Jenson Buttons sauberer Fahrstil könnte 2011 zu einem kleinen Vorteil werden

Formel 1 2011

— 01.03.2011

Reifen verschleißen schnell: Vorteil Button?

Auf den Spuren von "Professor" Prost: Kann "Reifenflüsterer" Jenson Button die Pirellis zu seinem Vorteil nutzen? Sebastian Vettel glaubt das nicht...

Der Weltmeister von 2009, Jenson Button, gilt als einer der wenigen Piloten, die einen besonders reifenschonenden Fahrstil pflegen. Weil sich bei den bisherigen Wintertests herausgestellt hat, dass die neuen Pirelli-Pneus extrem schnell abbauen, entstand in den vergangenen Wochen die Theorie, dass besonders "Reifenflüsterer" wie Button von der neuen Situation profitieren könnten.

"Jenson hat einen fast schon demonstrativ sauberen Fahrstil", bestätigt McLaren-Geschäftsführer Jonathan Neale gegenüber 'The Flying Lap'. "Im Vorjahr haben wir einige Male erlebt, dass er mit einem weichen Reifen unterwegs war und aus diesem mit großer Wirkung Lebensdauer rauskitzelte. Um zu sagen, ob er das mit den neuen Reifen wiederholen kann, ist es noch ein bisschen früh, aber es stimmt, dass seine Reifen aufgrund seines Fahrstils gut halten."

Hamilton ganz anders als Button

Teamkollege Lewis Hamilton ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil seines Landsmannes: "Lewis ist ein sehr dynamischer und aufregender Fahrer, der das Auto wirklich pusht. In Monaco stimmt er das Auto zum Beispiel auf die optimale Balance ab, aber im Qualifying schaltet er dann das Differenzial aus, um richtig rutschen zu können. Das ist dort halt die schnellste Fahrweise", charakterisiert Neale den zweiten McLaren-Piloten.

Doch wie viel kann ein "Reifenflüsterer" tatsächlich bewirken? Bei den Wintertests hatten Button und Co. genauso mit dem Pirelli-Verschleiß zu kämpfen wie andere auch. "Als Fahrer kannst du vielleicht zwei Runden mehr rausholen, mehr nicht", winkt Force-India-Testpilot Nico Hülkenberg bei 'Servus TV' ab. Vielmehr sei es im Moment noch reine Glückssache, wenn ein Reifensatz einmal etwas länger hält als sonst.

Bei McLaren kennt man die Situation mit unterschiedlichen Fahrstilen im Team gut, denn mit Prost/Senna verhielt es sich 1988/89 ähnlich wie derzeit mit Button/Hamilton. Neale: "Ich glaube, jeder Fahrer muss sich an die neuen Reifen anpassen. Das ist aber nicht schlecht, denn das hat mit Fahrkönnen zu tun. Ich persönlich glaube, dass wir bei McLaren diesbezüglich gut aufgestellt sein werden, denn wir haben zwei Weltmeister in den Cockpits."

Auf den Spuren des "Professors"

Ähnlich wie Button heute war Alain Prost damals dafür bekannt, besonders schonend zu fahren. Das war in den 1980er-Jahren Gold wert, denn auf diese Weise hatte er gegen Rennende, wenn die anderen schon Reifen und Benzin sparen mussten, oft noch ein paar Pfeile im Köcher. Der vierfache Weltmeister wurde wegen dieses intelligenten Fahrstils "Professor" genannt. Heute führt so eine Herangehensweise aber nicht mehr zwingend zum Erfolg.

"In der großen Ära der Helden wie Prost konnte er sich damals sagen: 'Jungs, ihr fahrt mal in Ruhe, aber am Ende kriege ich euch noch!' Am Ende hat er sie wirklich bekommen", erklärt Sebastian Vettel bei 'Servus TV'. "Das wäre schön, denn dann würde der, der am Anfang ein bisschen mehr mit den Reifen haushalten kann, belohnt werden. Ich glaube aber, das Problem ist, dass die Reifen nach einer gewissen Anzahl von Runden einfach kaputt gehen, egal was der Fahrer macht."

Fotoquelle: xpb.cc

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