Fünf Männer vor dem Saisonstart der Formel 1: Die Spannung steigt

Formel 1 2011

— 24.03.2011

Wort für Wort: Die erste Pressekonferenz 2011

Fernando Alonso, Mark Webber, Kamui Kobayashi, Rückkehrer Narain Karthikeyan und Rookie Pastor Maldonado über Testerfahrungen und Saisonerwartungen

Das Formel-1-Fieber steigt immer weiter. Einen Tag vor den ersten offiziellen Sessions im Albert Park in Melbourne saßen am Donnerstag fünf Piloten in der Pressekonferenz der FIA. Die Titelkandidaten Mark Webber und Fernando Alonso beantworteten ebenso die Fragen wie Sauber-Pilot Kamui Kobayashi, Formel-1-Rückkehrer Narain Karthikeyan und Williams-Neuling Pastor Maldonado. Die Pressekonferenz im Wortlaut:

Frage: "Meine Herren, zunächst möchten wir erfahren, ob ihr euch alle gut vorbereitet fühlt. Wie verliefen die Tests? Mit welchen Erwartungen geht es an das erste Rennen? Pastor, wie bist du vor deinem Debüt in der Formel 1 vorbereitet?"
Pastor Maldonado: "Bisher war alles großartig, vor allem die Wintertests. Ich war mit dem neuen Team zusammen, wir haben hart gearbeitet. Jetzt freue ich mich natürlich auf das erste Rennen. Die Vorbereitung war nicht einfach, sogar richtig hart. Es war schwierig, mich an ein neues Team, an neue Autos und neue Regeln zu gewöhnen. Aber jetzt fühle ich mich wirklich bereit für den Start der Saison."

Frage: "Narain, du kannst diese Fragen wohl nicht so einfach beantworten..."
Narain Karthikeyan: "Ja. Ich habe zwar ein paar Kilometer mit dem alten Auto fahren können, aber wie der neue Wagen funktioniert, erfahren wir erst morgen, wenn wir erstmals damit fahren. Es ist eine große Herausforderung, aber ich nehme sie an. Mal sehen, was passieren wird."

Frage: "War deine Rückkehr in die Formel 1 schwierig?"
Karthikeyan: "Ja, es haben sich viele Dinge verändert. Das alte Auto war gar nicht so schlecht. Ich will mich nun möglichst schnell an das neue Auto gewöhnen. Das ist der Plan. Ich habe in Vitantonio Liuzzi einen starken Teamkollegen. Mit ihm als Vergleichsgröße ist es leicht zu sehen, wo man wirklich steht."

Webber vor dem Heimspiel gelassen

Frage: "Mark, euer Auto machte bei den Tests einen zuverlässigen und schnellen Eindruck..."
Mark Webber: "Ja, in den Wintertests lief bei uns alles glatt. Bei neuen Konzepten und neuen Regeln hat man schnell mal kleine Probleme, aber wir als Team haben das perfekt bewältigt und alles im Griff. Kleine Problemchen gibt es überall mal, aber es war rundherum ein guter Winter für uns. Das Team, Sebastian und ich haben dafür gesorgt, dass wir die begrenzte Testzeit maximal ausschöpfen."

"Wir haben vielleicht nicht ganz die Kilometerleistung von Ferrari erreicht. Die haben diesbezüglich wirklich gute Arbeit geleistet. Aber für uns lief es alles rund, und wir haben die Auswirkungen der neuen Regeln gut herausarbeiten können. Hier und dort gab es mal etwas Regen, aber die Tests waren für uns wirklich gut. In den kommenden Wochen werden wir sehen, wo wir leistungsmäßig stehen. Die ersten drei Rennen werden sehr interessant."

Frage: "Kamui, Sauber hat in den Tests für mehr Unterbrechnungen gesorgt als jedes andere Team - 13 Mal gab es die roten Flaggen. Das war sicherlich kein Rekord, den ihr gern haben wolltet. Andererseits war Sergio Perez mit dem Wagen im letzten Test verdammt schnell..."
Kamui Kobayashi: "Ja. Ich finde, dass die Leistung des Autos insgesamt wirklich okay war. Zu Beginn der Testfahrten hatten wir viele technische Gebrechen, aber abgesehen von diesen Problemen war die Vorbereitung wirklich gut. Im vergangenen Jahr hatten wir keinerlei Probleme bei den Tests, waren dann aber in den Rennen zu langsam."

