Timo Glock bestreitet 2011 seine zweite Rennsaison für Marussia-Virgin

Formel 1 2011

— 18.02.2011

Glock: "Sehe mich nicht auf dem Abstellgleis"

Timo Glock weiß, dass er sich mit Marussia-Virgin auch in dieser Saison schwer tun wird, kämpft aber weiter unermüdlich um eine Zukunft in einem Topteam

Sein Spitzname lautet "Kampfdackel" - und Timo Glock stellt auch bei Marussia-Virgin seine Fähigkeit unter Beweis, sich in schwierigen Situationen durchzubeißen. Das wird der Odenwälder auch in der kommenden Saison tun - mit dem Ziel, die Weichen für eine bessere Zukunft in der Formel 1 zu stellen.

Es ist bereits jetzt absehbar, dass Glock und Marussia-Virgin in der anstehenden Saison keinen Quantensprung nach vorn machen, sondern im Idealfall um den letzten Punkt kämpfen werden. Ein Platz in den Top 10 wäre schon ein riesiger Erfolg. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Mannschaft wieder im hinteren Feld platziert. Damit hat Glock nicht gerade verlockende Aussichten und mancher vermutet, dass der 28-Jährige sportlich in einer Sackgasse gelandet ist.

Doch der "Kampfdackel" selbst gibt sich wesentlich optimistischer, was seine Zukunft angeht. "Ich sehe mich nicht auf dem Abstellgleis", sagt Glock der 'Sport Bild'. "Wenn es aus irgendwelchen Gründen 2011 wieder nicht so läuft, muss ich mich für die Zukunft eben neu aufstellen."

Glock kennt die Höhen und Tiefen der Formel 1

Der Odenwälder hat schon eine bewegte Karriere hinter sich, in der er seine Weichen häufiger neu stellen musste. 2004 bestritt er erste Formel-1-Rennen für Jordan, doch sein Vertrag wurde nicht verlängert und er wechselte 2005 in die USA. Von dort führte sein Weg zurück in die GP2, wo er sich mit dem Meistertitel endgültig für die Rückkehr in die Königsklasse empfahl. 2008 heuerte er bei Toyota an, doch gerade zu dem Zeitpunkt, als es wirklich nach oben zu gehen schien, stiegen die Japaner Ende 2009 aus.

Glock stand wieder auf der Straße und entschied sich, 2010 zu Newcomer Virgin zu gehen, obwohl er auch mit Renault in Verbindung gebracht wurde. Es folgte eine frustrierende Saison mit vielen technisch bedingten Ausfällen und einem 14. Platz als bestem Ergebnis. Glocks Trost: Er weiß, dass das schlechte Abschneiden nicht an ihm lag, sondern am Auto.

Im Nachhinein ließe sich leicht sagen, dass der Wechsel zu Virgin ein Fehler war, sagt Glock, begründet aber, warum er sich damals für die Newcomer und gegen Renault entschied: "Als ich meine Entscheidung fällen musste, war die Formel 1 in einer schwierigen Situation. Ich war ein gebranntes Kind, weil ich gesehen hatte, wie es ist, wenn ein Konzern wie Toyota sagt: 'So, und jetzt machen wir das Ding hier zu.' Deshalb wollte ich für mich persönlich den sicheren Weg gehen."

Wohin führt die Rennreise des 28-Jährigen?

Damals war nicht sicher, ob Renault in der Formel 1 bleibt, es wurde über einen möglichen Ausstieg gemunkelt. Das Team wurde verkauft, blieb der Königsklasse aber erhalten und fuhr um Podiumsplätze mit. "Natürlich könnte man nun sagen: 'Hätte ich da bloß unterschrieben!' Aber es hätte genauso gut sein können, dass ich unterschreibe, die neuen Eigentümer mich aber gar nicht wollen." Genau das hat er damals im Herbst 2004 bei Jordan erlebt, als das Team an Midland verkauft wurde und die neuen Eigentümer Fahrer mit prallem Geldbeutel bevorzugten.

Auch die Option, bei einem großen Team als Testfahrer anzuheuern, ist nichts für Glock. Bei Marussia-Virgin habe er zumindest die Möglichkeit, sich auf der Strecke in Szene zu setzen, "ein Testfahrer kann am Ende des Jahres vielleicht einen guten Latte Macchiato machen, mehr hat ihm das aber nicht gebracht."

Und Glock hat sich vorgenommen, auch in unterlegenem Material seinen Ruf als guter Pilot weiter zu bestätigen. Dass er fahren kann, hat der Odenwälder in den vergangenen Jahren oft genug unter Beweis gestellt. Nun will er sich für höhere Aufgaben empfehlen. "Es wird ein wichtiges Jahr, Ende 2011 kommt der Fahrermarkt in Bewegung. Natürlich ist es weiterhin mein Traum, für ein Topteam wie Ferrari, Red Bull oder Mercedes zu fahren." Gleichzeitig setzt er aber auch große Hoffnungen in den Ehrgeiz von Marussia. Er habe das Gefühl, dass die Russen alles daran setzen werden, das Team voranzubringen.

Fotoquelle: xpb.cc

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