Fünf Fahrer stellten sich in Melbourne den Fragen der internationalen Presse

Formel 1 2011

— 25.03.2011

Freitags-PK: Zwei Deutsche und drei Rookies

Sergio Perez, Paul di Resta, Jerome D'Ambrosio, Sebastian Vettel und Nick Heidfeld sprechen über Tag eins in Melbourne und vieles mehr

Frage: "Sergio, wie ist es heute für dich gelaufen? Was sind deine ersten Eindrücke?"

Sergio Perez: "Ich denke, es war ein guter Tag. Gegen Ende der Session fühlte ich mich schon recht wohl. Morgen muss ich mich noch ein bisschen steigern, aber es war ein guter erster Tag. Hoffentlich geht es morgen so weiter."

Frage: "Dies ist dein erster Grand Prix, auch wenn du wegen der GP2 schon oft live vor Ort warst. Aber was ist dein erster Eindruck von der Formel 1?"

Perez: "Es ist sehr schwierig, mit diesen Reifen im Verkehr alles herauszuholen, denn man muss ständig aus dem Weg gehen, was ich aus der GP2 nicht gewöhnt war. Es ist sehr entscheidend, alles für eine Runde richtig auf die Reihe zu bekommen, aber gleichzeitig auch konstant zu sein. Das ist ein großer Schritt, aber alles in allem fühle ich mich wohl."

Frage: "Was ist der größte Unterschied zur GP2?"

Perez: "Die Anzahl der Dinge, die man zu erledigen hat, würde ich sagen - nicht nur im Auto, sondern auch außerhalb. Du musst sehr konzentriert sein, um alles richtig zu machen und keine Fehler zu begehen, denn ein Fehler geht ganz schnell. Auch am Lenkrad gibt es viele Knöpfe, die man bedienen muss, was ich bisher nicht kannte. Dann muss man sich um die Reifen Sorgen machen. Es ist ein großes Paket - nicht nur eine Sache, sondern das Gesamtbild."

Rookies mit Auftakt zufrieden

Frage: "Deine Zeit war nicht schlecht."

Perez: "Ja, heute war ein guter Tag für mich."

Frage: "Paul, auch du warst schneller als dein Teamkollege. Deine Bilanz?"

Paul di Resta: "Es ist schwierig, zum ersten Mal bei einem Grand Prix zu sein. Ich habe das erste Training ausgelassen. Nico saß im Auto und die zweite Session gab es leider schlechteres Wetter. Wegen des Verkehrs habe ich versucht, einfach ein paar saubere Runden hinzubekommen, um für morgen Eindrücke zu sammeln. Aber es war positiv. Wir absolvierten unser Programm, also müssen wir uns jetzt hinsetzen, alles genau analysieren und uns in den Bereichen verbessern, in denen ich glaube, dass am meisten Zeit liegt"

Frage: "Am Vormittag warst du nur Zuschauer. Das muss schwierig gewesen sein, aber andererseits hattest du dein Vormittagstraining hier vor einem Jahr..."

Di Resta: "Das Vormittagstraining ist ein bisschen anders - damit hast du einfach ein bisschen mehr Zeit. Wenn du mit all den Jungs rausfährst und die schneller sind, musst du dich am Nachmittag erstmal zurückhalten. Es ist aber mein erster Grand Prix, also arbeite ich mich von unten nach oben. In Melbourne bringt dir jede einzelne Trainingsrunde was. Du kannst leicht einen Fehler machen. Ich musste vor morgen mein Programm absolvieren."

Frage: "Wie sehr hat sich die Formel 1 seit dem Vorjahr verändert?"

Di Resta: "Ziemlich. Zum Glück war ich im Vorjahr bei allen Grands Prix und konnte auch ein paar Trainings absolvieren, sodass das nicht mehr neu ist. Aber der Druck ist jetzt höher, der Anspruch an einen Rennfahrer ein anderer. Nur: Wenn du den Job annimmst, weißt du, worauf du dich einlässt. Ich möchte konzentriert bleiben und mich langfristig in der Formel 1 und in diesem Team etablieren."

