Bei den Testfahrten war der MP4-26 langsam und unzuverlässig

Formel 1 2011

— 21.03.2011

McLaren will mit radikalen Umbauten eine Sekunde finden

Nach den problematischen Testfahrten baut McLaren den MP4-26 radikal um - Teamchef Martin Whitmarsh erhofft sich davon einen Gewinn von einer Sekunde

McLaren hatte von den Spitzenteams die größten Probleme bei den Wintertestfahrten. Der neue MP4-26 war nicht besonders schnell und blieb oft mit technischen Problemen liegen. Im Vergleich zu Ferrari und Red Bull haben die Chrompfeile signifikant weniger Runden abspulen können. In den vergangenen Jahren haben die Techniker in Woking gezeigt, dass sie während der Saison aufholen können.

So wurde auch in den vergangenen Wochen fieberhaft an Verbesserungen gearbeitet. Teamchef Martin Whitmarsh erhofft sich von den neuen Teilen eine Steigerung von einer Sekunde. "Ich bin mit der Zuverlässigkeit und der Performance des Autos bei den Testfahrten überhaupt nicht zufrieden. Wir haben fundamentale Änderungen vorgenommen, die wir in Australien sehen werden."

"Das birgt natürlich gewisse Risiken, aber ich glaube, es ist richtig das zu tun. Hoffentlich zahlt sich das Risiko aus und das Auto ist in Australien viel konkurrenzfähiger", hofft der Teamchef. "Wir haben einen komplett neuen Unterboden und ein neues Auspuffsystem. Es gibt noch einige andere Kleinigkeiten, die logisch sind und die Leute in Australien sehen werden."

An den Auspuffsystemen feilen alle Teams und sind mit teilweise komplett neuen Ideen bei den Tests aufgekreuzt. Bei McLaren hat die erste Version nicht optimal funktioniert. "Ich würde sagen, dass es eine einfachere Version als vorher ist. Ich glaube, die Auspuffsysteme sind bei einigen Autos sehr extrem geworden, und ich glaube, wir im speziellen hatten eine sehr komplexe Lösung."

Diese hat auch zu Zuverlässigkeitsproblemen geführt. "Sie haben aber nicht die Leistung gebracht und nicht den Vorteil, wenn man die Komplexität berücksichtigt", so Whitmarsh. Trotz all der Probleme ist der Brite von dem Auto überzeugt. Selbst Pilot Lewis Hamilton ist der Meinung, dass das Auto prinzipiell nicht schlecht ist, aber eben noch zu langsam und zu unzuverlässig ist.

"Das Auto ist im Grunde kein schlechtes Fahrzeug. Wir müssen noch das Potenzial der Auspuffströme ausloten", schätzt Whitmarsh. "Wir hatten einige sehr kreative Ideen. Einige davon hätten sehr gut funktionieren können. Damit sie aber wunderbar funktionieren, müssen sie haltbar sein, damit man sie im Rennen einsetzen kann."

"Ehrlich gesagt, war das bei einigen Lösungen nicht der Fall. Deshalb mussten wir einen Schritt zurück machen. Dabei haben wir aber interessante Performance gefunden." Die neuen Umbauten werden ohne Testfahrten in Melbourne auf die Strecke gehen. Ein Risiko, aber McLaren verfügt über einen exzellenten Simulator.

Paffet im Simulator

Testpilot Gary Paffett ist ständig im McLaren-Technologiezentrum in Woking, wie er auf 'Twitter' schreibt: "Ein früher Start in den Tag. Ich bin auf dem Weg in die Fabrik, um einen Tag im Simulator zu verbringen. Wir werden uns auf den Australien-Grand-Prix am kommenden Wochenende vorbereiten. Es liegt eine aufregende Woche vor mir."

Sein Chef erwartet einen schwierigen Saisonauftakt. "Es wird ein herausforderndes Wochenende, aber hoffentlich können wir bei der Leistung eine Sekunde finden. Man will nach einem Test so etwas nicht tun, aber es war die richtige Entscheidung. Falls sie das nicht war, übernehme ich die Verantwortung", spricht Whitmarsh die umfassenden Umbauten an.

Wo McLaren in der Hackordnung derzeit steht, ist schwer vorherzusagen. Selbst mit den umfassenden Veränderungen will Whitmarsh keine Prognose abgeben. Im vergangenen Jahr hat Jenson Button im Albert Park gewonnen. Das ist auch 2011 das Ziel. "Ich kann keine Vorhersage machen, aber das Ziel sind immer Rennsiege. Ich sage nicht vorher, dass wir gewinnen werden, aber wir peilen den Sieg an."

Fotoquelle: pacepix.com

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