2011 ist eine entscheidende Saison in der Karriere von Sebastien Buemi

Formel 1 2011

— 06.03.2011

Buemi: "Im Moment sieht es positiv aus"

Sebastien Buemi steht vor einer entscheidenden Saison - Nach den bisher positiven Testergebnissen fühlt sich der Toro-Rosso-Pilot stärker denn je

Die Saison 2011 wird ein Entscheidungsjahr für Sebastien Buemi. Der Schweizer startet sein drittes Jahr in der Formel 1. Gute Leistungen müssen folgen, sonst könnte es auch das letzte Jahr gewesen sein. Red-Bull-Junior Daniel Ricciardo wird an den Freitagen im Toro Rosso sitzen und lauert auf seine Chance. Auch Jaime Alguersuari war in der abgelaufenen Saison manchmal stärker als Buemi und gilt nicht mehr als Rookie.

Der 22-Jährige weiß, was für ihn auf dem Spiel steht: "Es wird definitiv eine wichtige Saison für mich, denn ich möchte große Verbesserungen zeigen. Ich möchte beweisen, dass ich ein Team vorwärts bringen kann. Ich möchte erfolgreich sein. Die Zukunft hängt ebenfalls an dieser Saison."

"Man möchte natürlich immer besser sein. Es ist auch die Philosophie des Teams, nicht stehen zu bleiben. Wenn man in der Formel 1 nicht schnell genug ist, dann wird man dort auch nicht bleiben", wird Buemi von 'Autosport' zitiert. "Ich glaube auch, dass Red Bull wirklich gut ist, denn sie verstehen, was gut oder falsch läuft. Sie können die richtigen Entscheidungen treffen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung laufen wird."

Wie jeder Formel-1-Pilot ist Buemi vom Material abhängig. 2008 hat Toro Rosso sensationell mit Sebastian Vettel den Klassiker in Monza gewonnen. Der italienische Ableger der Bullen lag damals auch in der Endabrechnung vor Red Bull. 2010 wurde das österreichische Team Weltmeister, während Toro Rosso zu kämpfen hatte. Aufgrund der Regeln mussten die Italiener das Auto erstmals selbst bauen. Als 2009 noch eine enge technische Bindung zu Red Bull bestand, sind aber auch nicht gleich alle Entwicklungsteile nach Faneza geflossen.

"Wir haben Dinge bekommen, aber immer etwas später. Red Bull konnte die Teile sehr schnell entwickeln, während wir das nicht konnten. Zum Beispiel haben wir für einen Unterboden sieben Wochen gebraucht. Sie konnten das innerhalb einer Woche bewerkstelligen. Manchmal haben wir drei Entwicklungsschritte nicht mitgemacht, aber dann den vierten. Bei einigen Rennen waren wir nicht gut, aber dann konnten wir sofort wieder in die Punkte fahren."

Toro Rosso kann entwickeln

Speziell im vergangenen Jahr konnte Toro Rosso die Entwicklung nicht kontinuierlich mitgehen. Der F-Schacht hatte beispielsweise nie wirklich funktioniert. Ein klares Handicap. "Es war eine interessante Saison, denn zum ersten Mal war das Team auf sich alleine gestellt und musste das Auto selbst bauen", blickt Buemi zurück. "Wir wussten, dass es schwierig werden würde, denn eigentlich war es ein Übergangsjahr. Ich habe mehr erwartet, weshalb ich mit den Resultaten nicht zufrieden war."

"Ich möchte Fortschritte sehen. Wir müssen immer die Punkteränge anvisieren. Es ist nicht nur der Fahrer, aber auch nicht nur das Auto. Es ist eine Kombination aus verschiedenen Dingen. Ich habe acht Punkte geholt und Jaime fünf. Wir haben viel gelernt und haben die Details analysiert, damit wir noch besser und konkurrenzfähiger werden. Wir haben einige Änderungen vorgenommen. Da es ein neues Jahr ist, hoffen wir auf eine starke Saison."

Toro Rosso kann mit Giorgio Ascanelli auf einen erfahrenen Mann zählen. Der Technikdirektor arbeitete in seiner langen Karriere bereits für Ferrari, McLaren und Benetton. Buemi findet, dass sich die Arbeit des Italieners auszahlen wird. "Toro Rosso hat eine gute Infrastruktur und gute Leute. Wenn man ein Team innerhalb von sechs Monaten aufbauen muss, dann braucht das seine Zeit."