"Ich denke, man darf es als gutes Zeichen werten. Zumindest hoffe ich das. Die Tests verliefen ordentlich, vor allem die letzten Probefahrten in Barcelona. Es sieht gut aus. Wir kämpfen nicht um die Spitze, aber um die Punkteränge, wie im vergangenen Jahr. Ich denke, damit können wir zufrieden sein. Ich habe einen neuen Teamkollegen, der richtig gute Arbeit leistet. Ich bin glücklich. Die Reifen könnten problematisch werden, aber diesbezüglich werden wir uns noch verbessern."

Frage: "Fernando, ihr habt in der Vorbereitung die meisten Kilometer abgespult. Bist zu zufrieden?"
Fernando Alonso: "Ja, das war okay. Es lief alles rund, wir hatten keine speziellen Probleme. Es ist aber immer eine Herausforderung, wenn es neue Regeln gibt. Man muss sein Auto bestmöglich darauf abstimmen. Es gibt viele Dinge auszuprobieren, viele Dinge muss man lernen. Ich denke, dass wir mit vielen Kilometern so ziemlich alles verstanden haben, was in diesem Jahr auf uns zukommt."

"Endlich geht es nun ins erste Rennen. Seit dem letzten Grand Prix des Vorjahres sind viele Monate verstrichen. Dass die Pause aufgrund der Bahrain-Absage noch einmal um 14 Tage länger wurde, war nicht so schön. Aber endlich geht es nun wieder los. Ich bin sehr froh, hier zu sein."

Alonso kennt nur ein Ziel: Titel

Frage: "Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat ein hohes Ziel ausgegeben, oder?"
Alonso: "Wenn man für Ferrari fährt, dann kann es immer nur den Kampf um die Titel als Ziel geben. Das liegt an der Geschichte von Ferrari, das ist die besondere Stärke von Ferrari. Alles dreht sich um Leidenschaft, um Rennsport und um Siege. Unser Ziel ist es daher natürlich auch 2011, um die Titel zu kämpfen. Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du. Das hängt von der Konkurrenzfähigkeit ab. Es gibt aber auch andere Faktoren, die eine Rolle spielen. Man muss stets gut dabei sein, bis zum letzten Rennen. Ich bin sicher, das wird uns gelingen."

Frage: "Kamui, da dein Team mit einem Neuling in die Saison geht, liegt eine besondere Verantwortung bei dir. Welche Ziele hast du?"
Kobayashi: "Für mich hat sich die Situation wirklich verändert. Auf meinen Schultern lastet tatsächlich viel Verantwortung. Aber so muss es gewissermaßen auch sein. Wir stehen unter Druck, nach diesem schwierigen Winter mit vielen Problemen. Aber wir haben guten Speed gefunden. Ich bin glücklich, endlich geht es in die Rennen. Wir wissen, dass wir kein Topteam sind. Wenn wir Punkte holen, dann ist alles in Ordnung."

Frage: "Könntet ihr das beste Team aus dem Mittelfeld sein?"
Kobayashi: "Ja, das wollen wir versuchen. Wir sind zuversichtlich, mal sehen."

Frage: "Wie ist es bei euch, Mark?"
Webber: "Wir sind zwar nur eine Getränkefirma, aber letztlich hatten wir im vergangenen Jahr eine gute Saison. Darauf wollen wir nun aufbauen. Wir haben starke Rivalen, wie zum Beispiel Fernando. Die Roten sind ein phänomenales Team, haben eine phänomenale Geschichte. Solche Mannschaften zu besiegen, ist ein toller Erfolg. Das Team hat hohe Ansprüche. Wir wollen Titel gewinnen, am besten wieder beide Meisterschaften für uns entscheiden. Wie man aber im vergangenen Jahr gesehen hat, kann es mal so, mal anders ausgehen. Unser Ziel sind aber weitere Titel."

