Sebastian Vettel und seine Crew platzierten sich am Samstag wieder auf Rang eins

Formel 1 2011

— 19.02.2011

Auch am Samstag ist Vettel der Test-Spitzenreiter

Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel sicherte sich in Barcelona die zweite Bestzeit in Folge - Viele Teams mit Rennsimulationen und langen Probefahrten

Am zweiten Tag der Testfahrten im spanischen Barcelona konnten die Teams der Formel 1 auf den Einsatz von Regenreifen verzichten: Der Circuit de Catalunya präsentierte sich am Samstag in bester Verfassung und die Temperaturen kletterten am Nachmittag sogar in den zweistelligen Bereich. Die Rennställe nutzten diese guten Bedingungen, um ihre Saisonvorbereitungen weiter voranzutreiben.

Der zweite Tag des Gruppentests stand deshalb ganz im Zeichen der Rennsimulationen, welche von einem Großteil der Teams durchgeführt wurden. Diese Pläne gingen allerdings nicht ganz auf, weil insgesamt vier Rotphasen für kurze Unterbrechungen sorgten. Den Anfang hatte Fernando Alonso (Ferrari) nach einer halben Stunde gemacht, als er mit defekter Elektronik in Kurve vier strandete.

Witali Petrow (Renault) setzte die Pannenliste fort, als er am Nachmittag in Kurve zwei zum Stehen kam. Paul di Resta (Force India) setzte seinen Rennwagen in das Kiesbett von Kurve eins und rief damit ebenfalls rote Flaggen hervor. Darüber hinaus waren die Randsteine in Kurve zwei der Formel 1 offenbar nicht gewachsen und mussten in einer weiteren Rotphase kurzfristig repariert werden.

Vettel auch am Samstag vorneweg

Trotz der insgesamt vier Unterbrechungen konnten die meisten Piloten sehr viele Runden absolvieren. Die Bestzeit wurde am Nachmittag aber nicht mehr nach unten korrigiert: Sebastian Vettel (Red Bull) hatte auch am Ende des zweiten Testtages von Barcelona seine Nase vorne und klassierte sich in 1:23.315 Minuten auf Rang eins. Der Deutsche war rund eine Sekunde schneller als noch am Freitag.

Mit 104 Runden legte Vettel erneut zahlreiche Kilometer zurück, ohne dabei auf größere Probleme zu stoßen. Bei Red Bull schien man am Samstag ein komplettes Wochenende zu simulieren: Einigen kurzen Runs folgten diverse Funktionstests und Aufwärm-Übungen, ehe Vettel zu einer Grand-Prix-Distanz ansetzte - von Qualifikation über Einführungsrunde, Start und Rennen war also alles dabei.

Zunächst lief dabei alles glatt für den Titelverteidiger, dessen Rundenzeiten bei seinen Longruns aber recht zügig anstiegen. Aufgrund einer Rotphase wurde das Programm aber unterbrochen, ehe Vettel wohl aufgrund technischer Schwierigkeiten erneut die Boxengasse aufsuchen musste. Zum Schluss konnte der Weltmeister aber noch einmal hinausfahren und seine Rennsimulation abschließen.

Ferrari nicht so zuverlässig wie bisher

Jaime Alguersuari (Toro Rosso) legte insgesamt 96 Runden zurück und nahm mit 0,204 Sekunden Rückstand den zweiten Platz ein. Der spanische Lokalmatador lieferte einmal mehr solide Arbeit ab und bestätigte seine gute Form in diversen Longruns, die ihn letztendlich vor Landsmann Alonso im Zeitenklassement des Samstags aufscheinen ließen. Letzterer war knapp vier Zehntel langsamer.

Das Ferrari-Programm ging allerdings nicht sorgenfrei vonstatten: Bereits am Morgen hatte Alonso einen Elektronik-Defekt erlitten, dem weitere technische Schwierigkeiten folgten. Den angepassten Tagesplan um Setuparbeit und Reifenvergleiche konnte der zweimalige Champion aber dennoch erfüllen. Zum Leidwesen der vielen spanischen Fans stand Alonso zwischendurch lange an der Box.

Insgesamt brachte der Ferrari-Pilot 90 Runden zustande und war damit über einhundert Kilometer weniger unterwegs als Rubens Barrichello (Williams), der sich in 1:24.008 auf Rang vier klassierte. Der Brasilianer zeigte wieder einmal einige starke Longruns und konnte seine Rundenzeiten am Nachmittag kontinuierlich verbessern. Bei 545 Probekilometern stimmte auch die Zuverlässigkeit.