Frage: "Man könnte sagen, dass du Tourenwagenfahrer warst und es jetzt als Formelfahrer versuchst. Das ist vielleicht eine Übertreibung, aber wie sehr unterscheiden sich DTM und Formel 1?"

Di Resta: "Schon sehr, das kann man gar nicht abstreiten. Aber die Formel 1 war immer mein Traum. Das ist das Auto, das ich fahren will. Man kann die beiden nicht miteinander vergleichen - das Niveau ist ein anderes. Ich habe es genossen, für Mercedes-Benz DTM zu fahren. Es waren vier schöne Jahre. Ich glaube, das war eine gute Vorbereitung, aber der Schritt ist groß und ich werde für die Umstellung ein bisschen Zeit brauchen. Aber bis jetzt fühle ich mich relativ sicher und wohl. Ich muss mich nur anstrengen und hart arbeiten."

Schwieriger Auftakt für D'Ambrosio

Frage: "Jerome, wie war der Tag für dich? Es schien reibungslos zu sein, aber besonders schnell seid ihr nicht, oder?"

Jerome D'Ambrosio: "Es war ein guter Tag für uns, aber wir müssen natürlich hart arbeiten. Es ist nicht einfach, aber wir haben Fortschritte gemacht. Das Wichtigste für uns ist, jedes Mal besser zu werden, wenn wir auf die Strecke gehen. Das war zwischen den beiden Sessions der Fall. Ich glaube, dass wir uns auch für morgen verbessern können. Darauf kommt es an."

Frage: "Es ist deine erste volle Formel-1-Saison, aber du bist schon oft mit Formel-1-Autos gefahren, nicht wahr?"

D'Ambrosio: "Vier Vormittagstrainings im Vorjahr und die Rookie-Tage in Abu Dhabi. Das war eine gute Erfahrung, um bei den Wintertests schon eine Basis zu haben. Im Vorjahr kannte ich nicht einmal die Knöpfe und das Lenkrad. Diese Dinge sind in der Formel 1 ziemlich kompliziert. Ein Rennwochenende ist aber nochmal was ganz anderes als ein Testtag. Ich muss von Timo viel lernen und freue mich, dass er dieses Jahr mein Teamkollege ist. Er kann mir viel beibringen."

Frage: "Bist du nicht auch Demoruns für Renault gefahren?"

D'Ambrosio: "Ja, genau."

Frage: "Die haben sicher Spaß gemacht, oder?"

D'Ambrosio: "Die haben Spaß gemacht, ja, Donuts und so weiter. Ich weiß jetzt, wie man in einem Formel-1-Auto Donuts macht, aber das brauche ich am Rennwochenende hoffentlich nicht."

Frage: "Wie besorgt bist du, dass ihr an der 107-Prozent-Regel scheitern könntet?"

D'Ambrosio: "Es bringt nichts, mir deswegen Sorgen zu machen, denn das bringt uns nicht weiter. Ich kann mich nur darauf konzentrieren, das Beste aus der Situation zu machen. Das gilt für das ganze Team. Wir werden Fortschritte machen und wir werden uns steigern, aber dieses Wochenende müssen wir das Maximum rausholen. Dann klappt es hoffentlich auch mit einer Zeit innerhalb der 107 Prozent."

Frage: "Wie lautet dein Ziel für diese Saison?"

D'Ambrosio: "Es ist schwierig, ein Ziel in Form von Ergebnissen oder Punkten zu definieren - dafür fehlen noch zu viele Daten. Ich denke, ich muss eine Menge von Timo lernen und versuchen, so nahe wie möglich an ihm dranzubleiben. Dann muss ich nach und nach näher kommen. Das ist die Hauptsache."

