Kamui Kobayashi hat die Führungsrolle im Sauber-Team übernommen

Formel 1 2011

— 11.02.2011

Kobayashi hat keine Angst vor Perez

Kamui Kobayashi hat Routiniers wie Jarno Trulli, Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld entzaubert: Wie der Sauber-Teamleader auf Herausforderer Sergio Perez reagiert

Der Japaner Kamui Kobayashi hat im Vergleich mit seinen Teamkollegen eine tolle Bilanz vorzuweisen. Schon in seinem dritten Formel-1-Rennen für Toyota verblüffte er 2009, als er beim Grand Prix von Abu Dhabi schneller war als der ehemalige Grand-Prix-Sieger Jarno Trulli. In seiner ersten vollen Saison bei Sauber setzte er sich zunächst gegen Pedro de la Rosa, dann überraschenderweise auch gegen dessen Ersatzmann Nick Heidfeld durch.

Auch wegen seiner aufregenden Überholmanöver hatte die Formel 1 im 24-Jährigen einen neuen Helden gefunden. Kobayashi weiß um die Bedeutung des teaminternen Duells: "Wenn du in der Formel 1 erfolgreich sein willst, dann muss es so sein. Die erste Person, die du schlagen musst, ist der Teamkollege", sagt der Japaner gegenüber 'formula1.com'.

Zu sehr sollte man sich dann aber doch nicht auf den anderen konzentrieren, findet Kobayashi: "Im allgemeinen kämpft man immer gegen sich selbst. Das einzige, was wirklich zählt, ist deine Fähigkeit, dich selbst zu verbessern und das meiste aus deiner Erfahrung, die mit jedem Rennen wächst, herauszuholen." Dass er sich in seiner Formel-1-Karriere stets vermeintlich übermächtigen Teamkollegen stellen musste, stört ihn nicht: "Ich bin recht froh, dass ich zwei sehr erfahrene Kerle in meiner ersten vollen Saison an meiner Seite hatte", stellt Kobayashi klar.

Dabei machte er eine wesentliche Erkenntnis: "Es war beachtlich, dass Pedro und Nick ihren Fahrstil durch ihre enorme Erfahrung sehr leicht ändern konnten, wann immer die Situation es erforderte." Er erklärt, wie sich das äußerte: "Wenn sie erkannt haben, dass es möglich ist, eine Kurve viel schneller zu fahren, dann machten sie das in der nächsten Runde. Man kann seine Reaktionszeit auf eine neue Situation reduzieren."

Apropos: Dieses Jahr muss sich Kobayashi auf eine neue Situation einstellen, denn zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere ist er in der Position des Teamleaders. Mit dem Mexikaner Sergio Perez, der im Vorjahr GP2-Vizemeister wurde und potente Sponsoren im Rücken hat, muss er nun die Angriffe eines jungen Herausforderers abwehren.

"Ist er GP2-Vizemeister? Das habe ich gar nicht gewusst. Setzt mich das unter Druck?", fragt er sich selbst - und gibt postwendend die Antwort: "In der Formel 1 gibt es immer Druck, also ist diese Situation nicht außergewöhnlich. Vielleicht ein bisschen, doch in der Formel 1 kann man sich nie zurücklehnen, also werde ich auch damit fertig."

Fotoquelle: xpb.cc

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