Nico Rosberg glaubt nicht, dass 1,9 Sekunden Rückstand repräsentativ sind

Formel 1 2011

— 26.03.2011

Noch keine Alarmsirenen bei Mercedes

1,9 Sekunden Rückstand, nur ein Auto im Top-10-Finale: Ross Brawn ist enttäuscht, betont aber, dass noch kein Grund zur Panik besteht

Michael Schumacher hat sich fest vorgenommen, dieses Jahr wieder um Grand-Prix-Siege mitzufahren - und nach seiner Testbestzeit in Barcelona sah es tatsächlich so aus, als hätte Mercedes mit dem MGP W02 einen großen Sprung nach vorne gemacht. Aber die Realität sieht zumindest in Melbourne anders aus.

In Barcelona war Schumacher schneller als der Rest der Welt und auch Nico Rosberg zeigte sich zufrieden, obwohl er die Melbourne-Spezifikation nur kurz im Trockenen ausprobieren konnte. "Also waren wir sehr optimistisch, dass wir hier einen guten Job machen können", gesteht Teamchef Ross Brawn. Doch guter Job sieht anders aus: 1,9 Sekunden Rückstand für Rosberg in Q3, Schumacher sogar schon in Q2 gegen einen Toro Rosso gescheitert.

Aber: "So schlecht, wie wir jetzt aussehen, sind wir nicht", hofft Rosberg. "Wir müssen auch nicht übertreiben, denn 1,9 Sekunden sind wir nicht hinten. Erstens lief im Qualifying technisch nicht alles rund, was schon mal Zeit gekostet hat, und zweitens hatte ich auf meiner schnellsten Runde einen Verbremser. Es sind halt ein paar Dinge zusammengekommen. Andererseits sind wir aber weiter weg als erhofft. Das müssen wir schon zugeben."

Trainingszeit nicht optimal ausgeschöpft

Auch Brawn unterstreicht, dass sein Team das wahre Potenzial des neuen Silberpfeils bisher nicht ausschöpfen konnte: "Diese Autos haben heutzutage alle möglichen interessanten Systeme. Einige davon haben in den Freien Trainings Probleme gemacht, was bedeutet, dass wir uns nicht so intensiv wie erhofft um das Setup und die Balance kümmern konnten." Außerdem ist Melbourne nicht die repräsentativste aller Rennstrecken...

"Wenn wir ein perfektes Wochenende mit einer perfekten Balance gehabt hätten, dann würde ich mir Sorgen machen, weil ich nicht wüsste, wo wir noch Performance suchen sollen", erklärt Brawn. Dem sei aber nicht so. Außerdem sei Sebastian Vettels Streckenrekord außergewöhnlich gewesen: "Er hat eine sehr gute Runde erwischt, das andere Auto war nicht so stark. Aber wir waren über Red Bull nicht sonderlich überrascht, sondern wir hatten uns das schon ungefähr so vorgestellt."

Immerhin kann der Brite dem Verlauf des Qualifyings auch etwas Positives abgewinnen: "Wir haben noch viele frische Reifen für Michael und Nico. Wir glauben, dass das im morgigen Rennen ein Faktor sein wird. Michael hat sogar noch einen brandneuen Satz weicher Reifen. Damit hatten wir nicht gerechnet." Allerdings hätte man auf diesen Satz Soft-Pirellis gerne verzichtet, weil er für das Top-10-Qualifying vorgesehen gewesen wäre.

Brawn wird Schumacher voraussichtlich mit einem frischen Satz weicher Reifen starten lassen und dann auf einen frischen Satz harter Reifen wechseln. Anschließend wird man sehen, ob drei (wahrscheinlich) oder vier Boxenstopps (Notfallvariante) notwendig sind. Schumacher hat im Vergleich zu Rosberg den Vorteil, dass er sich den ersten Reifensatz aussuchen kann, weil nur die Top 10 auf jenen Pneus losfahren müssen, mit denen sie die schnellste Qualifying-Zeit erzielt haben.

Macht der Reifen den Unterschied?

Das kann anno 2011 durchaus einen Unterschied machen: "Der harte Reifen hält vier oder fünf Runden länger", erläutert Brawn und sieht das Limit bei 16 (Soft) beziehungsweise 20 Runden (Hard). "Aber die Runden, die du im Qualifying mit einem Reifensatz gefahren bist, kannst du dir nicht mehr zurückholen. Außerdem macht es einen Riesenunterschied für den Verschleiß, ob du viel oder wenig Benzin an Bord hast. Das sind die Faktoren, die wir bedenken müssen."

Aufgrund der Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr rechnet der Weltmeistermacher von 2009 auch mit "mehr Safety-Cars" als früher, "denn wir haben durch die Reifen große Geschwindigkeitsunterschiede", durch die Auffahrunfälle entstehen könnten. Und Brawn unterstreicht: "Die Teams werden mehr Einfluss auf das Rennen haben, alleine schon durch mehr Boxenstopps. Ich denke, dass wir sechs Stopps pro Team sehen werden."

In Q2 war Rosberg um fast vier Zehntelsekunden schneller als Schumacher. "Wie im Vorjahr", unken die Schumacher-Kritiker im Medienzentrum, doch das lässt Brawn so nicht stehen: "Michael hatte mehr Probleme. Ich denke, da müssen wir abwarten." Der 56-Jährige kann sich gut vorstellen, dass sein älterer Schützling die Wende im Laufe der Saison schaffen wird. Außerdem glaubt er, dass Schumacher vom neuen strategischen Element in der Formel 1 profitieren könnte.

"Ich denke, die Rennen werden mehr Spaß machen - aber wir haben nur dann wirklich Spaß, wenn wir vorne mitkämpfen", sagt Brawn. "Es würde mich natürlich freuen, wenn wir morgen dank einer guten Strategie ein gutes Ergebnis einfahren und das Wochenende retten könnten. In diesen Regeln stecken auf jeden Fall mehr Gelegenheiten als früher, aber wenn unser Auto schnell genug wäre, wären wir darauf gar nicht angewiesen."

Fotoquelle: xpb.cc

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