Vettel mit den gleichen Zielen

Frage: "Sebastian, Weltmeister. Wie hat sich dein Leben in den vergangenen zwölf Monaten verändert?"

Vettel: "Das erste Rennen gehe ich genauso an wie früher. Freitagnachmittag ist ein hektischer Tag. Normalerweise sollte ich jetzt auch in der Garage sein. Das ist der schlechtestmögliche Moment, um hier eure Fragen zu beantworten - es sei denn, es kann mir jemand verraten, welche Getriebeübersetzung ich morgen fahren soll. Aber was die Ziele angeht, hat sich nichts verändert. Zurückzuschauen macht mich sehr glücklich und stolz. Ich glaube, das geht allen im Team so. Wir genießen, wo wir im Moment stehen, aber uns ist auch bewusst, dass wir null Punkte haben und genauso starten wie alle anderen auch."

Frage: "Es gibt verschiedene Neuerungen in der Formel 1. Wie unterschiedlich waren heute zum Beispiel die beiden Reifentypen, die Pirelli hier anbietet?"

Vettel: "Sie sind unterschiedlich. Es ist gut, endlich hier zu sein und die Saison zu beginnen und auf einer anderen Strecke zu fahren. Den ganzen Winter waren wir in Barcelona, sodass wir die Strecke schon in- und auswendig kannten und genau wussten, wie sich die Reifen verhalten. Heute waren wir vielleicht nicht überrascht, aber das Reifenverhalten ist anders. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie ganz anders, keine Frage. Das kann man nicht vergleichen, der Unterschied ist groß. Aber wir haben vielleicht damit gerechnet, dass die Reifen nicht so lange halten würden."

"Heute Morgen und heute Nachmittag war diesbezüglich nützlich, um zu verstehen, was uns am Sonntag erwartet. Bis jetzt läuft es positiv. Wir kommen sicher nicht mit einem Stopp durch, sondern wir werden ein paar Mal reinkommen müssen, aber wir werden sehen, ob sich bis Sonntag vielleicht auch die Strecke noch ein bisschen verändert. An vier Testtagen ist der Asphalt nicht wirklich griffiger geworden, aber mal schauen, wie es hier ist, auf einem anderen Asphalt mit einem anderen Layout und anderen Bedingungen. Bis jetzt sind wir positiv überrascht."

Frage: "Was hältst du vom verstellbaren Heckflügel? Zu beobachten, wie oft du das System pro Runde anwendest, war sehr interessant..."

Vettel: "Nicht nur bei mir, bei anderen auch."

Frage: "Nein, das finde ich nicht. Du hast das System am meisten eingesetzt."

Vettel: "Ich glaube nicht, dass die anderen aufwachen müssen. Wir haben oft genug gesagt, dass die Funktionsweise ähnlich ist wie beim F-Schacht. Wir werden damit auf Trab gehalten. Melbourne ist eine Strecke mit vielen Bodenwellen, vielen Kurven. In einigen Kurven kann man die Geschwindigkeit richtig spüren und es folgt eine Kurve nach der anderen. Da geht alles sehr schnell und man ist voll beschäftigt. Genau wie beim F-Schacht versucht man, das System wann immer möglich zu aktivieren, um den größtmöglichen Vorteil daraus zu schöpfen."

Vettel glaubt nicht an Heckflügel-Vorteil

"Es würde mich wundern, dass alle anderen erst viel später als wir aktivieren. Ich glaube, das wurde teilweise während der Wintertests so gesagt, aber jetzt sind noch nicht alle auf der Höhe. Einige von euch haben das System heute zum ersten Mal im Einsatz gesehen. Qualifying und Training sind ganz anders als das Rennen, denn im Rennen setzt du es nur einmal pro Runde ein, aber du weißt genau wo. Das ist ganz anders als unter Trainingsbedingungen."

Frage: "Wie kriegst du es hin, die richtige Balance mit KERS zu finden?"

Vettel: "Das muss obendrauf gehen, daher gibt es nicht wirklich eine Balance. Entweder man bedient beides..."

