Lewis Hamilton muss seinen Fahrstil an die neuen Pirelli-Reifen anpassen

Formel 1 2011

— 05.03.2011

Hamilton: "Formel 1 ist langsamer geworden"

Weil die neuen Pirelli-Reifen so stark verschleißen, ist die Formel 1 insgesamt langsamer geworden - Das findet Lewis Hamilton und hat keinen Spaß daran

Für die Saison 2011 gibt es mit KERS und dem verstellbaren Heckflügel zwei Neuerungen, doch die Pirelli-Reifen werden den größten Einfluss auf die Boliden haben. Welches Team und welcher Fahrer das schwarze Gold am besten über die Distanz bringt, wird am Ende jubeln dürfen. Im Gegensatz zu den anderen Topteams ist McLaren die Wintertestfahrten anders angegangen. Beim ersten Test in Valencia rückten die Chrompfeile noch mit dem alten Modell aus, während die Konkurrenz bereits mit den neuen Boliden ihre Runden drehte.

Nach insgesamt elf Testtagen macht McLaren nicht den stärksten Eindruck. Aber selbst für die Piloten ist das Kräfteverhältnis schwierig einzuschätzen, denn für Lewis Hamilton ist die Königsklasse generell langsamer geworden. "Man muss im Auto etwas mehr nachdenken, aber die Formel 1 scheint langsamer geworden zu sein."

"Über eine Renndistanz sind die Autos langsamer. Im vergangenen Jahr mussten wir die Reifen mit vollem Benzintank haltbar machen", wird Hamilton vom 'Guardian' zitiert. "Jetzt sind wir noch langsamer. An einem Tag war ich schrecklich langsam. Um ehrlich zu sein, hat das überhaupt keinen Spaß gemacht."

Der Grund dafür sind die neuen Pirelli-Reifen. Mehrere Piloten haben sich bereits beklagt, dass man um mehrere Sekunden langsamer fahren muss, damit die Pneus zumindest einige Runden halten. Die körperliche Belastung ist für den Fahrer dadurch auch niedriger. Wenn man bedenkt, dass die Asse um Tausendstelsekunden kämpfen und plötzlich um Sekunden langsamer fahren müssen, dann ist das eine ganz andere Welt.

Hamilton beschreibt das folgendermaßen: "Bei einem Versuch waren die Reifen nach neun Runden fertig, bis auf die Karkasse abgefahren. Ich glaube nicht, dass ich dabei hart attackiert habe. Beim nächsten Versuch bin ich es dann ruhiger angegangen. Es war wie eine Aufwärmrunde, aber der weiche Reifen hat nur für 15, 16 Runden gehalten."

Aufgrund der bisherigen Testerkenntnisse wird es in den Rennen aller Voraussicht nach wieder mehr Boxenstopps geben. "Über die Jahre muss man seinen Stil ändern und sich anpassen. Gleichzeitig muss man den Speed und die Aggressivität beibehalten", sagt Hamilton aus Fahrersicht. "Wie wir mit den Reifen umgehen, ist nun der größte Schritt."

"Die Regeln bringen die Teams näher zusammen. Damit wird das Feld konkurrenzfähiger, wenn auch nicht extrem konkurrenzfähig. 2007 und 2008 waren die Teams sehr schnell und haben sich gegenseitig an der Spitze angetrieben. Die Autos wurden jetzt etwas eingebremst. Vielleicht ist es jetzt ausgeglichener."

Bisher hatte McLaren mit diversen Kleinigkeiten am MP4-26 zu kämpfen. Im Vergleich mit Ferrari und Red Bull hat das britische Traditionsteam viel weniger Kilometer abgespult. Jenson Button schätzt die Roten aus Maranello stark ein. "Und sie sind zuverlässig. Sie haben an einem Tag 140 Runden abgespult und wir nur 55. Ein großer Unterschied."

"Sie sind in einer starken Position, aber ich weiß nicht, wie schnell sie wirklich sind. Fernando Alonso hat seine schnellste Runde in Barcelona auf der superweichen Reifenmischung gefahren. Man kann sich ihre Longruns ansehen und sagen, dass sie konstant sind. Sie müssen also genug Abtrieb haben. Sie sehen stark aus."

Aber auch Red Bull hat Button auf der Rechnung. "Es ist so wie im vergangenen Winter. Sie haben damals nicht unglaublich stark ausgesehen, aber beim ersten Rennen waren sie extrem schnell. Dann folgen mehrere Autos. Toro Rosso sieht sehr konkurrenzfähig aus. Sie haben tolle Arbeit geleistet. Renault ist einen Schritt dahinter, selbst Force India... Es gibt viele schnelle Boliden."

Fotoquelle: pacepix.com

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