Überraschung: So schnell wie Rubens Barrichello war diese Woche niemand

Formel 1 2011

— 13.02.2011

Barrichello-Bestzeit beim Testabschluss

Rubens Barrichello überrascht am letzten Tag in Jerez - Favorisierte Teams nicht auf Zeitenjagd - Regen am Ende zu spät für Reifentests

Im südspanischen Jerez de la Frontera haben heute elf von zwölf Teams - HRT zog es vor, Pirelli bei Filmaufnahmen in Monza zu unterstützen - die zweite Testwoche dieses Winters beendet. Genau wie in Valencia, wo Robert Kubica im Renault Schnellster war, gab es zum Abschluss eine Überraschung: Rubens Barrichello setzte sich im Williams an die Spitze des Klassements.

Der Brasilianer erzielte schon am Vormittag eine Bestzeit von 1:19.832 Minuten und schnappte damit seinem früheren Teamkollegen Michael Schumacher (Mercedes) die Wochenbestzeit noch um eine halbe Sekunde weg. Das ist einerseits ein positives Signal für die Konkurrenzfähigkeit des FW33 mit dem radikalen Getriebe, demonstriert andererseits aber auch, dass die Teams bisher noch keine reinen Qualifying-Simulationen durchgeführt haben und offenbar weiterhin Luft nach oben haben.

Regen erst am Ende

Für Barrichello spricht, dass er seine Bestzeit in der zweiten Runde eines mittellangen Runs in den Asphalt brannte und anschließend noch sieben weitere gezeitete Runden im 1:21er- und 1:22er-Bereich hinlegte. Allerdings blieb er bei Anbruch der letzten Stunde stehen - und just in dem Moment setzten die ersten Regentropfen ein, auf die Pirelli schon so sehnlich gewartet hatte. Für ernsthafte Tests der Regenreifen, die vereinzelt noch aufgezogen wurden, war es da allerdings schon zu spät.

Die favorisierten Topteams Red Bull, Ferrari und McLaren gingen heute nicht auf Zeitenjagd, absolvierten aber im Laufe des Tages ähnlich lange Runs im 20-Runden-Bereich. Dabei auffällig: In den ersten Runden schienen alle auf einem ähnlichen Niveau zu sein, doch nach ungefähr 15 Umläufen brachen die Pirellis ein. Bei Jenson Button (9./+2,446) hielten sie marginal länger, dafür war aber auch der Einbruch drastischer als bei Fernando Alonso (3./+1,242).

Weltmeister Sebastian Vettel musste sich mit Platz acht (+2,390) zufrieden geben, sein RB7 macht aber rein optisch in den Kurven weiterhin einen hervorragenden Eindruck - ungeachtet dessen, dass seine Longruns etwas weniger konstant waren als in den vergangenen Tagen. Das lag möglicherweise daran, dass Red Bull heute vorhatte, erstmals KERS auszuprobieren, ganz im Gegensatz zu Spitzenreiter Barrichello, der nach technischen Problemen gestern auf das System verzichtete.

Fünf rote Flaggen

0,769 Sekunden hinter dem schnellen Routinier sicherte sich Kamui Kobayashi (Sauber) den zweiten Platz - trotz eines Drehers in der Dry-Sack-Kurve. Kobayashi verursachte damit eine von insgesamt fünf Unterbrechungen; Jerome D'Ambrosio (10./Marussia-Virgin/+3,153) stellte morgens sicherheitshalber ab, weil sich ein Öldrucksensor verabschiedet hatte, und Nico Rosberg (7./Mercedes/+2,271) blieb aus noch ungeklärten Gründen stehen.

Für die letzte Unterbrechung sorgte Paul di Resta wenige Minuten vor Schluss. Laut Force India drehte sich der DTM-Champion wegen einer gebrochenen Vorderradaufhängung ins Kiesbett. Kurz zuvor hatte er vor den Augen seiner Cousins Dario und Marino Franchitti in Sachen Setup "die richtige Richtung" gefunden, trotzdem blieb er am Ende mit 3,279 Sekunden Rückstand auf die Spitze Elfter und Letzter.

Senna langsamer als Heidfeld

Bruno Senna durfte indes erstmals im schwarz-goldenen Renault Platz nehmen und belegte Rang fünf, 1,568 Sekunden hinter Landsmann Barrichello. Auf die gestrige Zeit seines künftigen Teamkollegen Nick Heidfeld fehlte unterm Strich eine gute Sekunde, sodass Teamchef Eric Boullier die Entscheidung, wen er als Ersatzmann für den rekonvaleszenten Kubica verpflichten soll, wohl nicht allzu schwer fallen dürfte. Eine offizielle Bekanntgabe wird für morgen erwartet.

Beeinträchtigt wurde Sennas Testprogramm nur von einem Dreher und nicht näher definierten "mechanischen Problemen". Darüber klagte auch Heikki Kovalainen (6./Lotus/+1,800), der erst wegen eines Wasserlecks lange an der Box stand und kurz nach seiner persönlich schnellsten Runde in der Boxengasse ausrollte - vielleicht ohne Sprit, wie Beobachter unkten. Relativ reibungslos verlief der Testtag hingegen für den Überraschungs-Vierten Sebastien Buemi (Toro Rosso/+1,381).

Die Gelegenheit, in den Schlussminuten auf nasser Fahrbahn erstmals überhaupt die Pirelli-Regenreifen auszuprobieren, nutzten nur Barrichello, Alonso, Buemi und Rosberg. Buemi absolvierte in 1:35.893 Minuten die schnellste Regenzeit, doch wegen der limitierten Zeit ist das nicht allzu aussagekräftig. Die Jerez-Tests waren damit beendet. Weiter geht es nächste Woche wieder in Spanien, dann allerdings in Barcelona.

Fotoquelle: xpb.cc

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