Frage: "Hast du dafür genug Daumen?"

Vettel: "Es liegt an den Teams und Fahrern, eine Anordnung zu finden, die einem passt - ob es nun der Daumen ist oder ein anderer Finger. Den Ellbogen verwenden wir noch nicht, aber du musst einen Weg finden, mit dem du zurechtkommst. Das variiert von Fahrer zu Fahrer. Man muss einfach üben und sich daran gewöhnen. Aber alle von uns sind mit Heckflügel, KERS und dem Fahren ziemlich beschäftigt. Jetzt stellt euch noch vor, dass das Telefon läutet, dann sind die Mauern schon ziemlich nahe."

Frage: "Nick, schön, dass du hier bist, wenn auch unter traurigen Umständen. Du hast mit Pirelli schon als Testfahrer zusammengearbeitet. War das ein Vorteil?"

Heidfeld: "Was vielleicht geholfen hat, ist, dass ich im Anfangsstadium der Entwicklung bei der Konstruktion mitgeholfen habe, insofern sollte mir das entgegenkommen. Ich war aber nicht mehr dabei, als die Gummimischungen entwickelt wurden. Beim Testen wurde mir bewusst, dass ich in Sachen Abstimmung überhaupt keinen Vorteil habe, denn wenn du einen Reifen entwickelst, arbeitest du nicht am Setup, sondern du schraubst nur neue Reifen drauf. Das Setup haben wir damals nie angerührt."

Frage: "Wie ist es heute gelaufen?"

Heidfeld: "Okay. Hätte besser sein können, hätte schlechter sein können. Wir hatten einige kleine Probleme mit dem Auto und sind nicht die erhofften Kilometer gefahren, aber das Wichtigste ist, dass wir viel gelernt haben. Mit Sebastian habt ihr über die Reifen gesprochen. Das Thema finde ich auch interessant. Nach den Wintertests dachten wir, dass die weichen Reifen nur eine Runde halten würden. Heute bin ich meine schnellste Runde in der zweiten Runde gefahren. Die dritte Runde war auch nicht so schlecht, sodass das Qualifying hoffentlich nicht das große Problem ist, weil wir mehr Boxenstopps sehen werden."

Großer Unterschied zwischen Soft und Hard

"Darüber hinaus stelle ich fest, dass der Zeitunterschied zwischen den harten und weichen Reifen riesig ist - zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Das bedeutet, dass im Qualifying vielleicht nur die ganz schnellen Autos wie die Red Bulls weiche Reifen sparen und zunächst mit den harten Reifen fahren können, während die meisten anderen Autos schon in Q1 weiche Reifen brauchen. Dann bleiben nur noch zwei weiche Reifensätze für später, aber die könnte man auch im Rennen gut gebrauchen. Das macht es schwierig und kompliziert, aber auch interessant."

Frage: "Und wenn du es ins dritte Qualifying schaffst, dann musst du wahrscheinlich weiche Reifen verwenden - und auch damit starten..."

Heidfeld: "Ja, definitiv. Das ist genau wie im Vorjahr. Natürlich werden die Reifen ein paar Runden länger taugen als nur eine, das ist nicht das Problem. Die große Frage ist, wie viele Stopps danach notwendig sind. Bei Rennsimulationen in Barcelona haben die meisten Fahrer drei Boxenstopps eingelegt, aber am Ende ihrer Runs brachen die Rundenzeiten auch schon ein bisschen ein. Man muss das Limit finden, denn es kann gut sein, dass vier Stopps ideal sind. Darauf bin ich gespannt. Heute war der Verschleiß deutlich besser, aber auf jeden Fall werden die Rennen interessanter. Ich bin schon gespannt, wie schwierig das Überholen im Rennen wird. Das wird für alle neu."

Frage: "Morgen könnte es wärmer sein als heute. Wird das einen Unterschied machen?"

