Das "schwarze Gold" könnte laut Ross Brawn sogar Rennen entscheiden

Formel 1 2011

— 26.02.2011

Brawn: Reifen die "entscheidende Disziplin"

Mercedes-Teamchef Ross Brawn stellt sich darauf ein, dass die neuen Pirelli-Reifen maßgeblichen Einfluss auf die Formel 1 nehmen könnten

Der Umstieg von Bridgestone- auf Pirelli-Reifen könnte sich zu einem der prägenden Merkmale der Formel-1-Saison 2011 herauskristallisieren. Das hat sich schon bei den bisherigen Wintertests gezeigt, als die Pirellis teilweise schon nach einer Runde dramatisch abbauten - und dann nach einigen weiteren Runden erneut stark einbrachen.

Allerdings handelt es sich dabei nicht zwingend um ein Versagen des neuen Reifenherstellers, sondern die Teams haben sich schnell abbauende Pneus ausdrücklich gewünscht, weil sie glauben, dass dies der Spannung zuträglich sein kann - siehe Kanada 2010. Interessant ist aber, dass laut Ross Brawn besonders die Medium-Reifen (zweithärteste von vier Mischungen) für Schwierigkeiten sorgen und die Typen Supersoft, Soft und Hard berechenbarer sind.

Drei von vier Reifenmischungen ähnlich haltbar

Der Mercedes-Teamchef glaubt, dass die Formel 1 2011 "generell umdenken" muss: "Alle Reifentypen mit Ausnahme des Supersoft halten ungefähr gleich lang", erklärt er im Interview mit 'auto motor und sport'. "Mit dem harten kann man nicht viel länger fahren als mit der Mischung Soft. Der Abbau ist nicht linear. Wenn seine Zeit abgelaufen ist, dann bricht der Reifen von einer Runde auf die andere ein. Du musst dann an die Boxen fahren, weil du plötzlich vier Sekunden langsamer bist."

Laut Brawn wird der richtige Umgang mit den Reifen "die entscheidende Disziplin" der bevorstehenden Saison. Dafür gibt es seiner Meinung nach noch weitere Gründe: "In diesem Jahr haben wir keinen verstellbaren Frontflügel mehr. Damit sind wir in den Möglichkeiten, während des Rennens die Balance zu verstellen, stark eingeschränkt. Wenn dein Auto beim Start schlecht ausbalanciert ist, dann wird sich dieser Fehler potenzieren."

Mehr Arbeit bei den Boxenstopps?

"Viele werden beim Boxenstopp nicht nur Reifen wechseln, sondern auch Flügel und andere Dinge verstellen, um die Balance zu optimieren. Besser da ein bisschen Zeit herzuschenken, denn sonst landest du nirgendwo", weiß der Brite. "Absolute Priorität hat die Abstimmung des Autos für das Rennen, auch wenn es den einen oder anderen Startplatz kostet. Das holst du im Rennen locker wieder auf, wenn du dir einen Reifenwechsel schenken kannst."

Im vergangenen Jahr wurde der eigentlich als Überholhilfe gedachte verstellbare Frontflügel vor allem dazu genutzt, die Balance leicht zu korrigieren und damit auf abbauende Reifen zu reagieren. Doch mit der Einführung des verstellbaren Heckflügels wurde diese Möglichkeit eliminiert. Generell wird erwartet, dass es in der bevorstehenden Saison mehr Boxenstopps geben wird als 2010, als die Reifen manchmal haltbar genug gewesen wären, um die komplette Renndistanz zu überstehen.

Fotoquelle: xpb.cc

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