Neuer Partner: Der Red Bull RB7 wird bald Schriftzüge von Infiniti tragen

Formel 1 2011

— 01.03.2011

Bestätigt: Infiniti neuer Red-Bull-Partner

Der japanische Nissan-Ableger Infiniti ist neuer technischer Partner von Red Bull: Motoren werden auch 2011 Renault heißen - Phase zwei folgt ab 2013

Was sich in den vergangenen Tagen bereits deutlich angedeutet hatte, ist nun Gewissheit. Die japanische Novelmarke Infiniti wird ab sofort intensiv mit dem Formel-1-Weltmeisterteam Red Bull zusammenarbeiten. Allerdings wird der Nissan-Ableger (noch) nicht Namensgeber der Triebwerke, die nach wie vor aus dem Hause Renault kommen werden. Vielmehr handelt es sich im ersten Schritt um eine technische Partnerschaft und Marketing-Allianz.

"Red Bull hatte schon immer eine etwas andere Herangehensweise. Als die Infiniti-Verantwortlichen mit ihren Ideen an uns herantraten, standen wir einer möglichen Zusammenarbeit sehr offen gegenüber", kommentiert Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Nachdem wir im vergangenen Jahr beide Titel holen konnten, gehen wir nun gemeinsam mit unserem neuen Partner Infiniti voller Tatendrang in die Saison 2011."

Auf dem neuen Red Bull RB7 von Sebastian Vettel und Mark Webber wird der Schriftzug der japanischen Nobelmarke zu sehen sein. "Mittelfristig wollen wir Infiniti globaler Aufstellen und unsere Produktpalette erweitern. Bezüglich dieser Vorhaben gibt uns die Formel 1 die perfekte Bühne, um unsere Stärken darstellen zu können", sagt Infiniti-Vizepräsident Andy Palmer. "Wir sind sehr glücklich, dass wir mit einem Spitzenteam wie Red Bull in die Formel 1 kommen dürfen."

Die Auto-Achse: Renault, Nissan, Infiniti

In der Anbahnung der neuen Partnerschaft spielte Renault eine große Rolle. Die Franzosen sind zu 44,3 Prozent an Nissan beteiligt. Unter dem Label Infiniti bringt Nissan seit vielen Jahren Luxusautos auf den Markt. Die neue Partnerschaft mit Red Bull könnte somit eine Trendwende einleiten. Nachdem sich zuletzt mit Honda und Toyota zwei große japanische Hersteller aus der Formel 1 verabschiedet hatten, tritt nun mit der Nissan-Tochter endlich wieder eine Marke aus Japan an.

"Renault ist stolz auf die jüngsten Erfolge. Aber wir wissen, dass es zukünftig nur noch mit Kooperationen geht", kommentiert Renault-Formel-1-Boss Bernard Rey. "Einen solchen Partner wie Infiniti an Bord zu haben, kann die Arbeit an den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Formel 1 nur erleichtern. Es ist toll, dass wir Andy Palmer und seine gesamte Mannschaft in der Formel 1 dabei haben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit."

Angeblich hat Renault dem Weltmeisterteam die Infiniti-Partnerschaft auch finanziell schmackhaft gemacht. So wird man die weiterhin Renault genannten Formel-1-Treibwerke offenbar ab diesem Jahr kostenlos bekommen - immerhin ein Wert von rund acht Millionen Euro. Dieses Geld kann künftig in die technische Weiterentwicklung des RB7 fließen. "Gemeinsam mit Renault werden wir an der technischen Entwicklung von Red Bull arbeiten", heißt es in einer Infiniti-Erklärung.

Die japanische Marke wird bis 2013 optisch eher als Großsponsor auftreten. Der Schriftzug Infiniti soll nicht nur auf den Autos, sondern auch auf den Fahreroveralls und der Teamkleidung zu sehen sein. "Dieser Schritt erfolgt dank der globalen Bühne, die man in der Formel 1 hat", sagt Red-Bull-Teamchef Horner gegenüber 'Autosport'. "Außerdem ist es für die gesamte Szene einfach toll, dass endlich wieder ein japanischer Hersteller mit an Bord ist."

Ab 2013 geben die Japaner Vollgas

Interessant ist die mittelfristige Perspektive. Der Vertrag zwischen Renault und Red Bull läuft bis Ende 2012. Dann soll die neue Infiniti-Partnerschaft in die zweite Phase gehen. Beim Wechsel auf das neue Motorenreglement 2013 wird man dann wohl den Namen Infiniti mindestens als Triebwerkshersteller in der Formel 1 erleben. Für die Japaner ist das künftige Reglement sehr attraktiv.

Nissan gilt als Vorreiter in Sachen Elektroantrieb. Da passt es perfekt, dass ab 2013 mit neuer Motorenformel der Hybrid immer wichtiger wird. "Aus Sicht von Red Bull sind diese Aussichten entscheidend", sagt Horner. "Wir als Privatteam sind keine Spezialisten für Batterien oder KERS. Wir wollen uns auf das Design und den Bau eines Formel-1-Chassis fokussieren. Dass Nissan und Infiniti ihre Ressourcen mit einbringen können, ist natürlich fantastisch."

"Es gibt reichlich Ansatzpunkte für eine technische Zusammenarbeit", meint Andy Palmer. "Wir sind ein Autohersteller, haben also gute Möglichkeiten bezüglich analytischer Arbeit. Nissan ist führend bei Elektromobilen. In diesem Bereich ergeben sich natürlich tolle Chancen. Warten wir mal ab. Wir haben nun den ersten Schritt gemacht, und nun schauen wir weiter."

"Für Infiniti ist es wichtig, dass wir authentisch sind. Das Branding eines vorhandenen Motors wäre nicht authentisch", sagt Palmer zum Gerücht, der Renault-Motor im Heck des Red Bull könnte schon 2011 den Namen Infiniti tragen. "Renault wird also weiterhin als Partner auf der Motorenseite agieren. Wir selbst werden unsere Ideen eher bezüglich des Autos einbringen."

Fotoquelle: pacepix.com

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