Martin Brundle kann nicht nachvollziehen, warum Kubica Rallyefahren durfte

Formel 1 2011

— 10.02.2011

Brundle: "Man hätte Kubica davon abhalten müssen"

Martin Brundle findet, dass Robert Kubicas Management in der Pflicht gewesen wäre, ihn vom Rallyefahren abzuhalten

Robert Kubicas Rallye-Leidenschaft ist seit Jahren bekannt. Der Pole nützte vor seinem schweren Unfall bei der Ronde-di-Andora-Rallye jede Gelegenheit, um etwas Rallyeluft zu schnuppern - ob als Zuschauer oder am Steuer eines Boliden. Jetzt erntet er Kritik, dass er mit seinem Crash nicht nur seine Karriere, sondern auch die Zukunft seines Rennstalls gefährdet hat.

"Ich glaube einfach, dass es aus einem gesunden Menschenverstand heraus inmitten dieser vier intensiven Testwochen nicht die richtige Entscheidung war", meint Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle gegenüber der 'BBC'. "Keiner wird mich davon überzeugen können, dass es klug war, zwischen zwei entscheidenden Tests Rallyefahren zu gehen."

Er findet, dass vor allem sein Management in der Pflicht gewesen wäre, seine Rallyeambitionen zu bremsen. "Ich bewundere den Kerl dafür, bei jeder Gelegenheit alles fahren zu wollen, was schnell ist. Ich denke aber, dass ihn sein Manager und sein Teamboss davon hätten abhalten sollen. Sie hätten Robert diesbezüglich vor sich selbst schützen müssen", sagt Brundle.

Der Tragik des Unfalls kann sich Brundle dennoch nicht entziehen, zumal Kubica kurz vor dem Durchbruch stand. "Am Ende tut es mir für Robert Leid, denn er war vor dem Unfall sehr knapp dran, der allerbeste Fahrer der Welt zu sein." Was ein mögliches Comeback angeht, sieht er die größten Probleme im physischen Bereich: "Ich bin sicher, dass er mental schon wieder soweit ist, ich hoffe aber, dass er auch die physische Stärke findet, um in ein paar Monaten wieder ins Auto zurück zu kehren."

Der nunmehrige DTM-Pilot David Coulthard kann den Ansichten seines langjährigen Managers Brundle einiges abgewinnen. Auch wenn es in seinem McLaren-Vertrag keine Klauseln gab, die ihn davon abhielten, gefährliche Dinge zu tun, ließ er in seiner Formel-1-Zeit stets Vorsicht walten. "Als ich bei McLaren war, stand es nie im Vertrag, dass ich gewisse Dinge wie Skifahren oder Rallyefahren nicht tun darf", erinnert er sich zurück.

"Sie haben einfach gesagt, dass sie mich nicht mehr bezahlen würden, wenn ich das Auto nicht fahren kann", gibt er Einblicke in die McLaren-Strategie. "Ich hatte aber immer den professionellen Zugang, dass ich zwar ein paar Mal Skifahren war - aber nie auf einem Level, wo es riskant wurde. Beim Skifahren kannst du hinfallen und dir das Knie verdrehen. Du kannst dir auch beim Überqueren der Straße den Knöchel verrenken. Trotzdem musst du professionell sein und die Möglichkeiten minimieren, in denen etwas schief gehen kann."

Fotoquelle: xpb.cc

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