Zwei Männer, zwei Meinungen: FIA-Chef Todt und Formel-1-Boss Ecclestone

Formel 1 2011

— 17.03.2011

Ecclestone fürchtet die kommenden 1,6-Liter-Turbos

Bernie Ecclestone hat regelrecht Angst vor dem neuen Motorenreglement ab 2013: "Das Fernsehen wird sich abwenden" - Mangelnde Soundkulisse könnte schmerzhaft werden

Bezüglich der Formel 1 stimmen die Interessen von Vermarkter und Automobil-Weltverband FIA nicht immer überein. Beispiele dafür gibt es reichlich. Selten wird der Konflikt jedoch dermaßen deutlich wie beim Thema Motoren. Die FIA hat die Einführung von 1,6-Liter-Turbos ab 2013 beschlossen. Promoter Bernie Ecclestone bekommt angesichts dessen regelrecht die Panik.

"Ich bin entschieden gegen die Einführung der neuen Motorenformel", erklärt Ecclestone der Agentur 'AAP'. Er betrachte den Wechsel zu kleinvolumigen Triebwerken als reine PR-Maßnahme, um die Formel 1 etwas "grüner" darzustellen. "Das muss doch nicht sein", wettert der Formel-1-Boss. "Wenn so etwas wirklich so wichtig ist, dann sollen sie es bei Tourenwagen umsetzen. Diese Änderung wird unseren Sport hart treffen."

"Ich spreche weltweit mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Es sind Sponsoren darunter, aber auch Promoter und Journalisten. Unter dem Strich steht immer, dass zwei Dinge für die Formel 1 wirklich wichtig sind: Ferrari und der Sound", sagt Ecclestone. "Die Menschen lieben den Sound der Autos. Wer vorher nie bei einem Formel-1-Rennen war, ist zu allererst vom Geräusch begeistert."

Mehrere "Formel-1-Neulinge" hätten ihm diesen Eindruck bestätigt. Die Soundkulisse werde stets als beeindruckendes Merkmal der Königsklasse genannt. "Auch von Frauen", sagt Ecclestone. "Frauen lieben den Sound der Formel 1." Mit allen Mittel versucht der 80-Jährige auf die Verantwortlichen der FIA einzuwirken. Die neue Motorenformel soll überdacht, oder zumindest aufgeschoben werden.

"Es ist reine PR, hat mit der Formel 1 nichts zu tun", meint der Formel-1-Vermarkter. "Ich bin sicher, dass wir an den Strecken viele Zuschauer verlieren werden. Auch das Fernsehen wird sich abwenden", malt Ecclestone ein düsteres Bild. Er werde das Gespräch mit FIA-Präsident Jean Todt suchen. "Er muss die Formel 1 nicht vermarkten. Wir sind diesbezüglich wirklich im Clinch."

"Wir haben doch schon KERS, um der Formel 1 eine grüne Note zu verpassen. Jetzt kommt also noch etwas anderes. Das muss nicht sein", sagt Ecclestone. Der Brite steht mit seinem Wunsch nach größeren - und lauteren - Motoren nicht allein da. Auch Ferrari will vom kleinen Turbomotor nichts wissen. Die Hoffung der FIA, mit dem neuen Reglement würden neue Hersteller kommen, erfüllte sich bisher nicht. VW erteilte der Formel 1 eine Absage.

Fotoquelle: xpb.cc

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