Die neuen Pirelli-Reifen mussten bereits einiges an Formel-1-Kritik einstecken

Formel 1 2011

— 03.03.2011

Whitmarsh: "Der Job des Reifenherstellers ist undankbar"

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh nimmt die Reifenlieferanten von Pirelli in Schutz und fordert die Rennfahrer zu etwas mehr Fingerspitzengefühl auf

Die Fahrer und Teams der Formel 1 konnten sich im Rahmen der bisherigen Testfahrten ausführlich mit den neuen Pirelli-Reifen auseinander setzen, doch die italienischen Pneus wussten nicht immer zu überzeugen. Schon nach den ersten Runden stellten die Piloten einen hohen Reifenverschleiß fest und wetterten in Richtung Pirelli. Martin Whitmarsh sieht diese Angelegenheit indes entspannter.

"Wir beschweren uns über den hohen Verschleiß, aber wir sagen nicht, dass der Reifen fantastischen Grip hatte, als er neu war", wird der britische McLaren-Teamchef von 'Motor Sport' zitiert. "Der Verschleiß kann nämlich nur hoch sein, wenn der Grip am Anfang hoch war. Rennfahrer und Teams müssen sich also vielleicht ein bisschen gewählter ausdrücken", gibt Whitmarsh zu Protokoll.

"Es ist sehr einfach, aus dem Auto zu steigen und zu jammern, dass die Reifen in acht Runden hinüber waren." Genau darauf habe man es ja abgesehen, betont der Vorsitzende der Teamvereinigung (FOTA). "Wir wollen Reifenwechsel-Boxenstopps und wir wollen Autos, die in unterschiedlichen Phasen auf der Strecke mit den Reifen zu kämpfen haben. Das gehört zur Show."

"Schon immer", wie Whitmarsh hinzufügt. "Bridgestone war ein großartiger Formel-1-Partner, aber in meiner Position innerhalb der FOTA habe ich in den vergangenen Jahren Druck auf sie ausgeübt, mehr Risiko mit den Reifen einzugehen. Das taten sie dann auch." Die Öffentlichkeit bekomme davon aber nichts mit, denn "wenn die Reifen zu langweilig sind, machen wir hinter den Kulissen Dampf."

"Schimpfen tun wir allerdings öffentlich, wenn die Pneus zu rasch abbauen. Der Job eines Reifenherstellers ist da leider sehr undankbar", meint Whitmarsh und bricht eine Lanze für Pirelli, die sich in einer Presseaussendung zur jüngsten Kritik äußern: "Der höhere Verschleiß ist eine Eigenschaft, die von den Teams und den Veranstaltern gefordert wurde, um die Show zu verbessern."

"Dabei handelt es sich um eine Chance für den Sport und nicht um ein Problem", stellen die Italiener heraus. "Man muss auch sagen: Bei den Wintertests waren wir nicht in optimalen Bedingungen unterwegs - sowohl, was die Temperaturen als auch was die Streckenbedingungen anbelangt. Hoffentlich haben wir in der kommenden Woche in Barcelona etwas bessere Verhältnisse."

Beim letzten Formel-1-Gruppentest des Winters sollen die Teams die Gelegenheit haben, "die wahre Leistung unserer Reifen auszuloten", heißt es beim neuen Reifenlieferanten der "Königsklasse". Man wolle sich den Bemerkungen der Rennställe in keinem Fall verschließen: "Wir werden weiterhin sehr eng mit den Teams zusammen arbeiten und ihrem Feedback große Aufmerksamkeit schenken."

Fotoquelle: xpb.cc

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