Nico Rosberg überrascht mit einem unkonventionellen Fitnessprogramm

Formel 1 2011

— 17.03.2011

Rosberg: Mit Zirkusübungen zum ersten Sieg?

Warum Nico Rosberg bei seinen Saisonvorbereitungen auf zirkusreife Übungen setzt und wieso er sich Selbstzweifel zugesteht

Kürzlich hatte sich Weltmeister Sebastian Vettel darüber beklagt, dass viele Menschen die sportlichen Höchstleistungen der Formel-1-Piloten nicht anerkennen. Jetzt tritt sein Landsmann Nico Rosberg den Beweis an, welch vielfältige Fertigkeiten man als Rennfahrer tatsächlich benötigt, um im beinharten Konkurrenzkampf zu bestehen.

Um sich für die Saison 2011 zu rüsten, setzt Michael Schumachers Mercedes-Teamkollege auf ein äußerst unkonventionelles Trainingsprogramm. Er spielt Memory im Liegestütz, fängt Tennisbälle, die sein Physiotherapeut aus dem Hintergrund gegen eine Wand wirft, jongliert mit den Bällen, während er auf dem Einrad fährt. Doch wozu das Ganze? "Das Zusammenspiel von verschiedenen Übungen ist ein gutes Training, weil ich auch im Auto oft mehrere Dinge gleichzeitig machen muss", erklärt der 25-Jährige. "Ich brauche gute Reaktionen und ich muss mir viel unter Anstrengung merken."

Selbst Zirkusartist ist beeindruckt

Wie bemerkenswert Rosbergs Kunststücke wirklich sind, kann nur ein Profi beurteilen. "Diese Übungen sind nicht ohne", meint Steve Eleky, seines Zeichens Jongleur beim Circus Krone in München, gegenüber 'Bild': "Einrad fahren und gleichzeitig jonglieren, das dauert drei Monate, bis man es richtig kann. Ich bin beeindruckt."

Doch auch Krafttraining gehört für Rosberg dazu: Der Wiesbadener hat in Monaco eine eigene Trainingsmaschine, um die Hals- und Nackenmuskulatur zu stärken. Sie erinnert an ein Formel-1-Cockpit und ähnelt dem Gerät, dass Jacques Villeneuve und sein damaliger Physiotherapeut Erwin Göllner schon zu Williams-Zeiten zu Trainingszwecken nützten. Laufen und Radfahren runden das intensive Programm ab.

Warum Rosberg so intensiv trainiert

"Viele Leute fragen mich, warum man beim Fahren überhaupt fit sein muss. Die denken, man muss einfach nur das Lenkrad drehen", kennt auch Rosberg die Vorurteile, mit denen Vettel konfrontiert wurde. "Es kommen erst mal die ganzen Fliehkräfte, die Hitze im Helm, da kommt keine Luft rein. Genau hinter mir ist der Tank mit dem 70 Grad heißen Benzin. Das alles macht es im Cockpit sehr anstrengend. Und der fittere Fahrer hat dann einen Vorteil."

Ein weiteres Vorurteil über Rennfahrer lautet, dass sie auch privat nicht langsam fahren können. Der Sohn von Formel-1-Legende Keke Rosberg gibt gegenüber 'TV Spielfilm' zu: "Ich bin auch gern schnell unterwegs, minimiere aber mein Risiko neben der Rennstrecke, um die Karriere nicht zu gefährden". Auf das Skifahren verzichtet er aus dem gleichen Grund. Auf Selbstzweifel allerdings nicht: "Nur wer seine Entscheidungen hin und wieder infrage stellt, kann sich verbessern."

Fotoquelle: Mercedes

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