Der Schein trügt: In puncto Speed gehört der neue VJM04 noch nicht zu den Besten

Formel 1 2011

— 19.03.2011

Force India setzt auf Ankommen

Force India sieht sich im engen Mittelfeld starker Konkurrenz ausgesetzt und zählt in Melbourne auf den Faktor Zuverlässigkeit - Paul di Resta mit Grand-Prix-Debüt

Das Force-India-Team geht mit hohen Erwartungen in die am kommenden Wochenende in Melbourne beginnende Formel-1-Saison 2011. Für die Truppe rund um Teamchef Vijay Mallya wird es die vierte Saison unter indischem Banner sein. Nach Platz sieben in der Konstrukteursweltmeisterschaft im Vorjahr beabsichtigt das Team mit Adrian Sutil und Paul di Resta in den Cockpits nun den nächsten Schritt in Richtung Spitze gehen zu können.

In puncto Zuverlässigkeit ist der neue VJM04 bereits gut dabei. Mit knapp 5.500 während der Wintertests zurückgelegten Kilometern rangiert Force India auf Platz fünf der fleißigsten Teams.
Allerdings kamen nicht bei allen Testfahrten sämtliche neuen Systeme zum Einsatz. Speziell mit der reibungslosen Funktionsweise von KERS hatte die Truppe in Spanien zuweilen noch Probleme. Damit steht Force India jedoch nicht allein da.

Sutil jedenfalls sieht den größeren Nachholbedarf derzeit in Bezug auf die reine Geschwindigkeit. Während die direkte Konkurrenz von Sauber und Toro Rosso wiederholt mit schnellen Rundenzeiten auf sich aufmerksam machen konnte, gelang ähnliches den Force-India-Piloten im Verlauf der zurückliegenden Wochen noch nicht.

"Wir haben ein zuverlässiges Auto, was sicherlich positiv ist", bestätigt der Deutsche. "Das sollte uns in den ersten Rennen zugute kommen. Wir brauchen allerdings noch etwas Zeit, um den Wagen in vollem Umfang zu verstehen. Daher erwarte ich anfangs einige schwierige Rennen bis wir noch etwas mehr Speed aus dem Auto herausholen können."

Sutil rechnet mit Punkten, di Resta bescheiden

Mit Blick auf den Saisonauftakt in Australien setzt Sutil ganz klar auf Ankommen. "Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn man das erste Rennen des Jahres beenden kann. In Melbourne kann man davon ausgehen, in den Punkterängen zu landen, wenn es gelingt, die Zielflagge zu erreichen."

Im weiteren Verlauf der Saison sieht der 28-Jährige Steigerungen kommen. Speziell vom diesjährigen technischen Reglement erwartet er sich die eine oder andere Überraschung im Feld, von der er profitieren möchte. "Die neuen Regeln sind ziemlich interessant. Auf den Fahrer kommt mehr Arbeit zu. Ich muss sagen, mir gefallen die Neuerungen", sagt Sutil und ergänzt: "Uns stehen einige spannende Rennen bevor."

Teamkollege di Resta geht mit anderen Vorzeichen in die Saison. Für den Schotten markiert der Grand Prix von Australien 2011 das Debüt in der Königsklasse. Nachdem er sich ursprünglich auf Bahrain als Bühne für sein erstes Formel-1-Rennen eingestellt hatte, blickt er nach der Absage des Wüstenrennens nun voller Vorfreude auf den Grand Prix auf dem Fünften Kontinent: "Die Strecke in Melbourne hat mir schon im vergangenen Jahr eine Menge Spaß bereitet. Zudem ist es eine tolle Stadt", so der letztjährige Force-India-Testfahrer.

Hülkenberg gespannt, Mallya überzeugt

Konkrete Ziele in Form von Ergebnissen hat sich der Schotte für den Auftakt nicht gesetzt. "Ich gehe unvoreingenommen an die Sache heran und möchte mich einfach auf meinen Job konzentrieren. Anhand unserer Fortschritte am Freitag und Samstag werde ich besser einschätzen können, was im Rennen für uns möglich sein wird."

Nico Hülkenberg wird als Dritter Fahrer des Teams ebenfalls in Melbourne vor Ort sein. Der Deutsche fand im Zuge der Wintertests eigener Aussage zufolge schnell einen guten Draht zu seinem neuen Umfeld, nachdem er Ende der vergangenen Saison bei seinem bisherigen Arbeitgeber Williams trotz guter Leistungen keine Berücksichtigung mehr fand.

Für den Beginn seines neuen Abenteuers bei Force India erhofft er sich "einen guten Start ins Wochenende für das gesamte Team", wie er sagt. "Im Mittelfeld geht es sehr eng zu. Es ist daher nahezu unmöglich vorherzusagen, wo wir wirklich stehen." In erster Linie freut sich Hülkenberg natürlich auf das erste Freie Training am Freitag, wenn er selbst im Cockpit des VJM04 wird Platz nehmen dürfen.

Von der diesjährigen Besetzung der Force-India-Cockpits mit Sutil, di Resta und Hülkenberg ist auch Teamchef Mallya überzeugt: "Wir gehen in diesem Jahr mit Fahrern an den Start, die hungrig sind, den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu gehen. Adrian ist einer der konstantesten Fahrer im Feld. Es freut uns sehr, dass er bereits die fünfte Saison für uns bestreitet. Paul konnte schon im Vorjahr dank seiner hervorragenden Simulatorarbeit einen wichtigen Beitrag zum Gesamtauftritt des Teams leisten. Dazu kommt Nico, der es in seiner Rookie-Saison direkt auf die Pole-Position geschafft hat."

Fotoquelle: Force India

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