Frage: "Narain, wie stehts um deine Ziele?"
Karthikeyan: "Unser Auto wurde sehr spät entworfen, aber wir haben kluge Leute im Team. Geoff Willis steht hinter dem Entwurf des neuen Autos. Im Saisonverlauf werden wir mit einigen Updates bestimmt in einer gute Position kommen. Man könnte vielleicht sagen, dass wir das beste der neuen Teams sein wollen. Aber Lotus hat scheinbar einen gewaltigen Schritt gemacht. Wir werden sehen. Für mich ist dieses Jahr enorm wichtig, allein schon wegen des Grand Prix in Indien. Motorsport ist in Indien im gewaltigen Aufschwung. Ich freue mich sehr darauf. Ich hoffe, wir erleben ein ganz anständiges Jahr."

Maldonado will sofort in die Punkte

Frage: "Pastor, was hast du dir für dein erstes Formel-1-Jahr vorgenommen?"
Maldonado: "Erst einmal möchte ich beim ersten Rennen gleich die Zielflagge sehen. Ich möchte das Maximum aus dem Wagen holen und natürlich gerne Punkte ergattern. Das Potenzial ist vorhanden, wir werden uns sicherlich von Rennen zu Rennen immer weiter steigern. Ich bin zuversichtlich, weil mein Teamkollege dermaßen viel Erfahrung hat und sehr schnell ist. Ich bin sicher, dass wir im Verlauf des Jahres immer besser werden."

Frage: "Hast du dir den Parcours schon abgesehen? Welche Eindrücke hast du?"
Maldonado: "Es ist eine großartige, tolle Rennstrecke. Ich liebe Melbourne. Ich bin sicher, dass ich das gesamte Wochenende genießen werde."

Frage: "Bist du die Strecke im Simulator gefahren?"
Maldonado: "Ja, klar."

Frage: "Also kennst du den Kurs schon richtig gut?"
Maldonado: "Ja, ich bin bereit."

Frage: "Narain, du kennst die Strecke noch von früher, oder?"
Karthikeyan: "Ja, ich war schon hier. Ich habe gute Erinnerungen daran. Ich mag die Strecke, kann hoffentlich das Rennen beenden. Erstmal qualifizieren und dann das Rennen beenden - wir werden sehen."

Frage: "2005 hast du dich für Startplatz zwölf qualifiziert. Das dürfte in diesem Jahr schwierig werden, oder?"
Karthikeyan: "Natürlich, das dürfte kaum möglich sein. Die Bridgestone-Reifen haben damals blendend funktioniert, es war feucht und ich habe eine gute Runde hinbekommen. Dieses Jahr wird es schwieriger."

Frage: "Mark, es gibt bestimmt enorm hohe Erwartungen..."
Webber: "Ja, aber ich bin sehr glücklich, dass ich ein Heimrennen habe. Es gibt ja einige Piloten, die ein eigenes Heimrennen haben. Bei so etwas ist die Atmosphäre immer besonders. Egal, ob das nun in Brasilien, Spanien oder mit Jenson und Lewis in Großbritannien ist. Ich bin glücklich, hier zu sein. Die Rennen waren hier meist sehr gut, immer wenig vorhersehbar, immer mit Safety-Car-Phasen und somit gibt es genügend Gründe, sich darauf zu freuen.

Frage: "Im vergangenen Jahr hast du zwar in der ersten Startreihe gestanden, aber Platz fünf ist immer noch dein bisher bestes Resultat hier..."
Webber: "Ja, ich versuche das nun zu verbessern."

Melbourne meint es mit Alonso gut

Frage: "Interessant, dass ausgerechnet dein Teamkollege hier noch nie die Zielflagge gesehen hat..."
Webber: "Ja, so etwas gibt es manchmal auf einer Strecke. Rubens hält da in Brasilien auch so einen heftigen Rekord. Es gibt für einen Fahrer solche Schauplätze. Hoffentlich haben wir ein gelungenes Wochenende und fahren ein entsprechend gutes Resultat ein."

Frage: "Kamui, kannst du hier besser abschneiden als im Vorjahr?"
Kobayashi: "Ich denke schon. Im vergangenen Jahr bin ich nicht weit gekommen, weil nach nur fünf Kurven der Frontflügel hinüber war. Ich hoffe, sehr dass ich diesmal ins Ziel komme. Ich kenne und liebe diese Strecke, hier ist es richtig nett. Man weiß aber nicht, wie die Pirellis hier auf dem ganz anderen Asphalt funktionieren. Das wird hart, aber auch bestimmt sehr interessant."

