Not amused: Jarno Trulli ist kein Fan von immer neuen Formel-1-Regeländerungen

Formel 1 2011

— 22.02.2011

Trulli: "Die Formel 1 verändert sich viel zu oft"

Lotus-Fahrer Jarno Trulli steht den Neuerungen in der Formel 1 kritisch gegenüber und fordert eine langfristige Stabilität bei den Grand-Prix-Regeln

In den vergangenen Jahren wurde das Regelwerk der Formel 1 gleich mehrfach umgekrempelt, was nicht allen Beteiligten schmeckt. Lotus-Fahrer Jarno Trulli stört sich nämlich massiv daran, dass die Verantwortlichen immer wieder neue Bestimmungen erlassen, wonach die Teams unter großem Aufwand darauf reagieren müssen. Eine solche Herangehensweise sei nicht wirklich zielführend.

Diesen Ansatz vertritt Trulli im Gespräch mit 'Autosprint': "Die Formel 1 verändert sich viel zu oft. Ich sehe das so: Man sollte eine Diskussion mit allen Beteiligten abhalten, die sich über ein Jahr oder vielleicht sogar zwei Jahre hinziehen sollte, sofern das nötig wäre. Danach kann man durchaus revolutionäre Regeln einführen, wobei man halt über viele Jahre hinweg Stabilität haben sollte."

Kann der Fan den Entwicklungen noch folgen?

"Jede Veränderung beschert den Teams doch nur weitere Kosten", meint der 36-Jährige und fügt hinzu: "Die Topteams mögen sich das kurzfristig vielleicht leisten können, doch die kleinen Rennställe laugt das finanziell aus. Auch für die Zuschauer am Sonntag sind Veränderungen nicht gerade prickelnd." Als Fan müsse man sich schon sehr strecken, um alle Regelneuerungen zu erfassen.

"Man kann nicht alle diese Dinge wie das Nachtank-Verbot, die Anzahl der Boxenstopps, den F-Schacht oder KERS im Blick haben", sagt Trulli. "Kann man außerdem eine Leidenschaft für KERS entwickeln? Die Leute zuhause wollen den Sport doch verstehen", gibt der Formel-1-Routinier zu Protokoll. "Wenn wir die Regeln aber in jedem Jahr verändern, stiften wir damit nur Verwirrung."

So ist es nur wenig überraschend, dass Trulli den verstellbaren Heckflügel betont skeptisch betrachtet: "Können wir uns so sicher sein, dass wir wirklich mehr Überholmanöver sehen werden, wie alle Welt behauptet?", fragt der italienische Lotus-Pilot. "Ich würde erst einmal das erste Rennen abwarten, um zu verstehen, wie all das funktioniert. Noch habe ich mir diesbezüglich keine Meinung gebildet."

Trulli hält nicht viel von den Pirelli-Reifen

"Wir konnten dieses System schließlich noch nicht unter Rennbedingungen testen. Warten wir ab, wie es beim ersten Rennen ist. Dann werden wir schon sehen, ob wir es mit etwas Positivem zu tun haben oder ob es etwas ist, auf das wir auch verzichten könnten", hält Trulli fest. Eine gefestigte Meinung hat der 36-Jährige indes im Hinblick auf die neuen Formel-1-Reifen von Pirelli, die 2011 ihr Debüt geben.

"Ich denke, da fehlt noch etwas in der Entwicklung, denn die Reifen sind noch nicht ausbalanciert", meint Trullli. "Das ist in meinen Augen derzeit das größte Problem. Pirelli sagt, dass die FIA sie genau darum gebeten habe. Sie wollten, dass die Reifen rasch nachlassen. Das ist aber nicht das Problem, sondern meiner Meinung nach sekundär, wenn man die Schwierigkeiten mit der Balance bedenkt."

Als Rennfahrer sehe man sich auf dem Kurs einer überaus seltsamen Situation gegenüber, erklärt Trulli. Der Italiener schildert seine Erfahrungen: "Im Augenblick geht man auf die Strecke und hat einen Reifen, der zum Untersteuern tendiert. Nach ein paar Runden stellt sich genau das Gegenteil ein - man hat unglaublich viel Übersteuern." Und dieser Umstand will Trulli nicht so recht gefallen.

Fotoquelle: xpb.cc

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