Timo Glock und Jerome D'Ambrosio kämpften in Melbourne mit dem MVR-02

Formel 1 2011

— 28.03.2011

Ernüchterung bei Marussia-Virgin: Kommt frischer Wind?

Timo Glock und Jerome D'Ambrosio waren mit dem neuen Marussia-Virgin MVR-02 in Australien chancenlos - CFD-Designer Nick Wirth gerät unter enormen Druck

Marussia-Virgin ist auch im zweiten Jahr der Formel-1-Zugehörigkeit das einzige Team, das seinen Boliden einzig auf Grundlage von CFD-Berechnungen entworfen und entwickelt hat. Designer Nick Wirth gilt als Vorreiter bei der Strömungsanalyse per Computer. Der Brite will der Welt beweisen, dass man allein mit CFD ein schnelles Auto bauen kann. Bislang ist ihm dies in der Formel 1 nicht gelungen.

Im vergangenen Jahr lag das Team mit dem ersten Entwurf von Wirth Research fast immer auf Augenhöhe mit Lotus. Die direkte Konkurrenz hatte das Auto mit herrkömmlichen Methoden entwickelt. Nach der Saison 2010 stand es so gesehen 1:1 zwischen Windkanal und CFD. Nun drohen Wirth, Timo Glock und Co. aber unter die Räder zu geraten. Der neue MVR-02 ist weit weg vom Speed des Mittelfeldes.

"Ich schiebe keinen Frust. Ich kann nur mein Bestes geben. Mehr kann ich nicht machen", zuckt die deutsche Nummer eins des britischen Teams mit den Schultern. Glock ist nach wie vor motiviert, treibt seine Mannschaft an und stellt klare Forderungen. "Wir brauchen mehr Abtrieb. Die Balance des Autos ist gar nicht schlecht, aber es fehlt Anpressdruck. Das müssen die Leute im Team verstehen und daran arbeiten."

Die Entwickler von Marussia-Virgin seien nun gefragt, meint der Hesse. "Das Team muss sich Gedanken machen. Die sind jetzt gefordert", so die klare Aussage von Glock. "Andere Teams nutzen auch CFD, kombinieren es aber mit Windkanalversuchen. Wir müssen das vielleicht nochmal überdenken." Erstmals stellt man den reinen CFD-Ansatz von Wirth öffentlich dermaßen in Frage.

"Die zukünftigen Updates müssen passen", erläutert der erfahrene Pilot aus Wersau. "Unsere Berechnungen haben etwas anderes gesagt als das, was wir jetzt sehen. Wir müssen vielleicht auch mal den Windkanal konsultieren..." Glock nennt die Dinge beim Namen. Im Fahrerlager herrscht die deutlich überwiegende Meinung, dass man heuzutage in der Formel 1 (noch) nicht ohne Windkanal auskommen kann.

Die Zeit drängt. Zwar schafften beide Marussia-Virgin-Piloten in Australien den Sprung über die 107-Prozent-Hürde, aber genau dies könnte bei den kommenden Rennen in Malaysia und China ganz schnell mal der Stolperstein werden. "Dabei darf man nicht vergessen, dass die Topteams sich ihre weichen Reifen hier für Q2 und Q3 aufgespart haben", sagt Jerome D'Ambrosio.

Eines ist klar: Sobald Vettel und Co. die weiche Mischung in Q1 aufziehen, wird es für Marussia-Virgin deutlich schwieriger. Das erste große Update für den MVR-02 ist erst für den Grand Prix in der Türkei vorgesehen. "Uns darf nicht nur ein Schritt gelingen, sondern es muss ein regelrechter Sprung werden", findet Teamchef John Booth angesichts des aktuellen Rückstandes deutliche Worte.

"Wir liegen 2,6 Sekunden hinter dem Mittelfeld. Das ist natürlich erheblich. Wir müssen diese Lücke dringend verkleinern", sagt der Brite. "Vom Einzug in Q2 sind wir weit weg, das muss aber unser Ziel sein." Auch Booth nimmt Nick Wirth in die Pflicht. Der Designer war übrigends in den vergangenen Wochen selten zu sehen. "Nick kümmert sich besser daheim um dringende Verbesserungen als bei Tests oder Rennen zuzuschauen", so der Teamchef.

Fotoquelle: xpb.cc

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