Erleichtert: Sebastian Vettel musste diesmal deutlich härter kämpfen

Formel 1 2011

— 09.04.2011

Vettel: "Es war kein einfaches Wochenende"

Sebastian Vettel über seine Pole-Position in Sepang, die ihm nicht gelungen wäre, wenn er sich nur vier Sekunden länger Zeit gelassen hätte...

Frage: "Sebastian, dritte Pole-Position hintereinander, aber die heute war etwas knapper als die in Australien..."
Sebastian Vettel: "Ja, das kann man wohl sagen. Es war bis zum Qualifying kein einfaches Wochenende. Ich war zufrieden mit dem Auto, fand aber nie den richtigen Rhythmus, daher lief es gestern nicht ganz so rund wie erhofft. Das ging heute Morgen weiter, aber wir wussten, dass noch was im Auto steckt. Hauptsache war, daran zu glauben - und im Qualifying hat es dann auf Anhieb funktioniert. Es waren drei sehr gute Qualifyings und am Ende ging es mit den McLaren-Jungs ziemlich eng zu. Ich bin sehr, sehr glücklich."

"Großes Kompliment an die Jungs im Team, speziell an die, die für KERS zuständig sind. Nach dem letzten Rennen wurden wir dafür kritisiert, dass wir es nicht hatten. Darauf waren wir nicht stolz, aber bis zu diesem Wochenende konnten wir die meisten Probleme lösen. Wenn wir es heute nicht gehabt hätten, würde keiner von uns beiden hier sitzen, weder ich noch Mark. Das ist eine tolle Leistung. Wir haben alle Hand in Hand gearbeitet und das ist die Belohnung dafür. Also arbeiten wir weiter. Ich bin sehr zufrieden."

Diesmal kein Luxus-Puffer

Frage: "War es heute schwieriger als in Australien?"
Vettel: "Ja, es war deutlich enger. Australien war natürlich schon ein Luxus, wenn man weiß, dass man drei, vier, fünf Zehntel locker auf seiner Seite hat. Das war hier nicht der Fall. Das heißt nicht, dass wir in Australien spazieren gefahren sind, sondern man versucht immer, das Maximum aus dem Auto herauszuquetschen - so auch hier."

"Es war sehr eng, aber das Zehntel war zu unseren Gunsten. Wir haben in der kurzen Zeit sehr hart gearbeitet. Das ist der Lohn dafür. Nichtsdestotrotz wartet morgen ein hartes Rennen auf uns, in dem sehr viel passieren kann. Durch die späte Startzeit ist die Regenwahrscheinlichkeit hoch. Viele Sachen also, die noch beantwortet werden müssen. Die Sachen, die bisher offen waren, haben wir aber gut gemeistert. Jetzt schauen wir auf morgen."

Frage: "Man hätte fast meinen können, dass du beweisen wolltest, dass du recht hattest, als du gesagt hast, dass McLaren stark aufgeholt hat. Welche Probleme hattet ihr denn genau?"
Vettel: "Es war kein bestimmtes Problem mit dem Auto und es war auch nichts kaputt, aber es lief einfach nicht so rund. Da ein bisschen Verkehr, dort ein Fehler. Es lief einfach nicht ganz so reibungslos, daher fand ich keinen guten Rhythmus. Die Strecke hier kann diesbezüglich sehr knifflig sein. Es gibt verschiedene Linien und es dauert jedes Jahr ein bisschen, sich darauf einzuschießen."

"Unterm Strich bin ich froh, dass wir es geschafft haben. Der Abstand ist aber kleiner als in Australien, was beweist, wie schnell sich die Dinge ändern können. Du weißt nie, was beim nächsten Rennen ist. Jetzt konzentrieren wir uns auf morgen. Die Leistung heute hat gepasst und wir sind zufrieden, besonders auch für meine Jungs, denn es ist ein schwieriges Rennen. In der Box ist es unheimlich heiß. Die Luftfeuchtigkeit ist auch extrem, aber heute Abend können sie sich einmal richtig ausschlafen. Das freut mich für sie."

Frage: "Im Winter hieß es, dass ihr dominieren würdet. Wie überrascht bist du jetzt über den Speed von Lewis Hamilton?"
Vettel: "Es ist ja nicht nur Lewis, denn jedes Team hat zwei Fahrer. Jenson war auch sehr schnell. Keine Ahnung, was in Q3 los war, aber in Q2 war er der Schnellste. Morgen startet er als Vierter. Es ist ein langes Rennen und ich glaube nicht, dass die Startpositionen so entscheidend sind wie letztes Jahr. Wir werden viele Boxenstopps sehen."

Frage: "Glaubst du, dass ihr mehr als drei Sätze weicher Reifen verwenden werdet?"
Vettel: "Mal schauen. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass wir mehr als drei Reifensätze verwenden werden. Es wird sehr wahrscheinlich sehr viele Boxenstopps geben."

Höherer Reifenverschleiß als beim Auftakt

Frage: "Wie wird das Rennen ablaufen? Wie viel Vorsprung kannst du im ersten Stint auf weichen Reifen herausholen, die vielleicht nicht ganz so lange halten werden wie erhofft?"
Vettel: "In Australien haben wir viel gelernt. Hier haben wir gleich festgestellt, dass die Reifen nicht annähernd so lange halten wie dort. Hier ist alles anders: Strecke, Bedingungen. Es ist viel heißer und damit anspruchsvoller für die Reifen. Gestern konnten wir uns davon schon ein Bild machen. Wir sind recht zufrieden mit dem Renntrimm und werden sehen, was sich machen lässt."

