McLaren wartete mit einer ungewöhnlich aussehenden Frontpartie auf

Formel 1 2011

— 08.03.2011

Barcelona: McLaren-Innovation Höhepunkt des Tages

Nicht die Bestzeit von Mark Webber, sondern die McLaren-Nase war der Star des ersten Testtags in Barcelona - Nick Heidfeld musste krank aussteigen

Von wegen Hosen runter: Wesentlich weniger spektakulär als erhofft begann heute in Barcelona der vierte und letzte offizielle Test dieses Formel-1-Winters. Zwar markierte Mark Webber (Red Bull) gleich am Vormittag einen neuen 2011er-Rekord für den Circuit de Catalunya, aber wirklich aufgedeckt wurden die Karten wohl noch bei keinem Team.

So waren dann auch nicht die Rundenzeiten, sondern eine technische Innovation des McLaren-Teams Gesprächsthema Nummer eins: Der MP4-26 war heute phasenweise mit einem merkwürdig anmutenden "Knubbel" auf der Frontpartie ausgestattet, von dem auf jeder Seite zwei dünne Metallstreben zu den Außenpartien des Frontflügels führen. Über Sinn und Zweck dieser Konstruktion ist noch nichts Genaues bekannt.

Red-Nose-Day bei McLaren

"Die Nase, die wir beim Barcelona-Test einsetzen, ist Teil eines langfristig angelegten Entwicklungspakets, das wir evaluieren", lässt ein McLaren-Sprecher auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' ausrichten. Verwirrung kam auf, weil Jenson Button und Lewis Hamilton in einem YouTube-Video gerade eine Aktion mit ähnlich aussehenden Nasen für den Red-Nose-Day promoten, aber: "Das ist purer Zufall", versichert das britische Team.

Auf der Strecke war Button (+0,366) dann einer der wenigen Gegner, die halbwegs mit Webber (1:22.544 Minuten) mithalten konnten. Auch die Boxenstoppübungen ("Meine Jungs scheinen in Form zu sein!") verliefen positiv, doch ein technisches Problem mit dem Auspuff machte am Vormittag eine Rennsimulation schon nach 13 Runden zunichte. Dafür erlebte Testfahrer Gary Paffett im Simulator in Woking eigenen Angaben nach einen produktiven Tag.

Webber bewies indes, dass der Red Bull nicht nur auf eine Runde schnell ist, sondern auch im Longrun, als er am Nachmittag fast 20 Umläufe am Stück zwischen 1:27 und 1:32 Minuten abspulte - was zu dem Zeitpunkt angesichts der zwischendurch immer wieder schlechteren Streckenbedingungen durchaus konkurrenzfähig war. Die kleinen Regenschauer machten Zeitenvergleiche allerdings noch schwieriger als sonst.

Heidfeld leidet an Erkältung

Fünfter wurde mit bereits 2,191 Sekunden Rückstand Kubica-Ersatzmann Nick Heidfeld, der zu Mittag aussteigen musste: "Ich bin ein bisschen krank und habe mich im Auto nicht wohlgefühlt", so der Renault-Pilot, für den am Nachmittag sein Teamkollege Witali Petrow (3./+0,393) einsprang. "Außerdem sind wir sowieso vier Tage lang hier, also raste ich mich heute lieber ein wenig aus und teste dann am Ende noch einmal eineinhalb Tage."

Zwischen den beiden Renault-Piloten landete Sauber-Rookie Sergio Perez (+1,573) auf Platz vier. Als die Session um punkt 17:00 Uhr wegen einer roten Flagge abgebrochen wurde, führte er die Zeitentabelle sogar an, doch alleine im letzten Sektor jener Runde hatte er zwei Sekunden gewonnen. Das ließ sofort darauf schließen, dass der junge Mexikaner die letzte Schikane nicht regelkonform genommen, sondern abgekürzt hat.

Sauber mit überarbeitetem Auto

"Die Zeit war unmöglich", bestätigt Technikchef James Key gegenüber 'auto motor und sport'. "Sergio hatte ein langsames Auto vor sich und hat die Strecke abgekürzt. Wenn er die Runde normal gefahren wäre, hätte es eine 1:23.8 Minuten ergeben." Sauber erlebte aber bis auf ein Hydraulikleck einen positiven Testtag mit dem überarbeiteten Paket für diese Woche. Besonders auffällig sind die neuen Kühlkamine auf den Seitenkästen. Auch ein neuer Frontflügel kam heute zum Einsatz.

Der Testbetrieb, der so knapp vor dem ersten Rennen auch aus vielen Boxenstopp- und Startübungen bestand, wurde übrigens nicht nur vom zwischenzeitlichen Nieselregen und den niedrigen Temperaturen beeinträchtigt, sondern auch drei rote Flaggen sorgten für Unterbrechungen. Gleich nach einer Stunde erwischte es Sebastien Buemi (8./+3,460), bei dem sich ein Teil löste, das einen Schaden am Chassis verursachte und einen langen Reparaturstopp bedingte.

Kurz vor der Mittagspause drehte sich dann Davide Valsecchi ins Kiesbett, kurz vor Ende der Session sein AirAsia-GP2- und Lotus-Teamkollege Luiz Razia. Valsecchi spulte 50 Runden ab und war auch deutlich schneller als Razia, belegte überraschend den guten siebten Platz. Bei Force India (mit KERS, aber nur bis zur Mittagspause) testete indes Nico Hülkenberg (9./+3,486), der auf Stammfahrer Paul di Resta (6.) eine Sekunde einbüßte.

Pirelli hofft vergebens auf Hitze

Was die Pirelli-Reifen angeht, so blieb der erhoffte Aha-Effekt aus: "Leider sind die Temperaturen nicht viel höher als beim letzten Mal. Heute Morgen hatten wir acht Grad, am Nachmittag zwölf - das hilft uns natürlich nicht dabei, viel über die Reifen zu lernen", seufzt Sportchef Paul Hembery. "Uns wären 25 Grad recht gewesen, was für die Saison gesehen ohnehin schon der untere Bereich ist. Unter 20 Grad beträgt die Temperatur bei einem Rennen nur einmal alle zwei Jahre."

Dass die Reifen sogar im kühlen europäischen Winter so schnell verschleißen, macht ihm aber keine Sorgen: "Andersrum wäre es beunruhigender gewesen", so der Brite. "Denn wenn wir hierhergekommen wären und alles hätte bestens funktioniert, dann hätten wir wahrscheinlich bei 40 bis 45 Grad Probleme bekommen." Zur Verfügung stehen diese Woche übrigens die Gummimischungen Soft und Hard - genau wie bei den ersten drei Saisonrennen.

Fotoquelle: xpb.cc

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