Heidfeld: "Das weiß niemand, denn so heiß war es im Winter nie. Einige glauben, dass bei höheren Temperaturen die Strecke besser wird und das Gummi besser haftet. Jetzt sammeln sich nur Gummibällchen neben der Ideallinie an, was das Überholen übrigens schwieriger macht. Aber wie Sebastian schon gesagt hat: Bei den Wintertests war die Strecke vom ersten bis zum letzten Tag ziemlich unverändert."

Frage: "Wie schwierig war es für dich, in so kurzer Zeit wieder in die Formel 1 zurückzukehren? Fühlst du dich wohl im Team, so wie das bei deinen früheren Rennställen der Fall war?"

Heidfeld: "Nun ja, ich bin natürlich sehr aufgeregt. Ich habe es schon mehrfach betont: Dies sind nicht die Umstände, die ich mir gewünscht hatte. Robert hatte einen richtig schlimmen Unfall. Das Team hat es mir aber sehr einfach gemacht. Sie verhielten sich von Anfang an sehr aufgeschlossen und ich verpasste nur einen Test, also zwei Tage, im Auto. Was ich vermisst habe, war, Zeit mit dem Team zu verbringen. Was ich bisher bei diesem Rennstall erleben durfte, war aber genug, um dieses Manko wettzumachen. In den ersten Wochen war ich wahrscheinlich etwas beschäftigter als die anderen, doch jetzt habe ich in diesem Zusammenhang zu ihnen aufgeschlossen."

Zunächst von Petrow geschlagen

Frage: "Robert Kubica war im vergangenen Jahr üblicherweise in allen Trainings und auch in der Qualifikation vor Witali Petrow. Kannst du in diesem Jahr eine ähnliche Leistung erbringen? Hast du das gleiche Niveau wie Robert? Wie lautet deine Meinung dazu?"

Heidfeld: "Ich denke, du stellst mir diese Frage, weil ich im ersten Freien Training nicht vor Witali lag. Ich werde aber natürlich mein Bestes geben, um meine bestmögliche Leistung abzurufen. Ich bin recht zuversichtlich, dass mir das gelingen wird und dass ich einige gute Leistungen zeigen kann."

Frage: "Eine Frage an Sebastian und Nick: Sebastian sprach vorhin schon über die Getriebeübersetzung. Könnt ihr uns einen Einblick geben, wie groß der Einfluss des verstellbaren Heckflügels auf die Getriebeübersetzung ist - speziell, was den höchsten Gang anbelangt? Sollte dies der Fall sein: Wie sehr beeinträchtigt euch das auf den Geraden, auf denen ihr das System nicht zum Einsatz bringt?"

Vettel: "Im Grunde genommen verwenden wir den verstellbaren Heckflügel genau deswegen in den Trainings und in der Qualifikation. Ich habe es vorhin schon angedeutet: Die Frage ist, warum man das System über eine ganze Runde hinweg einsetzen kann, wohingegen man es im Rennen nur in ein bis zwei Abschnitten aktivieren darf. Es wäre schon sinnvoll, für Training, Qualifikation und Rennen die gleichen Regeln zu haben, doch das ist leider nicht der Fall."

"Wir dürfen es in der Qualifikation und im Training verwenden, weil wir sonst wahrscheinlich eine andere Einstellung bei den Gängen wählen würden. Dies betrifft vor allem den höchsten Gang. Dadurch könnten wir aber nicht überholen. Wir würden nämlich sofort in den Begrenzer kommen, sobald wir den verstellbaren Heckflügel aktivierten. Das ist der Hintergrund. Es geht darum, dass wir die Möglichkeit haben, in Training und Qualifikation ähnliche Getriebeübersetzungen zu verwenden wie im Rennen. Wir können uns auf die gleichen Bereiche konzentrieren."

