Dieter Zetsche (Daimler) und Khadem Al Qubaisi (Aabar) sind nun alleinige Chefs

Formel 1 2011

— 28.02.2011

Mercedes übernimmt 100 Prozent des Teams

Ross Brawn und seine Partner trennen sich auch von ihren letzten Anteilen, Daimler und Aabar sind damit alleinige Teilhaber des Mercedes-Teams

Schon seit 16. November 2009 halten Mercedes-Mutterkonzern Daimler und die Aabar Investments PJSC, seines Zeichens mit 9,1 Prozent größter Daimler-Einzelaktionär, eine 75,1-Prozent-Mehrheit am Mercedes-Formel-1-Team. Nun haben die beiden Unternehmen 100 Prozent erworben und damit die volle Kontrolle übernommen.

"Der Schritt zur Übernahme der verbleibenden 24,9 Prozent an Mercedes Grand Prix gemeinsam mit unserem Partner Aabar ist logisch", erklärt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Daimler und Aarbar sind gemeinsam, im Verhältnis 60:40, alleinige Eigner unserer Formel-1-Firma und unseres Silberpfeil-Werksteams. Dies schafft die Grundlage für ein langfristiges, erfolgreiches Engagement in der Königsklasse des Motorsports."

Viel Geld für Brawn und Kollegen

Daimler stockt seinen Anteil um 14,9 auf 60, Aabar um zehn auf 40 Prozent auf. Damit halten die bisherigen Anteilseigner des Management-Buyouts (Ross Brawn, Nick Fry, Nigel Kerr, Caroline McGrory, John Marsden und Gordon Blair) keine Beteiligungen mehr - sie wurden von Daimler und Mercedes ausbezahlt. Die ersten 75,1 Prozent brachten Brawn und Co. 110 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 130 Millionen Euro) ein. Wie viel für die nun verkauften 24,9 Prozent bezahlt wurde, ist nicht bekannt.

"Die Übernahme der restlichen 24,9 Prozent Anteile von Mercedes Grand Prix durch Daimler und Aabar sind ein weiterer Schritt zur Konsolidierung und Stärkung unseres Teams für die Zukunft", erklärt Brawn. "Motorsport, insbesondere die Formel 1, ist eine hochspezialisierte Industrie, und wir sind privilegiert, solche starken und verständnisvollen Partner wie Daimler und Aabar zu haben, die uns darin unterstützen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen."

Der 56-jährige Partner wird Mercedes jedoch auch ohne Anteile weiterhin als Teamchef zur Verfügung stehen, ebenso wie Fry und Co. nicht vorhaben, ganz auszuscheiden: "Das Management und ich bleiben unserem Team und allen unseren Mitarbeitern langfristig verpflichtet", bestätigt Brawn. "Wir alle freuen uns auf die Herausforderung, unser Team erfolgreich zu machen und mit Stolz Mercedes-Benz und die sportliche Tradition der Silberpfeile zu repräsentieren."

Laut Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche zeigt die Übernahme "unsere Entschlossenheit, das Formel-1-Engagement langfristig auf eine noch erfolgreichere Basis zu stellen. Unsere Unternehmensgründer haben vor 125 Jahren das Auto erfunden und der erste Mercedes war ein Rennwagen. Wir sehen unser Formel-1-Programm deshalb auch als wichtigen Bestandteil unserer Markengeschichte."

Daimler stärkt Formel-1-Engagement

"Mit der Übernahme der Kapitalmehrheit setzen wir mit unserem Silberpfeil-Team auch ein deutliches Signal, die große sportliche und technische Herausforderung auf der wichtigsten Bühne des Automobilsports zu meistern - und zwar zu kostengünstigen Konditionen", fügt der Deutsche an. Thomas Weber, Vorstandschef des Formel-1-Teams, ergänzt: "Es unterstreicht unser langfristig angelegtes Engagement in der Formel 1, der Königsklasse des Motorsports und der besten internationalen Plattform zur Demonstration unseres Wettbewerbswillens und unserer technischen Kompetenz."

"Diese Maßnahme wird die Kollegen von unserer MGP-Chassis- und HPE-Motorenseite noch enger zusammenführen und hilft damit, unser Team sukzessive zu einer siegfähigen Formel1-Mannschaft zu entwickeln", ist Weber überzeugt. "Wir erfüllen jetzt den Wunsch von Ross, sich völlig auf die komplexen technischen Herausforderungen der Formel 1 und auf seine Rolle als unser Teamchef zu konzentrieren." Brawn bereitet auf diese Weise seinen Rückzug vor, der in den nächsten Jahren über die Bühne gehen könnte.

Aabar-Chef Khadem Al Qubaisi erklärt: "Die gemeinsame Investition von Aabar und Daimler in Mercedes-Benz Grand Prix ist ein weiterer Beweis für unser starkes Engagement für den Formel-1-Sport and Aabars strategische Partnerschaft mit Daimler. Da Abu Dhabi sich verstärkt als anerkannter Gastgeber von internationalen Sportereignissen positioniert, besonders angesichts des fortgesetzten Erfolges des Abu-Dhabi-Grand-Prix, ist Aabar stolz, eines der erfolgreichsten Formel-1-Teams im Feld zu unterstützen. Aabar wünscht dem Team einen erfolgreichen Start in die Saison 2011."

Für den Rennstall aus Brackley geht damit eine langjährige Phase mit mehreren Eigentümerwechseln vorläufig zu Ende. Gegründet in den 1960er-Jahren als Tyrrell stieg das Team 1968 in die Formel 1 ein. Große Erfolge gelangen mit Jackie Stewart am Steuer. Vor der Saison 1999 übernahm British American Tobacco (BAT) die Kontrolle in Brackley, 2004/2005 dann der japanische Automobilhersteller Honda. Dieser zog sich Ende 2008 zurück. Nur durch eine von Brawn und Co. angeführte Rettungsaktion gelang 2009 ein Management-Buyout und schließlich der Verkauf an Mercedes.

Fotoquelle: Daimler

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