Die stark abbauenden Pirelli-Pneus bereiten einigen Fahrern Kopfzerbrechen

Formel 1 2011

— 21.02.2011

Reifen-Eindrücke könnten täuschen

Im Rahmen der Barcelona-Testfahrten ist erneut einige Kritik an den Pirelli-Reifen zu hören: Wer Samthandschuhe trägt, könnte zu langsam sein

Die Formel-1-Teams standen beim Bau ihrer neuen Autos für 2011 vor einer gewaltigen Aufgabe. Da zum Zeitpunkt der Entwicklung nur sehr wenige Daten über die neuen Reifen von Pirelli vorlagen, war es den Technikern fast unmöglich, das neue Paket optimal auf die Pneus abzustimmen. Bei den aktuellen Testfahrten vor dem Saisonstart kommt für manch ein Team das böse Erwachen.

"Es gibt wahrscheinlich mehr Überholmanöver", sagt Mark Webber und rückt damit den positiven Aspekt von stark abbauenden Reifen in den Vordergrund. Gegenüber 'Autosport' erklärt der Australier: "Man muss da auch vorsichtig sein. Bei unterschiedlichen Strategien und unterschiedlichem Umgang mit den Reifen kann es im Rennen mal sehr große Geschwindigkeitsunterschiede geben. Da kann einer vorbeiziehen und einfach so abhauen. Es wird kaum echte Zweikämpfe geben."

"Die Speedunterschiede werden extrem sein. Es wird also wohl viele Positionswechsel geben, aber ich weiß nicht, ob es wirklich spektakulär wird", meint der Red-Bull-Teamkollege von Weltmeister Sebastian Vettel. Immerhin habe er bei vorsichtiger Fahrweise über 40 Runden auf einem Satz Pirelli-Slicks hinbekommen, so Webber.

Viele Konkurrenten kamen auch bei allergrößter Vorsicht nicht auf eine solche Haltbarkeit. "Es ist ganz komisch", rätselt Lewis Hamilton. Der McLaren-Pilot wurde vom enormen Abrieb überrascht. Der Verschleiß sei noch höher als 2010 zum Rennstart mit voller Benzinlast. "Ich habe probiert, einen ersten langen Run ganz vorsichtig anzugehen, aber die Reifen sind ganz schnell abgenutzt. Man kann nichts dagegen tun."

"Beim zweiten Versuch war ich noch vorsichtiger - fast wie bei einer Einrollrunde. Es ging etwas besser, fühlte sich aber nicht an, als würde ich ein Rennauto fahren", klagt der Ex-Champion. "Mit diesen Reifen muss man wirklich langsam fahren, anstrengend wird es dabei nicht. Ich bin 90 Runden am Tag gefahren und hatte anschließend das Gefühl, dass ich noch einmal die gleiche Anzahl Runden hätte hinten dranhängen können."

Die Probleme mit den Pneus würden erst jetzt in Barcelona sehr deutlich, meint Hamilton: "Aber es lässt sich kaum einschätzen, wie viel davon wirklich von den Reifen abhängt und wie viel vom Auto." Es herrscht große Unsicherheit bezüglich der neuen Gummis. Dass die Slicks von Pirelli schnell abbauen, ist gewollt. "Aber die Pirellis sind auch im Regen nicht gut. Sie halten nicht lang und man ist im Vergleich zu den Bridgestones einfach langsam", meint Adrian Sutil.

"Wir haben es ausprobiert. Der erste Run war überhaupt nicht gut. Nach einigen Anpassungen hatten wir es dann im Griff. Aber bezüglich der Performance war das weit von dem entfernt, was wir vom vergangenen Jahr gewohnt sind", beschreibt der Deutsche. Er fügt schulterzuckend hinzu: "So ist es nun einmal. Die Reifen sind eben anders. Es ist eine neue Herausforderung, was nichts Schlimmes ist."

Die bisherigen Tests in Valencia, Jerez und Barcelona haben den Teams und Piloten ein präziseres Bild von der Reifensituation 2011 beschert. Man macht sich Sorgen. Mark Webber ordnet die Eindrücke aber vorsichtig ein. "Im vergangenen Jahr waren wir in Jerez furchtbar mit den Reifen unterwegs. Wir hatten das Gefühl, dass wir alle paar Runden wechseln müssten", sagt der Australier. "Aber beim ersten Rennwochenende war dann alles ganz anders. Wir hätten den ganzen Tag auf einem Satz fahren können."

Fotoquelle: xpb.cc

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