Zahlreiche spanische Fans beobachteten Fernando Alonso bei der Arbeit

Formel 1 2011

— 19.02.2011

Ferrari von zwei Defekten gebremst

Ferrari-Ass Fernando Alonso wurde am zweiten Testtag in Barcelona erstmals von Defekten gebremst - Trotzdem ist der Spanier mit dem neuen Auto zufrieden

Bisher ist der neue Ferrari F150th bei den Testfahrten problemlos gelaufen. Abgesehen von einem Ölleck bei Felipe Massa in Valencia, gab es keine groben Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit. Am zweiten Tag in Barcelona hat schließlich die Defekthexe zugeschlagen. Am Vormittag rollte Fernando Alonso durch einen Elektrikschaden aus. Später gab es noch ein mechanisches Problem, dessen Reparatur lange dauerte.

Trotzdem konnte der zweifache Weltmeister vor seinen zahlreichen Fans noch 90 Runden abspulen. In seinem besten Umlauf hatte Alonso 0,663 Sekunden Rückstand auf den Bestwert von Sebastian Vettel im Red Bull. Das bedeutete den dritten Platz hinter Landsmann Jaime Alguersuari (Toro Rosso).

"Bisher waren die Testfahrten eine Überraschung für uns. Es gab keine großen Probleme mit dem Auto", so der Ferrari-Star. "Heute hatten wir zum ersten Mal mechanische Probleme, aber das bereitet uns keine großen Sorgen. Einer meiner Mechaniker hat gemeint, wenn wir in Barcelona keine Probleme haben, werden wir die WM nicht gewinnen. Wenn wir Probleme hier haben, dann ist es hoffentlich eine andere Geschichte. Wir spulten viele Kilometer mit dem Auto ab. Alles funktioniert gut."

Die Favoritenrolle will sich Alonso nicht in die Schuhe schieben lassen. "Ich glaube, dass Red Bull im Moment das stärkste Auto hat. Es gibt aber noch vier weitere Teams, nämlich uns, McLaren, Mercedes und Renault. Sie können alle um Siege kämpfen. Trotzdem kann man das von den Testresultaten her schwer einschätzen."

"Es braucht nur zehn Kilo mehr Sprit oder abgefahrene Reifen, die einen sehr großen Unterschied ausmachen können. Wir müssen aber die ersten zwei, drei Rennen abwarten um sagen zu können, dass das Auto gut genug ist oder eben nicht. Im Moment fühlt sich alles okay für uns an"

Wie die übrigen Fahrer auch, sieht Alonso im Umgang mit den Reifen den Schlüssel für die neue Saison. "Um ehrlich zu sein, ist es kein großer Unterschied zu Jerez und Valencia. Auf einem Longrun verschleißen die Reifen immer noch stark. Hier sind es nicht nur die Hinterreifen, sondern auch der linke Vorderreifen."

"Barcelona beansprucht den linken Vorderreifen in den Kurven drei, vier und neun stark. Der Verschleiß ist dort etwas höher als normal, aber wir haben das schon in Jerez und Valencia gesehen. Es ist hier kein großer Unterschied. Wenn wir morgen in Barcelona ein Rennen fahren würden, dann müsste man drei oder vier Boxenstopps einlegen."

Aufgrund des hohen Verschleißes erwartet Alonso einen andern Ablauf des kompletten Wochenendes. "Es geht nicht nur darum wie man das Rennen angeht, sondern das ganze Wochenende, vom ersten Freien Training bis zum Qualifying. Der Reifenverschleiß wird definitiv die größten Überholmöglichkeiten schaffen."

"Wenn man gegen einen Piloten fährt, dessen Reifen am Beginn oder Ende eines Abschnitts sind, dann kann der Performanceunterschied sehr groß sein. Das könnte noch mehr als KERS und der verstellbare Heckflügel zu Überholmanövern führen." Alonso hat seine Arbeit in Barcelona damit erledigt und ist bereits am Abend nach San Remo geflogen. Am Sonntag und Montag wird Felipe Massa in das Ferrari-Cockpit steigen.

Neben den Testfahrten ist auch der Saisonauftakt in Bahrain ein großes Thema im Fahrerlager. Niemand weiß, ob aufgrund der Unruhen das Rennen Mitte März abgesagt werden muss. Alonso meint zu diesem Thema: "Für uns ist es schwierig, eine klare Position einzunehmen, denn wir wissen auch nicht mehr als die Journalisten. Wir verfolgen die Situation auch durch die Medien. Wir müssen noch einige Tage abwarten, bis die Entscheidungsträger eine Entscheidung fällen."

Fotoquelle: xpb.cc

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