In Bahrain muss man sich derzeit große Sorgen um die Sicherheit machen

Formel 1 2011

— 16.02.2011

Bahrain: Die Sorgen werden nicht geringer

Die Sicherheitslage in Bahrain bleibt weiter angespannt: FIA am kommenden Wochenende vor Ort - Christian Horner: "Waren bisher immer gern dort"

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unruhen in Bahrain, bei denen es auch am gestrigen Dienstag wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei kam, ist der Saisonauftakt der Formel 1 von einer Absage bedroht. Sogar Bernie Ecclestone betrachtet die Szenerie am persischen Golf derzeit mit großer Sorge. In den USA wachsen die Bedenken. Man sei "sehr besorgt", heißt es aus dem US-Außenministerium.

"Wir beobachten die Lage natürlich", sagt FIA-Sprecher Norman Howell der 'Associated Press'. "Es gibt dort gewisse Realitäten, die wir einfach akzeptieren müssen. Ein großer Sportevent ist in jeder Situation im Fokus von Protesten, aber die FIA ist sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit der Motorsportbehörde von Bahrain eine gute Lösung finden können." Erste präzise Hinweise auf die Lage vor Ort wird man sich am kommenden Wochenende verschaffen können.

"Dort findet ein GP2-Rennen statt und es sind FIA-Leute vor Ort", sagt Howell. "Wir sind natürlich auch mit den Verantwortlichen der Strecke in Kontakt. Wir alle zusammen arbeiten an einem Plan." Der Chef des Bahrain International Circuit (BIC), Shaikh Salman bin Isa Al Khalifa, hatte bereits am Dienstagabend verkündet, dass die Sicherheit an erster Stelle stehe. Man werde alle denkbaren Maßnahmen ergreifen, um einen reibungslosen Ablauf des Formel-1-Events zu gewährleisten.

Die Machthaber in Bahrain haben unterdessen mit Beschwichtigungsversuchen auf die anhaltenden Proteste reagiert. Der König des Inselstaates verkündete im Fernsehen, dass er um die getöteten Demonstranten trauere. Außerdem stellte König Hamad bin Isa Al Khalifa politische Reformen in Aussicht. Ob diese Aussagen für eine Berughigung der Lage ausreichen, darf ernsthaft bezweifelt werden. "Die Welt verändert sich", sinniert Ecclestone angesichts der politischen Bewegungen in der arabischen Welt.

"Ohne die tragischen Ereignisse in Bahrain abwerten zu wollen: Der Sport geht irgendwie weiter", sagt FIA-Sprecher Howell. "Wir haben eine enge Verbindung zu den nationalen Behörden und beobachten die Entwicklungen sehr genau. Das ist unsere derzeitige Position." Die Sicherheit in Bahrain könnte auch den Testfahrplan durcheinander bringen. Ab dem 3. März soll die Formel 1 den letzten Wintertest auf der Strecke von Manama abhalten.

"Wir vertrauen auf Bernie, die FOM und den örtlichen Promoter", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner der Agentur 'PA Sport'. "Hoffentlich wird der Saisonauftakt nicht gestört. Das wäre wirklich sehr schade. Ich hoffe, dass man die Lage rechtzeitig in den Griff bekommt. Vor allem in Bahrain wurde Sicherheit bisher immer groß geschrieben - ob an der Strecke oder an den Hotels. Wir haben uns dort immer sehr sicher gefühlt und sind bislang immer gern nach Bahrain geflogen."

In den kommenden Tagen - vermutlich spätestens während der kommenden Testtage in Barcelona - werden sich die Teams zusammensetzen und die Lage in Bahrain erörtern. Aufgrund der Testfahrten vor dem Saisonstart an gleicher Stelle werden hunderte Teammmitglieder über insgesamt fast zwei Wochen lang in Bahrain sein. Ob man deren Sicherheit garantieren kann, ist im Augenblick ungewiss. "Die GP2-Leute, die aktuell vor Ort sind, berichten nichts Schlimmes. Das Rennen wird stattfinden", sagt ein GP2-Sprecher.

Die Bahrain-Verantwortlichen stehen vor einem Dilemma. Sagt man den Grand Prix ab, verliert man möglicherweise das Gesicht. Tut man es nicht und es passiert tatsächlich etwas, dann wäre der Schaden noch viel größer. "Die Golfregion ist ein wachsender Markt und sehr wichtig. Aber es ist mindestens ebenso wichtig, dass die Formel 1 jederzeit in einem guten Licht erscheint", sagt Ecclestone in der 'Times' und unterstreicht damit, dass er eine Absage für denkbar hält.

Fotoquelle: BIC

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