Frage: "Fernando, du warst hier schon Erster und auch mal Zweiter - bist bei allen neun Einsätzen hier ins Ziel gekommen. Das ist eine gute Bilanz, oder?"
Alonso: "Ja, ich mag diesen Ort. Ich liebe Melbourne, nicht nur die Strecke. Die Atmosphäre rund um den Grand Prix ist fantastisch. Die Menschen genießen das gesamte Wochenende, nicht nur das Rennen, weil es noch viel Events rundherum gibt. Die haben ab Freitag Spaß, wir Fahrer auch. Das erste Rennen des Jahres ist immer besonders aufregend."

"Wie Mark schon sagte, gibt es hier immer komische Rennen mit Ausfällen und Safety-Car-Phasen. In gewisser Weise ist das erste Rennen des Jahres eines, das du irgendwie nur überstehen musst. Wir geben unser Bestes. Hoffentlich können wir viele Punkte holen und somit die Saison in guter Manier bei schöner Atmosphäre beginnen."

Frage: "Fernando und Mark, die neuen Reifen verlangen nach veränderten Strategien. Wie wird sich das auswirken?"
Webber: "Es gibt an diesem Wochenende viele Fragen, auf die wir Antworten bekommen werden. Wir haben im Winter viele Kilometer mit den neuen Pneus abgespult. Daher haben wir eine Vorstellung von dem, was uns erwarten könnte. Aber wir müssen erst einmal ein Rennen fahren, um zu begreifen, wie man mit der Situation im Grand Prix am besten umgeht. Wir wissen ziemlich genau, wie sich die Reifen verhalten werden. Aber wie schlägt sich das im Grand Prix bezüglich Boxenstopps und Strategie aus?"

"Es wird bezüglich der Reifenperformance wohl keine Überraschungen geben, aber wichtig wird es sein, wann man sich zum Boxenstopp entscheidet und wie man den Grand Prix dann strategisch aufbaut. Auf diese Dinge benötigen wir noch die Antworten. Ich denke, dass sich hier eine Art Trend zeigen wird, der sich womöglich in den kommenden Rennen dann festigt. Wir bekommen so ein immer konkreteres Bild davon, wie sich Grands Prix bei trockenen Bedingungen abspielen werden."

Strategie: Eine "neue Formel 1"

Alonso: "So sehe ich das auch. Ich denke, wir alle müssen an diesem Wochenende viele Dinge lernen. Wir haben bisher nur Tests mit diesen Reifen absolviert. Es wird bezüglich der Rennstrategien neue Wege geben. Man kann sogar sagen, dass es ab Melbourne eine neue Formel 1 bezüglich der Strategie geben wird. Wir müssen es erst lernen, auch in den kommenden Rennen. Man muss sehr fokussiert und konzentriert sein, denn die Strategie wird eine enorm wichtige Rolle für das Rennergebnis spielen. Das Qualifying ist vielleicht jetzt etwas weniger wichtig, denn am Sonntag spielen viel größere Faktoren eine Rolle."

Frage: "Der Wetterbericht zeigt, dass es bis Samstag regnen soll, aber am Sonntag viel Sonne gibt. Bei den Tests waren die Streckentemperaturen maximal bei 27 Grad, hier könnten es 40 Grad werden. Wie geht man damit um?"
Webber: "Keine Ahnung, ob es Sonntag wirklich 40 Grad werden. Bezüglich des Verhaltens der Reifen erwarten wir aber keine großen Überraschungen. Wir haben ausreichend Daten, die uns genügend Hinweise geben. Vielleicht wird es in Sepang mit den Streckentemperaturen etwas interessanter, aber hier dürfte alles im normalen Rahmen bleiben."