"Nun müssen wir dahingehend erstmal eine Entscheidung treffen - und diese ist sehr wichtig. Die Ingenieure können da natürlich viel Arbeit verrichten, doch der Input des Fahrers ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr, sehr wichtig. Das Training fand erst vor einer halben Stunde sein Ende, weshalb ich - ganz ehrlich - nicht besonders erpicht darauf bin, hier zu sein. Es sei denn, ihr habt ein paar Antworten im Hinblick auf die Getriebeübersetzung für mich..."

Überholen nun einfacher?

Frage: "Eine Frage an alle: Der verstellbare Heckflügel wurde eingeführt, um das Überholen zu erleichtern. Hat jemand von euch am Freitag dieses System genutzt, um einen anderen Piloten zu überholen? Falls ja: War es dadurch einfacher?"

Vettel: "Ich habe es zumindest versucht, war aber nicht erfolgreich dabei. Es hat nicht gereicht, um das Manöver zu komplettieren. Unterm Strich ist es eine gute Sache, denn man will ja keinen künstlichen Rennsport. Um diese Frage aber richtig zu beantworten, sollten wir in meinen Augen noch den Sonntag abwarten. Dann sind alle mit der gleichen Spritmenge und mit Reifen unterwegs, die einen ähnlichen Zustand aufweisen."

D'Ambrosio: "Ich denke, ich befand mich nicht wirklich in einer Position, um es zu versuchen."

Di Resta: "Meiner Meinung nach haben viele Fahrer den verstellbaren Heckflügel bei der Mehrheit ihrer Runden eingesetzt, um möglichst viele Daten damit zu sammeln. Beim Testen bekommt man nur schwer einen Eindruck von dieser Materie, wenn sie von einem Auto verwendet wird und einem anderen Fahrzeug die Nutzung untersagt ist."

Perez: "Ich habe es nicht ausprobiert."

Frage: "Jerome, dein Team flirtet mit der 107-Prozent-Regel. Kommt es überraschend für dich und deine Mannschaft, dass euch so viel an Leistung fehlt? Wurde das Team auf dem falschen Fuß erwischt?"

D'Ambrosio: "Im Winter haben wir alle sehr hart gearbeitet und wir haben natürlich auf einen besseren Fortschritt zum Ende hin gehofft. Die Formel 1 ist hart. Der Wettbewerb wird auf sehr hohem Niveau ausgetragen und wir konnten uns im Vergleich zum vergangenen Jahr schon deutlich steigern. Ihr seht aber freilich nur die Leistung. Es gibt allerdings viele Dinge, die man sich anschauen muss, zum Beispiel die Zuverlässigkeit und dergleichen. Wir konnten Fortschritte machen. Natürlich wären wir gerne schneller, doch manchmal läuft es einfach nicht ganz genau nach Plan. Dann muss man hart arbeiten, um aufzuholen. Ich bin mir sicher: Es wird uns gelingen. Wir können uns nur verbessern."

Frage: "Sergio, erzähl doch einmal ein bisschen von deinem ersten Tag im Rahmen eines Formel-1-Grand-Prix. Bist du überrascht darüber, deinen Namen auf dem achten Platz der Zeitenliste zu sehen? Wie real ist diese achte Position für dich?"

Perez: "Ich muss gestehen: Es war ein wirklich guter Tag für mich, denn am Morgen ist es zunächst nicht sehr gut gelaufen. Ich war ein Neuling auf dieser Strecke und hatte noch dazu Verkehr. Meine Leistung aus dem zweiten Freien Training war aber real, wenn man sie mit der meines Teamkollegen vergleicht. Es war eine gute Session, in der wir einiges über die Reifen gelernt haben."

"Hier ist es ziemlich anders als bei den Testfahrten, an die ich gewohnt war. Es sind andere Bedingungen. Normalerweise fährt meine seine Runde direkt beim ersten Umlauf. Jetzt hat man aber ein paar Runden mehr Zeit dafür. Das war eine meiner Erfahrungen vom Freitag. Die Qualifikation und das Rennen sind aber das Wichtigste an diesem Wochenende. Wir werden versuchen, am Samstag das Bestmögliche zu erreichen und ein gutes Qualifying abzuliefern."

