Williams will möglichst vielen Teams das Heck des FW33 im Rennen zeigen

Formel 1 2011

— 21.03.2011

Williams: Vorfreude und Spannung vor dem Saisonstart

Keine konkreten Kampfansagen aus dem Hause Williams: Rubens Barrichello gespannt, Pastor Maldonado aufgeregt, Sam Michael erwartungsfroh

Williams erstaunte die Formel-1-Szene im Winter mit dem neuen FW33. Am Heck des neuen Boliden ging man extreme Wege, baute ein extrem schlankes Getriebe und erreichte dennoch die nötige Steifigkeit. Der Wagen entpuppte sich in der Wintertests zwar als schnell, aber recht unzuverlässig. Rubens Barrichello und Rookie Pastor Maldonado standen oft an Streckenrand oder Box. Häufig waren Probleme mit KERS die Ursache.

Das Hybridsystem ließ das Team aufgrund der Probleme bei den letzten Tests in Barcelona links liegen, um zuverlässig Kilometer abspulen zu können. Beim anstehenden Saisonstart in Melbourne soll das System aber an Bord sein. "Bei allen herrscht gleich doppelte Spannung, denn eigentlich hätten wir schon ein Rennen hinter uns gehabt. Es war schön, dass ich noch ein paar zusätzliche Tage daheim mit der Familie verbringen konnte", sagt Barrichello vor dem Auftakt in Australien.

Barrichello geht in 19. Saison

"Jetzt freue ich mich schon auf den Start des ersten Saisonrennens. Es ist immer ein besonderer Moment, wenn alle in die Startaufstellung fahren und noch niemand Punkte auf dem Konto hat", so der erfahrene Brasilianer, der in seine 19. Formel-1-Saison startet. Am 14. März 1993 hatte Barrichello beim Grand Prix von Südafrika in Kyalami am Steuer eines Jordan-Hart debütiert. 18 Jahre später hat er die Lust am Sport noch längst nicht verloren.

"Ich fantasiere immer bezüglich möglicher Szenarien etwas herum", lacht Barrichello, der immer noch vom Titel in der Königsklasse träumt. "Aber ich bleibe lieber mit den Füßen auf dem Boden und konzentriere mich auf das bevorstehende Rennen. Ich freue mich sehr auf den Start in Australien", sagt der Grand-Prix-Veteran, der im Mai 39 Jahre alt wird. Barrichello ortete bei den Wintertests noch einige Baustellen am neuen Williams-Cosworth FW33.

Der Formel-1-Dauerbrenner bekommt es in diesem Jahr mit einem Neuling aus der südamerikanischen Nachbarschaft zu tun. Der Venezolaner Pastor Maldonado wird am kommenden Sonntag sein Debüt in der Königsklasse feiern. "Ich bin für meine erste Saison in der Formel 1 mehr als bereit", sagt der amtierende Champion der GP2 selbstbewusst. Maldonado hatte während der Wintertestfahrten einen guten Eindruck hinterlassen - auch im vergangenen November am Steuer des HRT.

"Ich war noch nie in Melbourne, bin aber aufgrund der vielen Tests gut vorbereitet. Außerdem habe ich die Strecke im Simulator geübt", sagt der Rookie. "Jetzt freue ich mich einfach darauf, dort wirklich fahren zu dürfen. Das wird aufregend." Der Neuling setzt sich gleich ambitionierte Ziele. Mit dem FW33 peilt Maldonado die Top 10 an - mindestens: "Ich möchte ein solides Ergebnis einfahren, am besten ein paar Punkte holen."

Fragezeichen bei Reifen und KERS

"Melbourne ist ein typischer Straßenkurs", bringt Williams-Technikchef die Eigenheiten des Parcours im Albert Park auf den Punkt. "Es wird interessant, dort erstmals mit den Pirelli-Reifen zu fahren, auch wenn die Belastungen für die Pneus dort geringer sind als auf vielen der Teststrecken, auf denen wir zuletzt unterwegs waren." Die große Frage wird sein, wie lange die italienischen Reifen halten. Man rechnet mit zwei bis drei Boxenstopps im Rennen.

"Die Strecke verbessert sich im Verlauf des Wochenende immer weiter, weil sie eigentlich fast ausschließlich aus öffentlichen Straßen besteht", erklärt Michael. Für den australischen Techniker ist der Auftakt in Melbourne von besonderer Bedeutung: Heimspiel. "Zu Beginn ist es sehr rutschig, mit zunehmendem Gummibelag baut sich auf der Ideallinie immer mehr Grip auf. In den Trainings werden auch Dreck und Ölrückstände von der Bahn gefahren."

"Der FW33 ist für das erste Rennen der Saison gut vorbereitet", sagt Michael, aber verschweigt die Probleme mit der Zuverlässigkeit im Rahmen der Tests. "Bezüglich der Aerodynamik haben wir den Stand vom letzten Test in Barcelona, plus einige neue Entwicklung, die wir am Freitag in Melbourne ausprobieren werden. Der Fokus in den ersten Rennen liegt natürlich - wie immer - auf Performance, aber auch auf Zuverlässigkeit."

"Wir werden endlich sehen, wo wir in der Hackordnung stehen", sagt der Williams-Technikchef. Sein Team spulte bei den Tests in Spanien nur 4.980 Kilometer ab, Rang acht in der Statistik der Testlaufleistungen. Nach eigener Aussage konnte man die KERS-Probleme aussortieren, aber es bleiben dennoch Fragezeichen. Immerhin ist der Cosworth-Motor noch nie im Rennen mit Hybrid gefahren. "Insgesamt freuen wir uns sehr, dass es jetzt endlich wieder mit den Rennen losgeht", seht Michael den Grand Prix herbei.

Fotoquelle: Williams

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