Frage: "Es gab viele Diskussionen über die neuen Regeln, ganz speziell über den verstellbaren Heckflügel. Werdet ihr erfahrenen Piloten euch zwischen den Rennen austauschen und über die Einsatzrichtlinien für die zukünftigen Grands Prix sprechen?"
Alonso: "Jeder hat eine eigene Meinung. Ich finde beispielsweise, dass es kein großes Problem mit den neuen Regeln oder mit der Arbeit am Lenkrad gibt. Das ist einfach Teil unseres Jobs. Wir sind professionelle Rennfahrer. Es liegt an uns und dem jeweiligen Team, die neuen Möglichkeiten möglichst komfortabel nutzbar zu machen."

"Wenn du nicht die Zeit für all die Arbeit am Lenkrad hast, dann musst es es eben lassen. Es gibt keine Pflicht, den Flügel zu verwenden. Vielleicht braucht es etwas Zeit. Ich kann aber für uns - also für mich und Felipe - sagen, dass wir viele Testkilometer abgespult haben. Das geht in Fleisch und Blut über, wenn du es Kurve für Kurve immer wieder machst. Ich sehe da kein besonderes Problem, auch keine Diskussionen in der näheren Zukunft."

Heckflügel: Warum nicht nur im Rennen?

Webber: "Für die Rennaction ist das vielleicht gar nicht so schlecht. Wir müssen aber mal abwarten, inwieweit der Flügel das Überholen wirklich erleichtert. Ich bin erstaunt, dass wir es im Qualifying immer nutzen dürfen, denn dort bringt es der Show gar nichts. Es wird im Qualifying nicht überholt. Wir müssen uns an die zusätzliche Arbeit gewöhnen. Es gibt vielleicht mehr Knöpfe zu bedienen, mehr Stirnrunzeln, mehr Multitasking. Im Qualifying muss das eigentlich nicht sein. Wie es im Rennen zugeht, müssen wir mal schauen. Dort dürfen es wir deutlich weniger benutzen."

"Man muss einfach verstehen, dass wir den Flügel im Qualifying nun fast permanent bedienen - immer, wenn wir Vollgas geben, dadurch wird das schon richtig anstrengend. Ich nehme diese Herausforderung gerne an. Fernando und ich haben schon Formel-3.000-Rennen in Monaco absolviert, wo wir noch Handschaltung hatten. Wir können also bestimmt einhändig fahren, das ist kein Problem."

"In einigen Kurven, wie zum Beispiel Eau Rouge in Spa-Francorchamps oder auch woanders, könnte es Probleme geben, wenn du dort plötzlich Grip verlierst. So würde man dort normalerweise nicht fahren. Sogar Ayrton Senna hatte in solchen Kurven das Lenkrad fest mit beiden Händen umklammert. Man muss reagieren können, muss auf alle möglichen Reaktionen des Fahrzeugs gefasst sein. Wir werden es sehen. Manchmal muss man sich an Neuheiten ganz einfach nur gewöhnen. Ich mag es nicht sonderlich, werde aber damit zurechtkommen, wenn es sein muss."

Frage: "Wie oft wirst du den Flügel auf einer Qualifyingrunde benutzen?"
Webber: "Auf wirklich jeder Geraden."

Frage: "Fernando, wie viele Runden wird man mit der weichen und der harten Mischung hier fahren können?"
Alonso: "Das kann man unmöglich vorhersagen. Ein großes Problem wird es aber ohnehin nicht, weil jeder die gleichen Reifen fahren muss. Nach dem Qualifying, oder vielleicht auch schon nach den ersten Trainings am Freitag, wird man ein bisschen besser verstehen, wie man sich strategisch am Sonntag aufstellen muss. Ich mache mir da keine großen Gedanken. Das Gefühl mit den Reifen ist okay. Der Reifen ist anders als der aus dem Vorjahr. Man muss ein Wochenende nun anders angehen, andere Strategien anwenden. Das haben wir alle im Winter geübt. Nach dem Rennen haben wir noch mehr Erfahrung. Ich denke, für die Zuschauer könnte es mehr Spaß bringen."

Frage: "Können Michael Schumacher, Nico Rosberg und vielleicht einer der Renault-Piloten ganz vorne mitmischen. Werden wir also neben Ferrari, Red Bull und McLaren weitere WM-Kandidaten sehen?"
Webber: "Renault und Mercedes sind schnell, die trödeln bestimmt nicht herum. Die haben im Winter einen guten Job gemacht. Renault war immer schon dicht dran. Man sollte in diesen Tagen auch daran erinnern, dass es sehr traurig ist, dass Robert Kubica nicht hier sein kann. Wir werden ihn an diesem Wochenende vermissen."