"Im vergangenen Jahr war das Auto mehr oder weniger das 2009er-Modell. Wir haben aber einige Verbesserungen vorgenommen, auch wenn wir es nur an die 2010er-Regeln angepasst haben. In diesem Jahr ist es komplett anders. Das Team hatte wirklich Zeit, um sich über 2011 Gedanken zu machen. Wir sind in Details gegangen und haben hart gearbeitet. Wir sollten alle Zutaten haben, damit wir schnell sind. Oder es entwickelt jemand etwas komplett neues."

"Ich bin sehr glücklich mit den Verbesserungen", sagt Buemi nach den positiven Testfahrten. "Wir haben nicht das beste Auto, aber es scheint nach oben zu laufen. Wir wollen konkurrenzfähig sein. Im Moment sieht es positiv aus, aber wir müssen abwarten was das Auto leisten kann."

Enge Zusammenarbeit mit Ferrari

Technisch gesehen unterscheidet sich Toro Rosso von Red Bull. Die Italiener bauen ihr eigenes Getriebe und beziehen das KERS von Ferrari. Das Energierückgewinnungs-System hat bereits 2009 gut funktioniert. Davon erhofft sich Buemi einen Vorteil. "Es ist gut, dass wir das System von Ferrari haben. Wir haben eine enge Partnerschaft mit Ferrari. Den Motor verwenden wir nun seit ein paar Jahren, also kennen wir sie gut. Zwei weitere Ingenieure arbeiten für uns und betreuen das KERS. Das sind alles Kleinigkeiten, aber wenn sie funktionieren, dann werden wir Erfolg haben."

Selbst wenn diese Details gut arbeiten, sind die neuen Pirelli-Reifen ein großer Faktor bezüglich der Konkurrenzfähigkeit. "Wenn man weiß, wie das Auto arbeitet und die Reifen versteht, dann weiß man auch, wie man die Abstimmung anpassen muss. Man kann KERS und den verstellbaren Heckflügel richtig einsetzen. Es wird nicht einfach sein, diese Dinge bis zum ersten Rennen zum Arbeiten zu bringen."

"Um ehrlich zu sein, waren die Regeln im vergangenen Jahr nicht schön. Ein Boxenstopp war der schnellste Weg. Die Strategiemöglichkeiten waren reduziert. Wenn wir zwei oder drei Boxenstopps haben, dann wird es strategisch wieder interessanter." Wie sich die Situation mit den neuen Reifen wirklich darstellen wird, werden erst die ersten Rennen zeigen.

Buemi hat kein Problem mit Ricciardo

Da Ricciardo am Freitag im Cockpit sitzen wird, müssen Buemi und Alguersuari abwechselnd beim ersten Training zusehen. Der Schweizer sieht kein Problem bei der verlorenen Trainingszeit. "Um ehrlich zu sein, man tut nicht sehr viel und die Strecke ist außerdem schmutzig. Wir werden auch eine Vergleichsmöglichkeit haben. Daniel war im Red Bull sehr schnell, aber nun muss er es bei Toro Rosso zeigen. Er sitzt natürlich im gleichen Auto. Also ist das gut für das Team, denn sie wissen wie er sich schlägt."

Vor der neuen Konkurrenz hat Buemi keine Angst. Im Gegenteil fühlt er sich vor der neuen Saison besser denn je: "Ich fühle mich stärker, denn ich kann zum richtigen Zeitpunkt eine schnelle Runde fahren. Ich finde auch die Abstimmung schneller, also verliere ich dabei keine Zeit. Die Rennen sind auch einfacher für mich, denn ich verstehe die Unterschiede der Reifen besser."

"Die kleineren Vorderreifen haben mir nicht geholfen, denn ich bevorzuge einen größeren Reifen, mit dem man in den Kurven härter attackieren kann. 2009 wurde ich nur zweimal von Sebastien Bourdais geschlagen und war immer vor Jaime. Im vergangenen Jahr habe ich gegen Ende der Saison Probleme gehabt, denn Kleinigkeiten haben nicht so funktioniert. Er hat die Lücke daher geschlossen. Ich möchte immer schneller sein. Ich will zeigen, dass ich viel schneller als er bin."

Fotoquelle: pacepix.com

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