Fernando Alonso blickt dem Sepang-Wochenende gewohnt locker entgegen

Formel 1 2011

— 07.04.2011

Alonso: "Wir können wesentlich konkurrenzfähiger sein"

Fernando Alonso wertet den vierten Platz von Melbourne als gutes Ergebnis, möchte sich beim Rennen in Sepang aber trotzdem steigern

Fernando Alonso gibt sich vor dem zweiten Grand Prix der Saison gewohnt cool. Der Ferrari-Pilot betonte einen Tag vor dem Beginn des Rennwochenendes auf dem Sepang International Circuit in Malaysia, dass er den Ergebnissen vom Saisonauftakt in Melbourne nicht allzu viel Bedeutung beimisst - der Kurs im Albert Park sei einfach zu ungewöhnlich, um als Maßstab für den Rest der Saison gelten zu können.

"Wir haben in dieser Woche unsere Leistung in Melbourne untersucht", sagt Alonso. "Wir haben verstanden, dass wir arbeiten und das Auto verbessern müssen. Wir müssen aber auch die kommenden zwei bis drei Rennen abwarten und sehen, wie es läuft. Es bleibt abzuwarten, ob das Ergebnis aus Melbourne das wahre Bild zeigt, denn ich denke, dass Melbourne ein sehr spezieller Kurs ist mit einem besonderen Layout."

Der zweimalige Weltmeister geht davon aus, dass Ferrari in Malaysia wesentlich konkurrenzfähiger sein wird als in Australien. Allerdings wehrt sich Alonso gegen die Ansicht, das erste Rennen des Jahres sei ein Misserfolg für ihn gewesen: "Ich wiederhole es immer und immer wieder. Wir waren Vierter, Webber war Fünfter, Button war Sechster. Im Qualifying am Samstag waren sie noch eine Sekunde schneller, insofern war es ein gutes Ergebnis."

Dennoch gab die Leistung der Roten in Melbourne gewisse Rätsel auf. "Es ist nicht immer einfach, die Performance des Autos zu verstehen", gibt Alonso zu. "Ob es jetzt ein Problem mit den Reifentemperaturen war, oder so etwas - ich bin kein Fan davon, die Leistung eines Autos auf Temperaturschwankungen zurückzuführen. Wenn ein Auto schnell ist, dann muss es bei allen möglichen Temperaturen und mit allen Reifen, egal ob hart oder weich, schnell sein. Wenn wir in Melbourne nicht schnell genug gewesen sind, dann lag es nicht an den Reifen oder den Temperaturen der Reifen."

Melbourne-Wochenende war keine Überraschung

Allerdings hat der Spanier für seine eigene Leistungssteigerung von Samstag auf Sonntag auch keine andere Erklärung. "Am Sonntag war es sonniger, die Temperaturen waren etwas höher. Im Rennen haben wir mit Button und Webber gekämpft, was bedeutet, dass wir am Samstag weit weg waren und es am Sonntag etwas besser gewesen ist." Überrascht habe ihn der Verlauf des ersten Rennwochenendes aber trotzdem nicht.

"Ich habe in Melbourne nichts Besonderes erwartet, denn bei den Wintertests erhält man nie den vollen Überblick", weiß Alonso. "Es gab keine Überraschungen, auch wenn wir zuversichtlich waren, um die Pole-Position und den Sieg im Rennen kämpfen zu können. Das war nicht der Fall, denn wir waren nicht schnell genug. Insofern war es für uns selbst enttäuschend, aber wir wussten, dass so etwas möglich war."

"Wir sind nicht angekommen und haben gedacht, dass wir die Favoriten seien, oder so etwas", fährt er fort. "Wir respektieren den Speed und die Ergebnisse der Anderen. Wir wissen, dass wir weiter arbeiten und das Auto verbessern müssen. Hoffentlich machen wir in Sepang einen besseren Job. Wenn wir hier aufs Treppchen fahren wollen, müssen wir einen besseren Job machen, daran gibt es keinen Zweifel."

Alonso hofft, dass dem Ferrari der aerodynamisch anspruchsvolle Kurs vor den Toren Kuala Lumpurs besser liegt als der Stadtkurs von Melbourne. "Auf der Strecke ist es am wichtigsten, eine gute Balance und eine gute Pace im Auto zu haben. Es ist hier wie in Barcelona, wo man Abtrieb am Auto braucht, wo man eine gute Aerodynamik braucht. Wir müssen das Auto im Training am Freitag so gut wie möglich abstimmen und die Aerodynamik so optimieren, dass sie hier funktioniert."

Ferrari durch KERS im Vorteil?

In Australien verzichtete Red Bull zur Überraschung vieler Experten auf den Einsatz von KERS. Trotzdem fuhr Weltmeister Sebastian Vettel in der Qualifikation und im Rennen allen davon. Alonso weiß nicht, wie sich Red Bull diesbezüglich in Malaysia verhalten wird und konzentriert sich lieber auf die eigenen Stärken. "Bei uns hat es gut funktioniert, das sollte also ein kleiner Vorteil sein in Bezug auf die Integration von KERS in das Auto. Was die Leistung betrifft, funktionieren alle KER-Systeme mehr oder weniger auf die gleiche Art und Weise."

Malaysia ist für seine Wetterkapriolen bekannt. 2009 führte der starke Monsunregen zum vorzeitigen Abbruch des Rennens, im vergangenen Jahr regnete es im Qualifying. Am Donnerstag regnete es in Sepang ebenfalls, aber Alonso ist deswegen nicht besorgt."Es ist für alle gleich. Wir sind auf alle Witterungsbedingungen vorbereitet. Für die Zuschauer wird es so vielleicht ein interessanteres Wochenende, aber für die Teams und die Fahrer ist es immer etwas, das man im Hinterkopf behalten muss, denn hier kann in Sachen Wetter alles passieren."

Der Vizeweltmeister könnte wechselhaften Bedingungen im Verlauf des Rennwochenendes sogar etwas Positives abgewinnen. "Sollte es am Freitag oder Samstag die Gelegenheit geben, die Regenreifen oder die Intermediates auszuprobieren, werden diese Informationen auch sehr willkommen sein, um zu erfahren, wie die Reifen hier unter diesen Temperaturen funktionieren", sagt Alonso. " Wir hatten bei den Wintertests nur einen Tag unter nassen Bedingungen, bei einer Außentemperatur von acht Grad Celsius. Hier sind es 30 Grad, insofern wäre das für uns alle eine ungewisse Situation, nicht bloß für Ferrari."

Fotoquelle: xpb.cc

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