Sebastian Vettel fuhr einsam zum Melbourne-Sieg: Wo sind die Gegner?

Formel 1 2011

— 04.04.2011

Herbert: Von Vettel kommt noch mehr

Ex-Formel-1-Pilot Johnny Herbert über den Wertungsausschluss von Sauber in Melbourne und den Machtkampf an der Spitze: Red Bull deutlich vor McLaren und Ferrari

Ex-Grand-Prix-Pilot Johnny Herbert war beim ersten Formel-1-Rennen des Jahres erneut als Rennkommissar im Einsatz. Der Brite musste die Durchfahrtsstrafe von Jenson Button verantworten. "Er hätte lieber auch noch Alonso durchlassen sollen, bevor er sich diese logische Strafe einhandelt", meint Herbert gegenüber '422race.com' über den Vorfall mit seinem Landsmann.

Der frühere Benetton-Teamkollege von Michael Schumacher nickte auch die Strafe für Rubens Barrichello ab, der Nico Rosberg mit einer wilden Aktion abgeschossen hatte. "Da mussten wir etwas tun", argumentiert Herbert. "So etwas kannst du nicht durchgehen lassen, weil es sonst vielleicht bald alle anderen auch so handhaben. Das will doch niemand."

Nach dem Rennen wurden die beiden gut platzierten Sauber aus der Wertung genommen. Am Heckflügel passte das Maß nicht mit den Vorgaben des Regelwerkes überein. "Das hat mich sehr traurig gemacht", sagt Herbert. "Sauber hat eine dermaßen tolle Leistung gezeigt, aber es haperte dann an einer absoluten Kleinigkeit. Aber wenn man das durchgehen lässt, dann wird das Regelwerk plötzlich irrelevant."

Neben seinem Einsatz als Kommissar hatte der Brite ausreichend Zeit, sich den Kampf um Sieg und Punkte genau anzuschauen. Herbert hat schon jetzt viel Freude am Duell zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. "Es finden zurzeit einige Spielchen statt. Lewis hat zum Beispiel gesagt, dass Red Bull KERS einbauen müsse, um sich an der Spitze halten zu können. Das sind kleine Psychotricks, um Sebastian und sein Team etwas abzulenken."

"So etwas ist in der Formel 1 ganz normal", lacht Herbert. Aus seiner Sicht versuche sein Landsmann Druck aufzubauen, um Vettel in mögliche Fehler zu treiben. "Lewis selbst macht immer mal wieder Fehler. Sebastian ist da eigentlich ganz anders. Der liefert einfach die Ergebnisse ab", spricht Herbert voller Hochachtung vom aktuellen Formel-1-Weltmeister.

"Er hat sich schon im vergangenen Jahr in toller Manier durchgesetzt. Er ist schnell und noch sehr jung. Er hat zweifellos durch den Titelgewinn weiter gelernt, ist in diesem Jahr ein noch kompletterer Pilot", meint der dreifache Grand-Prix-Sieger. "Sebastian hat großes Selbstvertrauen und ebenso großes Vertrauen in sein Team. Lewis geht es bei McLaren sicherlich ähnlich."

"Red Bull hat das momentan schnellste Auto, und Sebastian kann bestimmt auch noch mehr aus sich selbst herausholen", schätzt Herbert die Situation ein. "Ich denke, dass Ferrari selbst von der schlechten Leistung überrascht war. Die brauchen wohl noch etwas Zeit, um sich besser auf die neuen Reifen einzustellen. Ich denke, dass Fernando und Lewis in etwa auf einem Niveau fahren können. Aber Red Bull ist deutlich vor McLaren und Ferrari."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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