Anthony Hamilton war über Jahre hinweg Dauergast in der McLaren-Box

Formel 1 2011

— 23.03.2011

Hamiltons Vater: "Hätte vorher aufhören sollen"

Anthony Hamilton, Vater und langjähriger Manager von Lewis Hamilton, offenbart wie er die Trennung ein Jahr später sieht - Nachwuchsförderung auf vollen Touren

Die Trennung Lewis Hamiltons von seinem Vater Anthony, der ihm knapp 20 Jahre lang nicht von der Seite gewichen ist in der Stunde des größten Triumphs - dem Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft 2008 - nicht nur stolzer Vater, sondern auch Manager von Lewis war, kam für viele überraschend. Sowohl für den Vater wie für den Sohn war es ein schmerzhafter Moment, als sie vor einem Jahr entschieden, fortan getrennte Wege zu gehen.

Wie Hamilton Sen. betont, war es nichtsdestotrotz eine einvernehmliche Trennung. "Es war unsere beiderseitige Entscheidung", so der Vater des McLaren-Mercedes-Piloten gegenüber dem 'Telegraph'. "Wir hatten bereits weit im Vorfeld darüber gesprochen. Letzten Endes ist es allerdings nicht so über die Bühne gegangen, wie ich es mir gewünscht hätte", gesteht er mit Blick auf die Tatsache, dass die beiden in den Wochen und Monaten danach kein Wort miteinander gesprochen haben.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen und die Wogen haben sich etwas geglättet. "Es war hart", gibt der ältere Hamilton rückblickend offen zu und ergänzt: "Das war aber absehbar. Es musste irgendwann passieren. Tatsache ist, dass ich irgendwann mein Leben wiederhaben wollte. Ich habe 18 Jahre damit verbracht, sicherzustellen, dass Lewis seine große Gelegenheit nicht verpasst."

Kombination von Faktoren führte zur Trennung

In all den Jahren sah er sich wie jeden anderen Vater dieser Welt, der für seinen Sohn nur das Beste wollte. "Hatte ich immer Recht?", so Hamilton fragend. "Nicht immer, aber ich glaube behaupten zu können, dass dies zumindest in den meisten Fällen so war. Wenn nicht, habe ich daraus gelernt." Unterm Strich ging es ihm stets darum, dass Lewis Erfolg hat und dass die Menschen, die an ihn glaubten, stolz waren.

Vermutungen, wonach die Beziehung seines Sohnes mit der Popsängerin Nicole Scherzinger der Grund für die Trennung gewesen sein könnte, lässt Anthony Hamilton nicht gelten "Es war eine Kombination mehrerer Faktoren. Die Fernbeziehung der beiden war nur ein Teil davon", sagt er und fügt an: "Nicole tut Lewis gut."

Unterm Strich war es einfach die Phase des Erwachsenwerdens und die Tatsache, dass sie gemeinsam alles erreicht hatten, die nach Meinung des Vaters zur Trennung beigetragen hat. "Wir haben zusammen unseren Traum erreicht. Lewis musste dafür aber viele Opfer bringen. Er konnte nie die Dinge tun, die andere Teenager tun", erkennt Hamilton heute und gesteht, dass er im Laufe des vergangenen Jahres viel gelernt hat.

Den richtigen Zeitpunkt verpasst

Rückblickend hätte er sich gewünscht, seine Managerrolle unmittelbar nach dem Titelgewinn in Sao Paulo 2008 aufzugeben. "Ich bin ein Jahr zu lang dabei geblieben. Das war mein größter Fehler", gesteht Hamilton. Er habe gewusst, dass sein Sohn in diesem Moment alles erreicht hatte. Dennoch ist er die Saison 2009 über, als es sportlich nicht gut lief, an seiner Seite geblieben, da er - ganz der Vater - nicht zu einem Zeitpunkt aufhören wollte, als die Dinge weniger rosig aussahen.

Angesprochen auf sein heutiges Verhältnis zu Lewis antwortet der ältere Hamilton: "Wir haben in letzter Zeit viel Zeit miteinander verbracht. Er kann mich nach wie vor jederzeit um Rat fragen." Dennoch sie die Situation inzwischen eine andere als damals. Früher habe er die Kontrolle gehabt, nun liege es an Lewis, anzurufen, wenn er ein Problem hat.

Inzwischen managt Hamilton die Karriere von Paul di Resta, der am kommenden Wochenende in Melbourne für Force India sein Debüt in der Königsklasse gibt. Im Zuge seiner neuen Aufgabe wird er künftig wieder öfter an den Formel-1-Rennstrecken dieser Welt zu sehen sein.

Nachwuchsförderung auf vollen Touren

Doch di Resta ist nicht der einzige Pilot, um dessen Karriere sich Anthony Hamilton inzwischen intensiv kümmert. Der 20-jährige Brite Luciano Bacheta, der in diesem Jahr im Formel-Renault-Eurocup an den Start geht und der 16-jährige Niederländer Nyck de Vries können ebenfalls auf seine Unterstützung als Manager zählen. De Vries gehört zum McLaren-Nachwuchsprogramm, aus dem einst auch Lewis Hamilton hervorging.

Darüber hinaus liegt ihm natürlich der eigene Sohn Nicolas am Herzen. Der 19-jährige Bruder des aktuellen Formel-1-Stars nimmt in diesem Jahr trotz seiner Behinderung seine erste Rennsaison im britischen Renault-Clio-Cup in Angriff. Nicolas Hamilton leidet an zerebraler Kinderlähmung, geht jedoch auf beeindruckende Art und Weise mit diesem Schicksal um. "Das ist eine inspirierende Geschichte", bestätigt der Vater. "Nicht nur für behinderte Menschen, sondern für jeden, der einen Traum hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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