"Renault wird gut aufgestellt sein. Die haben ein erfahrenes Team in Enstone. Das wird interessant. Ob sie aber ein Titelkandidat sind, das müssen wir mal abwarten. Mercedes war vor allem zum Abschluss der Tests richtig schnell. Ich bin sicher, dass die in diesem Jahr einige Rennen gewinnen können. Außerdem waren die zuverlässig. Es spricht also nichts dagegen, dass sie mit Ferrari und McLaren um die Titel kämpfen können."

Alonso: "Da stimme ich zu. Aber bisher ist es nahezu unmöglich, genau zu sagen, wer wie konkurrenzfähig sein wird und wie die Reihenfolge aussehen könnte. Auf dem Papier gibt es fünf oder sechs Teams, die für Rennsiege und den Titelkampf in Betracht kommen könnten. Nach drei oder vier Rennen wird das Bild konkreter, vielleicht können dann nur noch zwei oder drei Teams tatsächlich vorne mitmischen. Wichtig ist es für uns und die anderen Teams, in diesen drei ersten Rennen sofort gut dabei zu sein. Man muss nach drei, vier Rennen in dieser Gruppe von zwei, drei Spitzenteams sein. Im Moment ist alles noch offen."

Webber: Vor dem Heimspiel am Grill

Frage: "Mark, wie war dein Grillabend? Und welches Ziel verfolgst du?"
Webber: "Sehr gut, ich kann wirklich gut grillen, mache das häufig. Ich lebe in Großbritannien, kann das dort gar nicht wirklich ausleben. Aber sobald ein paar Landsleute um mich herum sind, dann wird der Grill angemacht. Das liegt in meiner Natur. Mein Vater hat mir alles beigebracht, als ich noch recht klein war. Mein Ziel 2011? Ich will eine ähnliche Saison wie im Vorjahr, aber mit etwas anderem Endergebnis. Wenn wir auf das vergangene Jahr, das mir viele Highlights gebracht hat, aufbauen können, dann wird es eine gute Saison."

Frage: "Narain, du warst einige Jahre nicht in der Formel 1 und musst nun mit einem ungetesteten Auto ins erste Rennwochenende. Hast du Sorgen wegen des Speeds? Schaffst du es in die Startaufstellung?"
Karthikeyan: "Natürlich habe ich diesbezüglich etwas Sorge. Wir sind aber zuversichtlich, dass der neue Wagen ein großer Fortschritt ist. Wir haben das Williams-Heck, es sollte besser werden. Zumindest sieht es auf dem Papier so aus. Man weiß es aber nie. Wir werden sehen. Ich könnte jetzt viel erzählen, aber die Wahrheit entdecken wir erst, wenn wir auf die Strecke fahren."

Frage: "Fernando, was erwartest du in diesem Jahr von deinem Teamkollegen? Bist du immer noch die Nummer eins bei Ferrari, oder wird der teaminterne Kampf aufgrund des Wechsels der Reifenmarke nun enger?"
Alonso: "Ich war im vergangenen Jahr keine Nummer eins. Es gibt auch in diesem Jahr keine Nummer eins. Wir alle geben unser Bestes. Felipe ist in seiner gesamten Karriere stark gewesen, auch im vergangenen Jahr. Vielleicht hat er einfach zum Ende der Saison zu viele Punkte durch unglückliche Umstände verloren. Ich denke da zum Beispiel an Singapur. Dort war unser Auto richtig stark, aber er hatte ein technisches Problem im Qualifying und musste als Letzter ins Rennen gehen."

"Es hängt nicht immer nur von der Leistung des Fahrers ab. Es spielen viele andere Faktoren mit hinein, wenn es darum geht, um die Meisterschaft zu kämpfen. Ich erwarte Felipe enorm stark, sehe ihn als Titelanwärter. Hoffentlich können wir gemeinsam viele Punkte für das Team einfahren. Die Konstrukteurswertung ist Ferrari sehr wichtig."

Fotoquelle: xpb.cc

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