Marc Surer ist auch 2011 bei allen Formel-1-Rennen im 'Sky'-Einsatz

Formel 1 2011

— 22.03.2011

Surer: "Ich würde auf Alonso setzen"

'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer über das vermeintliche Kräfteverhältnis in der neuen Saison: "Die üblichen Verdächtigen sind vorne" - Wieviel fehlt McLaren?

15 Testtage haben die Formel-1-Teams (Ausnahme: HRT) im Winter absolviert. Insgesamt legten die Boliden über 60.000 Kilometer auf spanischen Strecken zurück. Offensichtlich wurde, dass es in der neuen Saison viele Ungewissheiten bezüglich der neuen Pirelli-Reifen geben wird. Das Kräfteverhältnis lässt sich bisher kaum einschätzen - es fehlen die Informationen.

"Die Teams untereinander können es aber zumindest ein bisschen abschätzen. Da höre ich, dass die üblichen Verdächtigen vorne sind", sagt 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer, der beste Verbindungen in der gesamten Szene pflegt. Die "üblichen Verdächtigen" sind Red Bull und Ferrari, die sich bei den Tests zuverlässig und schnell präsentierten.

"Wenn wir von den üblichen Verdächtigen sprechen, fehlt eigentlich McLaren in dieser Liste. Die sind weiter hinten", erklärt der frühere Formel-1-Pilot. Die britische Mannschaft um Lewis Hamilton und Jenson Button hinkt hinterher, muss in den kommenden Wochen dringend nachlegen. McLaren hat bereits angekündigt, zum Auftakt in Melbourne eine konventionelle Auspuff-Variante zu bringen, die eine Sekunde schneller sein soll.

Aus Sicht von Surer reicht es für das bisherige Topteam zu Beginn der Saison nicht einmal zur "Zweiten Liga" innerhalb der Königsklasse. "Ich sehe da Mercedes, Renault - und dann kommen eigentlich schon Williams und Toro Rosso", meint der Experte, der beispielsweise Force India auf einem absteigenden Ast vermutet. Auch Adrian Sutil hatte sich nach den Tests äußerst zurückhaltend geäußert.

Ein großes Fragezeichen steht derzeit hinter Sauber. Es gab glanzvolle, aber auch mäßige Testauftritte. Bei den abschließenden Probefahrten konnte Rookie Sergio Perez recht nahe an die absolute Bestmarke von Michael Schumacher (1:21.2 Minuten) heranfahren. "Diese Zeit war echt", hieß es vom Schweizer Team. Sogar Landsmann Surer schüttelt aber etwas ratlos den Kopf.

"Perez im Sauber ist 1:21.7 Minuten gefahren. Wenn das die beste Runde von beiden war und Schumacher nur um eine halbe Sekunde schneller ist als ein Neuling, dann ist entweder Sauber so gut oder die Mercedes-Zeit doch nicht so sensationell", analysiert der Fachmann, der auch 2011 jedes Formel-1-Rennen für 'Sky' kommentiert. "So gesehen fand ich diese Bestzeit nicht so überragend."

Am kommenden Freitag wird man in den ersten Trainingssessions in Melbourne erste Anhaltspunkte bekommen, konkret wird es am Samstag im Qualifying. Aber selbst dort muss man die Rundenzeiten mit Vorsicht genießen. "Die Taktik ist wichtiger als die Startposition", kündigt Ferrari-Teamboss Stefano Domenicali an. Sein Team hatte sich genau auf ein solches Szenario vorbereitet.

"Bei den Tests hat man gesehen, dass Ferrari extrem darauf aus war, konstante Renndistanzen zu üben. Sie sind kaum schnelle Runden gefahren", sagt Surer. "Ich glaube, sie haben die Zeichen der Zeit erkannt, dass man die Qualifikation zwar auch meistern muss, aber die Renndistanz mit diesen Reifen wichtiger ist. Von der Vorbereitung her habe ich die Tendenz bemerkt, dass Ferrari mehr auf das Rennen schaut."

Auch Red Bull war auf lange Distanz bei Testfahrten gut, aber Ferrari im Schnitt noch einen Hauch konstanter. Dies ist ein Grund, warum Surer bei den Italienern Vorteile sieht. "Ich würde auf Alonso setzen", sagt der Schweizer. In Maranello habe man schon 2010 einen Aufwärtstrend eingeleitet. "Sie haben sich verstärkt, haben mit Pat Fry einen Ingenieur von McLaren geholt und mit Neil Martin den Strategen von Red Bull. Ich denke, dass sie gut aufgestellt sind."

Natürlich kommt der amtierende Weltmeister Sebastian Vettel als ernsthafter Konkurrent von Alonso in Betracht. "Ich habe das Gefühl, dass er sehr relaxt an die Sache herangeht", sagt Surer. Er sei sicher, dass Vettel auch 2011 wieder vor Mark Webber landen werde. "Er hat ein, zwei Zehntel drauf, die er Webber jederzeit überbraten kann", so der Schweizer. Dass er dies im vergangenen Jahr nicht immer umgesetzt habe, lag womöglich an der Anspannung. "Jetzt schüttelt er es einfach aus dem Ärmel."

Warum Vettel dann nicht als Topfavorit? "Auf Vettel tippen doch alle", lacht der Experte, der mit dem Heppenheimer sympathisiert. "Ich hoffe, dass er den Titel bestätigen kann. Das ist schon öfter passiert, dass jemand zweimal hintereinander Weltmeister geworden ist. Wenn ein Team mal oben ist, bleibt es oft auch eine Weile oben. Das würde ich Sebastian gönnen, aber wenn alle auf ihn tippen, wäre mir das zu einfach..."

Fotoquelle: Sky

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