Bernie Ecclestone hat wieder Hoffnung, dass das Rennen in Bahrain stattfindet

Formel 1 2011

— 18.02.2011

Bahrain-Grand-Prix: Ecclestone wieder optimistischer

Bernie Ecclestones Informanten in Bahrain sagen, dass sich die Lage beruhigt hat - Er selbst wisse "nicht genau, worum es bei diesem Protest geht"

Die blutigen Unruhen in Bahrain, die bereits fnf Todesopfer und ber 200 Verletzte gefordert haben, halten die Formel 1 in Atem. Selten war die Ungewissheit so gro, ob ein Saisonstart plangem ber die Bhne gehen kann. Am heutigen Freitag sind 15.000 Menschen zu den Begrbnissen der von den Truppen getteten Schiiten gepilgert. Dort gingen die Proteste gegen Knig Hamad bin Isa Al Khalifa weiter. Die nach den Zusammensten stark kritisierte sunnitische Knigsfamilie steht auch hinter dem Formel-1-Rennen auf dem Bahrain International Circuit.

Trotz der weiterhin angespannten Lage in Bahrain zeigt sich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone deutlich optimistischer als gestern, dass der Grand Prix plangem stattfinden kann. "Ich habe heute Morgen mit niemandem aus dem Bro des Kronprinzen gesprochen", schildert der 80-Jhrige gegenber der 'BBC' seinen Stand der Dinge. "Ich habe aber mit unseren Leuten vor Ort gesprochen. Sie sagen, dass es ruhig ist und dass es keine groen Probleme gibt."

Entscheidung bis Mittwoch

Doch auch Ecclestone wirkt verstndlicherweise angespannt: "Ich wei nicht, ob ich oder du - wenn wir dort wren - sagen wrden, dass es Probleme gibt. Sie haben es jedenfalls so gesagt." Gestern traf man noch die Entscheidung, die fr heute und morgen anberaumten Rennen zur GP2-Asia-Serie in Bahrain abzusagen. Im Nachhinein ist Ecclestone nicht mehr davon berzeugt, ob dies die richtige Entscheidung war.

"Wir haben das gestern so entschieden", erklrt er. "Wir haben es abgesagt, weil die Asia-Serie nicht wahnsinnig wichtig ist. Wir wollten nichts riskieren. Wenn wir aber heute mit meinem aktuellen Informationsstand die gleiche Entscheidung treffen mssten, htten wir es anders gemacht." Was den Formel-1-Grand-Prix angeht, will Ecclestone vorerst keine Entscheidung treffen. Auch wenn die Zeit drngt, wie er gegenber 'Reuters' besttigt: "Wenn es sich nicht bis Mittwoch beruhigt, dann mssen wir es vielleicht streichen." Der Grund: Anfang nchster Woche wrden die Teams damit beginnen, Material nach Bahrain zu verfrachten.

Whrenddessen findet beim Auftakt zum dritten Wintertest des Jahres eine Besprechung der Teamchefs statt. 'Reuters' berichtet, dass kaum einer der Teamchefs so recht daran glauben will, dass der Saisonauftakt wie geplant stattfindet. "Wir wren sehr enttuscht, wenn wir die Saison nicht in Bahrain starten knnen", meint Williams-Geschftsfhrer Adam Parr gegenber 'Reuters'. Sein Team besitzt in Katar, einem engen Verbndeten von Bahrain, ein KERS-Forschungszentrum.

Politischer Aspekt fr Ecclestone ohne Bedeutung

"Wir mchten einen positiven Beitrag fr die Lnder leisten, die wir besuchen", sagt Parr. "Es ist immer unsere Absicht, dort positiv aufzutreten. Wenn das nicht mglich ist, dann wollen wir keinen negativen Eindruck hinterlassen. Wenn die Formel 1 im Focus der Unruhen steht, dann wre das ein Anlass zur Sorge. Es geht hier nicht nur um die Sicherheit der involvierten Personen, sondern auch um einen sensiblen Umgang mit den Geschehnissen im Land."

Whrend sich Parr sehr vorsichtig ausdrckt, wird ein nicht nher genanntes Fhrungsmitglied eines anderen Teams von 'Reuters' mit schrferen Worten zitiert: "Viele Leute wrden uns fertig machen, wenn wir ein Regime untersttzen, das Menschen umbringt." Ein Problem, das fr Ecclestone nicht von allzu groer Bedeutung zu sein scheint.

Gegenber der 'BBC' gibt er zu: "Wir wissen nicht genau, worum es bei diesem Protest geht. Wir haben uns nie in Religion und Politik eingemischt. Wir treffen unsere Entscheidungen nicht auf Grundlage von solchen Dingen. Es liegt nicht an uns, das Land zu regieren. Hoffentlich mssen wir gar nichts tun, hoffentlich geht alles normal weiter."

Bahrain-Test vor Absage

Jetzt stehen drei mgliche Szenarien im Raum. Erstens: Test und Rennen finden ganz normal statt. Zweitens: Der Test wird abgesagt, aber das Rennen geht ber die Bhne. Drittens: Test und Rennen werden abgesagt. Die Teams berlegen bereits, den ab dem 3. Mrz geplanten letzten Wintertest des Jahres zu verlegen. Mgliche Alternativen zum Bahrain International Circuit sind Barcelona, Jerez, Portimao oder Abu Dhabi.

Wichtig ist, dass die Teams in den Genuss hnlicher Wetterbedingungen wie in Bahrain kommen, um reprsentative Daten zu erhalten. Findet das Rennen in Bahrain tatschlich nicht statt, dann wrde der Saisonauftakt aller Voraussicht nach erst Ende Mrz in Australien steigen. Der Grand-Prix-Kurs im Albert Park bis zum Vorjahr der traditionelle Austragungsort des ersten Rennens. Viele Mitglieder des Formel-1-Fahrerlagers trauern dem Abzug aus Melbourne wegen der besonderen Atmosphre immer noch nach.

Fotoquelle: xpb.cc

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