Mark Webber will seinen Heim-Grand-Prix schnell vergessen

Formel 1 2011

— 07.04.2011

Webber: Hat Red Bull den Fehler gefunden?

Warum es für Mark Webber jetzt besser laufen soll, wie es mit dem KERS-Einsatz aussieht und warum Malaysia über den Erfolg des Heckflügels entscheidet

"The Hero Returns Home" hieß es auf den Plakaten zum Grand Prix von Melbourne. Gemeint war freilich Red-Bull-Pilot Mark Webber, dessen Rückkehr in die Heimat zum großen Triumph hätte werden sollen. Dabei war diese gar nicht heldenhaft - der Australier wurde im offensichtlich besten Auto der Formel 1 bei seinem Heimrennen enttäuschender Fünfter. Eine schallende Ohrfeige, gleich beim Saisonstart.

Doch was waren die Probleme? Lange tappten Red Bull und Webber im Dunkeln. Der Red-Bull-Pilot hatte im Rennen mit einem überraschend hohen Reifenverschleiß zu kämpfen und kam nicht auf Touren. "Ich war mit der Balance im Albert Park gar nicht unglücklich", erklärt er. "Doch die Rundenzeiten waren nicht da und der Reifenverschleiß war zu hoch."

Red Bull musste den RB7 zerlegen, um den Fehler zu finden. Offenbar wurde die österreichische Truppe aus Milton Keynes fündig. "Bei der Analyse des Rennens haben wir ein paar Dinge im Bereich des Setups an Marks Auto gefunden, die ihm mit Sicherheit nicht geholfen haben", bestätigt Teamchef Christian Horner. "All diese Elemente haben wir für Malaysia geändert."

Mit neuem Setup zur Champagnerdusche?

Auch Webber ist zuversichtlich, dass es nun besser klappen müsste und er seinem Teamkollegen Sebastian Vettel endlich Paroli bieten kann: "Wenn das neue Setup die erwarteten Ergebnisse bringt, werde ich in Sepang gut unterwegs sein. Ich möchte am Sonntagnachmittag etwas Champagner versprühen." Bereits im Vorjahr begann Webbers Saison erst in Sepang so richtig: Der "Aussie" stellte seinen Red Bull bei heftigem Regen auf die Pole-Position, auch wenn später Vettel das Rennen gewann.

Auch dieses Jahr zeigt sich Webber äußerst motiviert: "Wir werden jetzt nicht allzu lange über die Probleme von Melbourne nachdenken. An diesem Wochenende werden wir eine bessere Arbeit abliefern, mehr aus dem Auto herausholen und wie sonst auch immer an der Spitze mitfahren. Letztes Jahr waren wir hier stark, das Auto hat die letzten sechs Grands Prix gewonnen - wir werden sehen."

Dennoch wird es von entscheidender Bedeutung sein, ob Red Bull das Reifenproblem an Webbers RB7 gelöst hat. Der Sepang International Circuit stellt Pirelli ohnedies schon vor eine enorme Herausforderung, schließlich sind die Temperaturen deutlich höher als in Melbourne, der Asphalt ist zudem rauer.

Halten die Reifen, kommt KERS zum Einsatz?

"Die Streckentemperatur ist hier brutal", weiß Webber. "Es wird interessant sein, wie sich das auf die Reifen auswirkt. Niemand weiß das derzeit." Er verweist auf die Reifentests in der Türkei, wo ebenfalls sehr hohe Streckentemperaturen üblich sind: "Ich weiß nicht, was sie in Istanbul und an anderen Orten gemacht haben, doch das ist wahrscheinlich die bisher größte Herausforderung, der sich die Firma stellen muss. Wir werden sehen, wie es ihnen geht, da selbst sie einige Boxenstopps erwarten. Wir werden fahren, diese Boxenstopps machen und weiterfahren."

Doch die Lebensdauer der Pirelli-Reifen ist nicht die einzige Herausforderung für Red Bull. In Australien musste man die Batterien des Hybridsystems KERS am Freitag wegen Überhitzung ausbauen - Qualifying und Rennen bestritt man daher ohne die 82 Zusatz-PS. Im Albert Park hielt sich der Schaden noch in Grenzen, doch der Sepang International Circuit erfordert mit seinen langen Geraden den Einsatz des Systems.

Webber erklärt, dass die Entscheidung über einen Einsatz des Systems, das inzwischen in der Fabrik leicht adaptiert wurde, im Training am Freitag fallen wird. "Es wird ständig weiterentwickelt und wir müssen es morgen einsetzen. Dann werden wir sehen, ob wir es auch im Rennen verwenden", sagt der 34-Jährige. "Wir konnten es seit Melbourne nicht testen. Es ist das erste Mal, dass es wieder im Auto ist, es wird uns hier mehr Vertrauen geben. Andererseits war das Auto in Australien nicht so schäbig, dass wir es unbedingt einsetzen müssen." Dennoch ist ihm bewusst, dass man das KERS-Problem schleunigst lösen muss, "denn das ist etwas, was man im Auto haben sollte."

Entscheidendes Wochenende für Heckflügel

Während KERS vor allem auf der langen Start-Ziel-Geraden beim Start wichtig sein wird, rechnet Webber auch damit, dass der verstellbare Heckflügel diesmal größeren Einfluss auf das Rennen haben wird als in Australien. "Ich kam in Australien einige Male knapp an Fernando heran und nur einmal an Lewis in der dritten Runde. Bei Fernando habe ich damit gerechnet, dass ich mehr Druck ausüben kann", zeigt sich Webber von der Wirkung des Heckflügels in Melbourne enttäuscht.

Doch er kennt die Gründe: "Die Kurve vor der Start-Ziel-Geraden ist dort zu schnell. Und selbst wenn man eingangs Kurve eins knapp dran war, konnte der Vordermann sehr einfach deine Linie manipulieren, damit du einen anderen Einfahrtswinkel hast." In Sepang sollte der Vordermann aber nicht mehr so leichtes Spiel haben: "Das wird eine ganz andere Geschichte, wenn du am Scheitelpunkt der Kurve 15 in der Ermittlungszone nah genug dran bist."

Laut dem Red-Bull-Piloten herrschen in Sepang die optimalen Bedingungen für den Einsatz des verstellbaren Heckflügels: "Wenn es hier nicht funktioniert, dann weiß ich nicht, wo es funktionieren soll. Wir beginnen die Runde mit einer langsamen Kurve, haben also eine langsame Kurve als Bremspunkt und dazwischen liegt der Flughafen von Heathrow mit all seinen Möglichkeiten - es sollte also funktionieren."

Webber ist Sepang-Fan

Ganz allgemein ist Webber ein Fan des Sepang International Circuit. "Ich mag die Strecke", bestätigt er. "Es gibt eine gute Mischung aus schnellen und langsamen Kurven, es ist also eine Herausforderung für die Fahrer. Wir haben ein paar lange Geraden und ein paar harte Bremszonen, das sorgt für Überholmanöver."

Und dann wäre da noch der Wettergott, der sich immer wieder mit abrupten Stimmungsschwankungen bemerkbar macht: "Wir werden hier mit Sicherheit irgendwann die Regenreifen von Pirelli einsetzen. In diesen Teilen der Welt nieselt es nie, es schüttet und du läufst Gefahr, dass alles überflutet wird. Der Regen macht es nicht viel kühler im Cockpit. Es wird mit Sicherheit ein ereignisreiches Wochenende."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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