Dunkle Wolken über Sepang: Bei Regen halten die Dächer nicht mehr

Formel 1 2011

— 24.02.2011

Malaysia: Der verlorene Glanz

Die Organisatoren in Sepang schlagen Alarm: Extremes Wetter und Singapur-Grand-Prix sorgen für rückläufige Zuschauerzahlen - Bald ein Nachtrennen?

Während die sich Formel-1-Szene jährlich am Flutlicht in Singapur erfreut, sehen die Organisatoren des Grand Prix von Malaysia bezüglich dieses Events in der "Nachbarschaft" schwarz. Das Nachtrennen in der asiatischen Metropole tat dem Grand Prix in Sepang überhaupt nicht gut. Malaysia rannten in den vergangenen Jahren die Zuschauer in Scharen weg, man schlägt mittlerweile Alarm.

"Singapur nebenan zu haben, hilft uns ganz bestimmt nicht", klagt Razlan Razali, Streckenchef des Sepang International Circuit (SIC) gegenüber der Agentur 'AFP'. Allerdings sei nicht das Nachtrennen allein für die rückläufigen Zuschauerzahlen verantwortlich. "Unser schärfster Rivale ist das Fernsehen. Viele Leute schauen sich das Rennen lieber gemütlich vom heimischen Sofa aus an."

Die Verantwortlichen in Malaysia hatten zuzletzt schon mit aggressiver Preispolitik auf die negative Tendenz reagiert. Man verkaufte die Formel-1-Eintrittskarten für 19 US-Dollar (umgerechnet knapp 14 Euro) - günstiger als an allen anderen Schauplätzen. Die Wirkung blieb bislang aus. Pro Tag können auf den Sepang-Tribünen 130.000 Fans Platz finden. Im vergangenen Jahr kamen beispielsweise aber nur 97.000 Menschen - an allen drei Tagen zusammen!

Der Grand Prix ist hoch defizitär. Noch schlimmer: Die Anlage muss dringend modernisiert werden. Über 40 Millionen Euro benötigt man, um beispielsweise die defekten Dachkonstruktionen der Tribünen zu sanieren. "Wenn es regnet, dann tropft es durch", sagt Razali. "Damit sind die Zuschauer natürlich nicht glücklich. Die Anlage ist damals in Rekordzeit gebaut worden. Man hat es damals nicht so genau genommen und die Wartung wurde auch vernachlässigt."

Wie die anstehende Sanierung des "zerfallenen Hauses" (Aussage von Bernie Ecclestone) finanziert werden soll, ist derzeit noch unklar. Der Staat bezahlt die teuren Antrittsgebühren der Formel 1 und scheint nicht gewillt, noch mehr Geld in die Strecke zu pumpen. "Wir schreiben Verluste, aber die ökonomischen Auswirkungen des Events sind enorm", erklärt Razali, der auf einer weitere Finanzspritze hofft.

Eines ist allen Verantwortlichen vor Ort klar: Es muss etwas passieren. Dringend sogar, denn sonst droht man die Formel 1 nach Ablauf des bis 2015 gültigen Vertrages zu verlieren. "Vor Ende der Vertragslaufzeit sollten wir mindestens ein Nachtrennen bekommen", sucht Razali Hoffnung im erfolgreichen Konzept des Singapur-Grand-Prix. "Dadurch könnten wir vielleicht wieder mehr Zuschauer bekommen. Nachts ist es nicht so heiß."

Fotoquelle: xpb.cc

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