Vettels Rat an die Rookies

Frage: "Sebastian, um dich herum sitzen einige Neulinge. Kannst du dich noch an dein erstes Formel-1-Rennen erinnern? Welche Ratschläge würdest du deinen Nebensitzern mit auf den Weg geben?"

Vettel: "Natürlich kann ich mich daran erinnern, denn so lange liegt es noch nicht zurück. Gegen Paul bin ich beispielsweise in der Formel 3 angetreten. Ich mag nun zwar schon ein paar Jahre in der Formel 1 unterwegs sein, doch noch nicht lange genug, dass mein Gedächtnis darunter gelitten hätte. Es ist immer schwierig, Ratschläge zu geben, denn unterm Strich hat jeder seinen eigenen Fahrstil und muss seinen eigenen Weg finden."

"Als ich in die Formel 1 kam, war es durchaus ähnlich. Natürlich wollte ich so schnell fahren wie die Jungs, welche die Rennen gewonnen haben, manchmal muss man aber einfach akzeptieren, dass man wahrscheinlich nicht das Fahrzeug hat, um auf das Podium zu fahren. Man muss seine eigene Linie und zu seiner persönlichen Zufriedenheit finden, denke ich. Mir machte das Rennfahren viel Spaß, als ich der Formel 1 beitrat - obwohl ich in manchen Rennen 17. oder Zwölfter wurde. Mein erstes Rennen absolvierte ich für BMW, ehe ich bei Toro Rosso andockte. Jetzt habe ich viel Spaß dabei und das ist das Wichtigste überhaupt."

Frage: "Wo du gerade angesprochen hast, dass Paul ein ehemalige Formel-3-Teamkollege von dir ist: Damals hat er dich geschlagen..."

Vettel: "Besten Dank für die Erinnerung!"

Frage: "Bist du überrascht, dass er so lange gebraucht hat, um in die Formel 1 zu gelangen? Nach der besagten Saison hat er einen ganz anderen Weg eingeschlagen - nun ist er ebenfalls hier. Was bedeutet es für dich, ihn ebenfalls in der Formel 1 zu sehen?"

Vettel: "Ich hatte 2006 die Möglichkeit, ihn kennenzulernen und mich an seinen schottischen Akzent zu gewöhnen. Ich kann ihn nun also verstehen. Wie ich schon sagte: Die Wege können sehr unterschiedlich verlaufen. Letztendlich musst du halt deinen eigenen Weg finden."

"Die Art und Weise, wie er in die Formel 1 aufgestiegen ist, ist wohl ziemlich außergewöhnlich. Ich denke, er verdient es, hier zu sein. Er ist schnell genug, was er sowohl in der DTM als auch davor mehrfach bewiesen hat. Ich werde nicht noch einmal darauf zurückkommen - das hast du ja gerade getan. Euch allen ist bewusst, was 2006 geschehen ist, als ich Meisterschafts-Zweiter wurde. Es ist schön, ihn hier zu haben."

"Wir haben nun eine Menge junger Fahrer im Starterfeld. Eines Tages werden wir aber wohl wieder einige alte Piloten haben. Wenn wir also älter werden, wollen wir noch immer mit dabei sein. Dann möchte man nicht, dass junge Fahrer aufrücken. Ich freue mich über jeden Einzelnen, der den Sprung schafft. Man weiß ja selbst, wie hart das ist. Du könntest die gleiche Frage auch an Nick richten, denn er wird sich ebenfalls noch gut erinnern. Es läuft nun einmal nie nach Plan, auch wenn es für manche Leute von außen vielleicht so aussieht. Meiner Meinung nach hatte niemand einen einfachen Weg in die Formel 1. Vieles muss sich gut für dich entwickeln."

Fotoquelle: xpb.cc

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