montag in London in den Räumen der 'BBC' vorgestellt wurde. Der neueste Entwurf von Designer Nick Wirth bringt auf den ersten Blick keine allzu großen Überraschungen mit. Die Form der Front ist im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert, folgt also dem Trend zur sehr hohen Nase offenbar nicht.

Insgesamt wirkt der MVR-02 extrem schlank und lang. Am Frontflügel sind kleine Veränderungen zu erkennen, der größte Unterschied wird jedoch am Heck sichtbar. Marussia-Virgin hat vor dem Heckflügel viel Platz geschaffen - nicht ganz so viel wie am neuen Williams, aber die Heckpartie wirkt "entrümpelt". Interessant sind die Seitenkästen des neuen Glock-Autos.

Wie am neuen McLaren-Mercedes sind die Seitenkästen durchgängig unterschnitten. So ist ein neuer Luftkanal entstanden, der den Abtrieb am Heck erhöhen soll. Auf den bislang vorliegenden Fotos sind keine Auspuffendrohre zu erkennen. Gut möglich, dass auch Marussia-Virgin auf einen Strom der Abgase nach Renault-Vorbild setzt. Auch bei McLaren wird so etwas möglicherweise zum Einsatz kommen.

Das neue Fahrzeug wurde erneut ohne Windkanalversche entworfen. Designer Nick Wirth und sein Unternehmen Wirth Research entwickelten den MVR-02 mit Hilfe von CFD (Computational Fluid Dynamics), der modernen Strömungsanalyse per Computer. In den neuen Räumen des Designstudios hofft man auf den großen Wurf. Nachdem die Partnerschaft mit CSC intensiviert und die Rechenleistung erweitert werden konnte, weht in der Fabrik immerhin ein neuer virtueller Wind.

Das Team hatte zu Beginn der ersten Formel-1-Saison reichlich Probleme. Zunächst musste man das Chassis komplett umgestalten, weil sich der Tank als nicht ausreichend groß herausstellte. Später blieben die Piloten immer wieder mit Hydraulikproblemen stehen. Diese Sorgen will man hinter sich lassen. Ab sofort setzt man nicht mehr auf die anfälligen Xtrac-Bauteile, sondern baut ein eigenes Getriebe.

"Wir hatten ein hartes, aber auch schönes Debütjahr in der Formel 1", kommentiert Teamchef John Booth. "Ich bin stolz, dass wir zeigen konnten, dass wir dem Wettbewerb gewachsen sind. Ebenso stolz bin ich, dass wir ab 2011 als Marussia-Virgin antreten können. Das zeigt, wie sehr man seitens Marussia an uns glaubt. Ende des Jahres hat man umfangreich in unser Team investiert."

"In diesem Jahr geht es darum, Fortschritte zu machen und solide Ergebnisse zu holen", erklärt der Brite. Man sei mit dem Fahrerduo Glock/D'Ambrosio gut aufgestellt. "Timo hat im vergangenen Jahr unter teils schwierigsten Bedingungen einen erstklassigen Job gemacht. Er hat das Team deutlich vorangebracht. Von der Kontinuität, die wir mit Timo haben, werden wir weiter profitieren", sagt Booth.

"Wir freuen uns, dass Jerome seine Formel-1-Debütsaison mit uns bestreiten wird. Er hat sich toll geschlagen, als er sich Ende der Saison beweisen musste. In der zurückliegenden Testwoche hat er noch einmal unterstrichen, dass er den nötigen Biss hat. Er hat sehr viel Talent. Wir freuen uns schon darauf, wenn er sich im Verlauf der Saison entfalten kann und sein gesamten Potenzial abruft."

Die Präsentation, die von der 'BBC' gefilmt wurde und letztlich eine Dokumentation über die britische Mannschaft ergeben soll, war geprägt von positiver Stimmung. "Generell haben wir allen Grund zur Annahme, dass 2011 für unser Team eine aufregende und positive Saison wird", mein Teamchef Booth.

Fotoquelle: Marussia-Virgin

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