Bei den Tests nicht schnell: Geht es bei Marussia-Virgin wirklich bergauf?

Formel 1 2011

— 21.03.2011

Marussia-Virgin: Gedämpfte Erwartungen vor Melbourne

Im Team von Marussia-Virgin erwartet man keine großen Sprünge beim Saisonauftakt: Absage von Bahrain spielte den Briten in die Karten

Mit einem bislang nicht allzu beeindruckenden MVR-02, dem Formel-1-Neuling Jerome D'Ambrosio und einem frisch operierten Timo Glock geht Marussia-Virgin am kommenden Wochenende in die neue Saison. Die zurückliegenden Testfahrten zeigten den Neuwagen der Briten zwar zuverlässiger im Vergleich zum Vorjahresmodell, wirklich schnell war man aber nicht.

"Wir freuen uns sehr auf Saisonstart in Australien", sagt Teamchef John Booth. Der Brite weiter: "Natürlich war es schade, dass Bahrain abgesagt wurde, aber alle Zeichen deuten darauf hin, dass es definitiv die richtige Entscheidung war. Tatsache ist, dass wir bei einem pünktlichen Saisonstart in Bahrain einen Ausfall hätten verkraften müssen, denn Timo hatte seine Blinddarm-Operation."

"Glücklicherweise ist er für das kommende Wochenende wieder fit. Die kurzfristige Terminänderung im Formel-1-Kalender hat uns sicherlich in die Karten gespielt", meint Booth. Die Erwartungen bei Marussia-Virgin sind seit den eher bescheidenen Ergebnissen der Wintertests zurückhaltend. "Man kann kaum etwas sagen. Einen ersten Stand sehen wir am kommenden Freitag im ersten Training", sagt der Teamchef.

"Sicher sagen kann ich aber, dass wir als Rennteam ganz anders aufgestellt sind. Im Vergleich zum Vorjahr ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht", so der Brite. Man habe aus den Fehlern im Debütjahr gelernt, nun den Schwerpunkt verlagert. "Damals haben wir zu früh auf Performance geschielt. Darunter hat die Zuverlässigkeit gelitten", analysiert Booth.

Bessere Standfestigkeit als 2010?

"In diesem Jahr kommen wir zum Saisonstart und haben 4.642 Testkilometer absolviert. Dadurch haben wir eine viel zuverlässigere Basis, auf die wir nun aufbauen können", erklärt der Teamchef von Marussia-Virgin. "Vom Speed her werden die ersten Rennen schwierig. Ich bin aber sicher, dass uns die Zuverlässigkeit auf lange Sicht besser hilft. Wir sind für den weiteren Saisonverlauf dann in einer besseren Position."

"Ich freue mich darauf, dass wir nun deutlich bessere Abläufe bei der Vorbereitung des Rennwochenendes haben können. Der Albert Park beherbergt eine tolle Rennstrecke. Dort gab es schon richtig interessante Rennen. Ich wünsche mir, dass wir dort ein gerechtes Ergebnis einfahren können", so Booth, der sich mit konkreten Vorhersagen und Ansprüchen zurückhält.

"Es ist immer eines der besten Rennen der Saison. Melbourne ist eine guter Schauplatz für den Saisonauftakt", meint Glock, der sich von seiner Blinddarm-OP schnell erholt hat. "Ich kann es kaum noch erwarten, dort auf die Strecke zu gehen. Es ist die erste Gelegenheit, das wahre Kräfteverhältnis zu entdecken. Das wird für alle Teams sehr interessant."

"Die Strecke ist nicht ganz einfach", erklärt der Odenwälder, der nun am Bodensee lebt. "Es ist ein Straßenkurs. Nur langsam kommt Gummi auf die Piste. Am Freitag ist die Strecke immer sehr rutschig. Es ist ein Stop-and-Go-Kurs, daher ist der Bremsenabrieb ein wichtiger Faktor. Der Asphalt ist recht wellig, außerdem das Wetter oft unbeständig. In jeder Session kann es wieder ganz anders sein."

D'Ambrosio vor seinem Formel-1-Debüt

"Diese Kombination von toller Strecke und variablen Bedingungen sollten uns einen feinen Saisonstart bescheren", meint Glock. Zu seiner zwischenzeitlichen Erkrankung meint der 29-Jährige: "Die vergangenen drei Wochen waren alles andere als ideal. Ich wichtige Testfahrten verpasst. Weil ich im Winter gut an der Fitness gearbeitet habe, war die Pause nicht ganz so schlimm. Insgesamt bin ich ganz zufrieden."

Glock hat es in dieser Saison mit einem neuen Teamkollegen zu tun. Lucas di Grassi bekam keine Vertragsverlängerung bei den Briten, der Belgier Jerome D'Ambrosio ergatterte den Platz. "Jetzt steht es vor der Tür. Ich kann mein erstes Rennen in Melbourne kaum noch erwarten", sagt der Rookie. "Es ist komisch. Ich bin seit September im Team, habe vier Freitagssessions und fünf Tests bestritten. Trotzdem habe ich erst jetzt mein echtes Formel-1-Debüt."

"Bisher waren es arbeitsreiche Wochen, aber ich fühle mich mittlerweile richtig wohl und freue mich auf den Saisonstart. Der kommende Sonntag wird ein großer Tag für mich", erklärt der Belgier. "Ich habe die bestmögliche Vorbereitung genossen, durfte viele Testkilometer abspulen. Ich habe mich im Simulator ganz speziell auf Melbourne vorbereitet, auch an der Fitness gearbeitet. Ich bin bereit. Über Melbourne habe ich schon viele tolle Dinge gehört, jetzt will ich sie selbst entdecken."

Fotoquelle: xpb.cc

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