Sebastian Vettel lieferte in Australien eine rundum perfekte Leistung ab

Formel 1 2011

— 28.03.2011

"Makellos, einwandfrei": Red Bull staunt über "Super-Seb"

Ist das der vielzitierte Weltmeister-Bonus? Sebastian Vettel fuhr in Australien in einer eigenen Liga und versetzt damit seine Chefs in Staunen...

Keine Frage, Sebastian Vettel ist in der Formel 1 momentan der Mann der Stunde. Wäre nicht in Südkorea sein Renault-Motor eingegangen, hätte er jetzt schon fünf Siege am Stück auf dem Konto, und sein Teamkollege Mark Webber sieht schon seit sechs Rennen kein Land mehr gegen "Super-Seb". Letztmals war der Australier in Monza auf Augenhöhe. Das ist 197 Tage her.

"Es war ein makelloses Rennen von Sebastian, absolut perfekt", schwärmt Teamchef Christian Horner nach dem ungefährdeten Triumph beim Saisonauftakt in Melbourne. Auch Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko ist begeistert vom 23-jährigen Deutschen, den er einst vom Juniorteam zu Toro Rosso befördert hat: "Das war eine einwandfreie Leistung." Red Bulls Nummer eins der Herzen scheint nun auch auf der Strecke für klare Verhältnisse zu sorgen.

Triumph auf allen Linien

Sehr viel dominanter als Vettel hätte man die Nummer eins auf der Frontpartie des RB7 nicht bestätigen können: Bestzeit in allen drei Qualifying-Abschnitten, neuer Streckenrekord im Albert-Park, Sieg mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung. Die schnellste Rennrunde hatte er nicht einmal mehr nötig, weil er in der Schlussphase mit wenig Benzin schon Tempo rausnehmen konnte. "Sebastian hat sein Tempo auf die Konkurrenz ausgerichtet", bestätigt Marko.

Doch woher kommt diese plötzliche Leistungsexplosion? Vettel ließ am vergangenen Wochenende ja nicht nur die Nicht-Red-Bull-Konkurrenz alt aussehen, sondern vor allem auch seinen Teamkollegen Mark Webber, der seinen Heimvorteil nicht ausspielen konnte. Webber war bei seinem Heim-Grand-Prix zwar noch nie wirklich in Topform, weil ihm die Strecke nicht zu liegen scheint, aber fast eine Sekunde Abstand im Qualifying war dann doch ungewöhnlich viel.

"Mark muss irgendwelche Probleme mit dem Fahrwerk gehabt haben", klammert sich Marko daran, dass es technische Erklärungen für den Unterschied zwischen seinen beiden Fahrern gibt. "Bei ihm funktionierte nämlich weder der harte noch der weiche Reifen so richtig. Sein Reifenverschleiß war zudem deutlich größer als der von Sebastian." Übrigens auch der Benzinverbrauch, denn deswegen konnte Webber nicht einmal mehr die Auslaufrunde fahren.

Webber-Formtief nicht erklärbar

Auch Horner rätselt über Webbers Chancenlosigkeit: "Am Samstag fiel uns ein kleines Frontflügel-Problem auf, das vielleicht ein bisschen Zeit gekostet hat, aber wir müssen uns erst das Auto genau anschauen. Normalerweise liegen die beiden eng beisammen. Wir werden die Daten studieren - und wenn wir einen Schaden finden, werden wir herausfinden, wie sich das auf das Auto ausgewirkt hat. In Malaysia sollen wieder beide auf ihrem normalen Niveau fahren."

Normales Niveau heißt bei Vettel im Moment: WM-Form. "Sein Selbstvertrauen ist sehr groß, seine Füße sind fest auf dem Boden und er konzentriert sich auf die Aufgabe, für die wir ihn angestellt haben. Diese erste Weltmeisterschaft gewonnen zu haben, nimmt Druck von seinen Schultern, denn das steht jetzt einmal in seinem Lebenslauf", erklärt Horner und unterstreicht: "Er hat jetzt drei Rennen hintereinander gewonnen. Sein Selbstvertrauen ist natürlich sehr hoch."

Das führt dazu, dass wir momentan den besten Vettel aller Zeiten erleben: "Alle haben uns gefragt, wann er es endgültig schaffen wird, aber er ist ja noch blutjung. Australien war erst sein 62. Grand Prix. Wenn man bedenkt, was er schon alles erreicht hat, dann ist das eine bemerkenswerte Statistik", lobt der Red-Bull-Teamchef. "Er ist voller Zuversicht, fühlt sich in seinem Umfeld zu Hause, ist entspannt und fährt besser als je zuvor."

Fehlerquote reduziert?

Noch dazu zeigte Vettel am vergangenen Wochenende nicht nur den beeindruckenden Speed, den man ohnehin schon lange von ihm kennt, sondern er stellte auch alte Fehler ab: "Er ist sehr kontrolliert gefahren und hat enorme Reife bewiesen, indem er seine Pace kontrolliert hat", so Horner. Allerdings sei erwähnt, dass Vettel wieder vorne wegfahren konnte und nicht in Zweikämpfe verstrickt wurde. Den Beweis, dass er auch in solchen Rennen dazugelernt hat, muss er erst noch antreten.

Ganz so einfach war das gestrige Rennen dann aber doch nicht zu gewinnen: "Es gab eine entscheidende Szene, als Sebastian nach dem Boxenstopp hinter Button rauskam, der jeden Moment seine Durchfahrstrafe antreten musste. Wenn Button Sebastian taktisch aufgehalten hätte, wäre Sebastian nach dem ersten Stopp hinter Hamilton gewesen, aber er hat Button schnell und fair überholt. Das war für den Rest des Rennens entscheidend", erinnert sich Horner.

Vor allem ist der Brite vom Erfolgshunger seines deutschen Piloten beeindruckt. Denn obwohl Vettel sein Karriereziel schon in jungen Jahren erreicht hat, lässt sein Ehrgeiz nicht nach. Das zeigt sich auch an kuriosen Details: "Er ist wie besessen von den Pokalen", lächelt Horner. "Im Winter hat er zu mir gesagt, dass ihm der Pokal hier mit dem Känguru wirklich gefällt und dass er den unbedingt haben möchte. Jetzt hat er ihn..."

Fotoquelle: xpb.cc

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