Heidfeld mit solider Testleistung für Renault

Zweitbester Deutscher war am Samstag Nick Heidfeld (Renault), der den R31 am Nachmittag von Witali Petrow übernommen hatte. Heidfeld legte 41 Runden zurück und verlor dabei 0,927 Sekunden auf den Topwert. Das Programm des Ersatzmanns von Robert Kubica umfasste viele kurze Fahrten, in denen Heidfeld die verschiedenen Pirelli-Reifen - gebrauchte und neue - miteinander verglich.

Kamui Kobayashi (Sauber) hatte indes die dreifache Präsenz auf der Strecke: 125 Umläufe standen am Ende des Testtages für den Japaner zu Buche, der am Morgen zunächst mit vollem Tank seine Runden gedreht hatte. Am Nachmittag verbesserte sich Kobayashi vom Hinter- ins breite Mittelfeld. Dort war auch Nico Rosberg (Mercedes) zu finden, der zwei komplette Renndistanzen absolvierte.

Insgesamt war der Deutsche für 609,805 Kilometer auf dem Circuit de Catalunya unterwegs, um diverse Setuparbeiten vorzunehmen und einen neuen Frontflügel zu evaluieren. Rosberg widmete sich zudem zahlreichen Longruns, bei denen er ordentliche, aber keine Topzeiten erzielen konnte. Immerhin: Als fleißigster Fahrer des Tages hatte der Youngster die Zuverlässigkeit auf seiner Seite.

Wieder ein kleiner Rückschlag bei McLaren

Probleme dagegen bei McLaren: Ein Hydraulik-Defekt setzte Jenson Button schon frühzeitig matt, sodass der Weltmeister von 2009 zunächst kaum zum Fahren kam - ein lange Zwangspause war die Folge. Insgesamt brachte es Button letztendlich auf 54 Runden und knapp 250 Kilometer. Mit 1,608 Sekunden Rückstand auf Vettel landete der McLaren-Rennfahrer auf Platz acht unter zwölf Piloten.

Di Resta lieferte - abgesehen von seinem Ausrutscher in Kurve eins - einen soliden, aber unauffälligen Testtag in Barcelona ab und platzierte seinen Force India VJM04 nach 80 Runden auf Position neun. Rang zehn ging an Heikki Kovalainen (Lotus), der seinen T128 am Nachmittag für eine Stunde an Ricardo Teixeira abtreten musste. Der angolanische Fahrer absolvierte sein Testdebüt bei Lotus.

An die Zeiten von Kovalainen kam er aber nicht heran: Mit 3,106 Sekunden Abstand auf Vettel wurde der Finne auf Rang zehn abgewinkt, Teixeira benötigte bei seinem besten Versuch über fünf Sekunden mehr für eine Runde und wurde klarer Letzter. Von technischen Problemen blieb er aber verschont - ganz im Gegenteil Kovalainen, dem unter anderem der Benzindruck abgesackt war.

Glock absolviert viele Tests für Marussia-Virgin

Petrow blieb bei seinem Halbtages-Einsatz am Samstag hingegen von technischen Schwierigkeiten verschont und konnte bei 61 Umläufen zumindest einen Teil seines Freitags-Programms nachholen. Hinter dem Russen reihte sich Vitantonio Liuzzi (HRT) ein, der bei seinem Debüt für den spanischen Rennstall rund eine Renndistanz zustande brachte und sich 3,7 Sekunden Rückstand einfing.

Timo Glock (Marussia-Virgin) war am Vormittag gewissermaßen "außer Konkurrenz" unterwegs, indem er viele Aerotests absolvierte und dabei mit konstanter Geschwindigkeit um den Circuit de Catalunya fuhr - viele Installationsrunden folgten. Am Nachmittag stieg der Deutsche in den normalen Testbetrieb ein, wurde in 1:27.242 Minuten gestoppt und belegte damit den 13. und vorletzten Platz.

Die Testfahrten in Barcelona werden am Sonntag und am Montag fortgesetzt. Bereits jetzt haben die Teams insgesamt 1.970 Runden zurückgelegt und mit ihren neuen Pirelli-Reifen rund 9.100 Kilometer abgespult - und das zumeist in trockenen Bedingungen und nach nur der Hälfte der vier Testtage in Spanien. Das Wetter scheint sich auch weiterhin von seiner eher besseren Seite zu zeigen.

Fotoquelle: xpb.cc

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