"Es wird aber ein ganz anderes Rennen als Australien. Ich rechne auf jeden Fall mit mehr Boxenstopps - mal sehen wie viel mehr. Ich hoffe nur, dass die Zuschauer beim Zählen nicht durcheinander kommen! Hier ist es meistens heiß, es wird kein Zuckerschlecken - aber dieses Jahr ist es ein bisschen kälter. Ich friere fast (lacht; Anm. d. Red.)! Nein, es ist verdammt heißt. Man sieht's an all den Fahrern, aber auch an den Mechanikern, dass es sehr warm ist und dass es keinen Luftzug gibt - die Luft steht."

"Vor allem kurz bevor es zu regnen anfängt ist es extrem - man fragt sich, warum man nicht schwimmt, wenn man so nass ist! Aber es ist einfach eine andere Welt, etwas ganz Besonderes, eine Extra-Herausforderung. Letztes Jahr war sehr hart und morgen wird auch wieder ähnlich. Man muss über das gesamte Rennen den Kopf eingeschaltet lassen und sich auf jede Kleinigkeit konzentrieren."

Frage: "Es war nicht nur von der Rundenzeit her knapp, sondern du hast deine letzte Runde nur vier Sekunden vor Ablauf der Zeit begonnen..."
Vettel: "Ja, aber waren ja noch drei übrig, oder? Im Ernst: Ich wusste, in dem Moment, als ich rausgefahren bin, dass es knapp wird. Ich war das letzte Auto, das auf die Strecke ging, und ich hatte einen Renault und Jenson vor mir."

"Ich wäre gern früher über die Linie gefahren, um ein bisschen mehr Luft zu haben, aber dann wäre ich auf Jenson aufgelaufen und die Runde wäre umsonst gewesen. Dementsprechend musste ich den Abstand genau timen. Für eine Qualifying-Runde war ich schon sehr knapp hinter Jenson - näher dran sollte man nicht mehr sein. Dass es nur vier Sekunden waren, wusste ich bis gerade eben nicht, aber dass es weniger als zehn werden könnten, war mir schon vorher bewusst. Hauptsache ist, dass wir es geschafft haben."

Frage: "Das ist dein bester Startplatz auf dieser Strecke und deine 17. Pole-Position insgesamt."
Vettel: "Ja. Mark war letztes Jahr auf Pole und ich damals Dritter. Ich hoffe, dass er mir in der ersten Kurve nicht das Gleiche antut wie ich im letztes Jahr! Ich glaube, es wird ein sehr langes Rennen, und letztes Jahr war ganz anders, aber ich bin glücklich."

Im Qualifying erstmals problemlos

"Wie gesagt war ich das ganze Wochenende zufrieden mit dem Auto, aber ich konnte es nicht so recht beweisen. Ich fand einfach keinen ordentlichen Rhythmus, würde ich sagen. Ich habe aber daran geglaubt und wusste, dass es irgendwo drinsteckt, dass das Auto in Ordnung ist. Große Probleme hatte ich nicht, aber im Qualifying fuhr ich meine ersten problemlosen Runs, daher bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis."

"Gratulation noch einmal an die Jungs in der Fabrik. Sie haben es innerhalb von zehn Tagen geschafft, KERS hinzubekommen, was heute den Unterschied gemacht hat. Sie haben dafür hart geschuftet, noch dazu weil wir ja nicht in Silverstone fahren, sondern in Australien und Malaysia. Das ist weit von zu Hause weg. Ohne KERS wären wir heute hinter den McLaren-Jungs gelandet. Darauf bin ich sehr stolz."

Frage: "Wie hat KERS funktioniert?"
Vettel: "Gut, tadellos. Es hat keine Probleme gemacht. In Australien hatten wir es nicht an Bord. Das macht uns nicht stolz, aber Australien ist abgehakt. Wir hatten trotzdem ein gutes Ergebnis dort. Hier wurden die Karten neu gemischt. Man sieht, die Abstände sind doch alle ein bisschen anders - und zum Teil auch anders verteilt. Ich glaube, morgen wird es spannend. KERS ist sehr wichtig, weil der Weg zur ersten Kurve deutlich länger ist als in Australien. Wir haben nichts zu befürchten und freuen uns auf morgen."

Frage: "Ist die Zehntelsekunde Abstand zwischen dir und Lewis Hamilton so in Ordnung?"
Vettel: "Wenn du ins Qualifying gehst, lässt du die Hose runter und schaust, was du hast. Ich bin sehr zufrieden, dass wir es geschafft haben. Es ist hier sehr wichtig, auf der sauberen Seite zu starten. Sie haben die Seiten gewechselt, glaube ich. Andererseits liegt noch so viel vor uns. Morgen wird ein langes Rennen und wenn wir morgen aufwachen, ist der heutige Tag schon Geschichte."

"Das Rennen ist ein neuer Tag, eine neue Chance. Wenn du auf Pole stehst, kannst du dich nicht mehr verbessern, aber du musst deinen Job erstmal machen. Ich bin überrascht, dass es noch nicht geregnet hat, aber wir wissen, dass Regen hier sehr wahrscheinlich ist. Dann kann alles passieren und man kann sich auf nichts mehr verlassen."

Frage: "Im Nachhinein stellt sich natürlich die Frage, ob du in den Trainings nur geblufft hast..."
Vettel: "Nein, bluffen kann man das nicht nennen. In den Sessions gestern und heute Morgen lief es wie gesagt einfach nicht so rund. Es kam einfach nicht alles so zusammen wie gewünscht. Ich wusste aber, dass es definitiv möglich ist. Im Qualifying hat es direkt ab dem ersten Run gut gepasst und es lief bis zum Ende ganz rund. Die letzte Runde war letzten Endes entscheidend. Es war sehr eng, aber ich bin sehr glücklich, dass wir vorne sind."

Fotoquelle: xpb.cc

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