Lohn für den Quantensprung: Petrow posiert mit der Trophäe für Platz drei

Formel 1 2011

— 06.04.2011

Wieso Petrow im Vorjahr nicht auf Touren kam

Wieso Witali Petrow dieses Jahr ein anderer Fahrer ist als 2010 und was die ganz große Stärke des Renault-Sensationsmannes ist

Kaum jemand hätte Witali Petrow vor dem Saisonauftakt in Melbourne den dritten Platz zugetraut. Doch es war ein anderer Petrow, der sich "Down Under" aus allen brenzligen Situation heraushielt und mit Speed und Übersicht glänzte. Doch wie hat sich der Russe, dem der Ruf anhaftete, vor allem wegen seines großen Geldbeutels in der Formel 1 zu sein, seit 2010 wirklich verändert?

"Witali arbeitet sehr gut", berichtet Renault-Chefingenieur Alan Permane gegenüber 'Autosport'. "Er ist viel ruhiger und weiß, worum es geht. Daher passt jetzt alles zusammen, ein Rad greift ins andere. Er fährt gut und arbeitet gut - in und außerhalb des Cockpits." Doch das ist nur die halbe Geschichte. Bei Renault ist man der Ansicht, dass Petrow schon im Vorjahr eine deutlich bessere Leistung geboten hätte, hätte er sich auf seine große Aufgabe nur etwas besser vorbereiten können.

Renault-Technikchef James Allison bestätigt dies im Gespräch mit 'Autosport': "Die Leute vergessen oft, dass er vor dem letzten Jahr noch nie ein Formel-1-Auto gefahren war. Die Umstände schienen sich vor der Saison gegen ihn verschworen zu haben. Er hatte nur erbärmlich wenige Testtage. Wir hatten einige Zuverlässigkeitsprobleme und er hatte wirklich großes Pech mit dem Wetter."

Mission Impossible 2010

Somit stand er im Vorjahr in Melbourne vor einer unlösbaren Aufgabe, wie Allison schildert: "Er kam beinahe ohne Testkilometer zu seinem ersten Rennen und fuhr dann eine gesamte Saison auf einigen Strecken, die er nicht kannte. Es war offensichtlich, wenn er auf einer Strecke fuhr, die er kannte - seine Leistungen waren viel besser."

Das Testverbot während der Saison tat 2010 ihr Übriges - Petrow hatte keine Chance, den Trainingsrückstand in Ruhe aufzuholen und sich ohne viel Druck an die Formel 1 zu gewöhnen. Dazu kam, dass Robert Kubica nicht gerade als kooperativer Teamkollege gilt: Der Pole hat den Ruf, vorrangig auf seinen eigenen Vorteil zu schauen und auch bei der Setuparbeit wenig Hilfeleistung zu bieten. Das machte die Situation des hilflosen Russen nicht gerade leichter.

Was uns Abu Dhabi über Petrow verrät

Mit Neo-Teamkollegen Nick Heidfeld lief die Zusammenarbeit auf Anhieb deutlich besser, durch Kubicas Unfall kam Petrow auch bei den Wintertests ordentlich zum Fahren. "Sowohl das Selbstvertrauen, eine Saison auf dem Buckel zu haben, und die enormen Vorteile, genug Zeit im Rennauto zu haben und alle Strecken zu kennen, sorgen dafür, dass Witali heute dort steht, wo er im Vorjahr seine Highlights hatte. Er ist mehr als fähig, sich als glaubwürdiger Formel-1-Fahrer in Szene zu setzen. Mit all den Vorteilen werden wir bei den meisten Rennen einen besseren Witali sehen", glaubt Allison.

Eine kleine Kostprobe seines Könnens gab Petrow schon im Vorjahr: In Ungarn - eine Strecke, die er aus der GP2-Serie gut kennt - besiegte er im Qualifying mit Platz sieben seinen Teamkollegen Kubica und wurde im Rennen starker Fünfter. Sein wahres Highlight war aber das Rennen in Abu Dhabi, als er sich trotz des Drucks der Titelkandidaten Fernando Alonso und Mark Webber nicht verrückt machen ließ und dem Doppel-Weltmeister im Ferrari damit das Saisonfinale verpatzte.

"Er lässt sich von großen Namen in diesem Sport nicht beeindrucken", weiß auch der Renault-Technikchef. Und gibt weitere Beispiele: "Erinnern wir uns an Malaysia mit Lewis Hamilton und dann an China mit Webber und Schumacher. Dann das letzte Rennen des Jahres, als er Alonso Runde für Runde hinter sich hielt. Er bewahrt einen kühlen Kopf. Er bleibt ruhig, wenn er unter Druck ist. Ich würde sagen, dass diese phlegmatische Unerschütterlichkeit seine größte Stärke ist."

Fotoquelle: Renault

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