Eric Boullier kann mit Nick Heidfelds Leistung mehr als zufrieden sein

Formel 1 2011

— 10.04.2011

Heidfeld macht Boullier Lust auf mehr

Teamchef Eric Boullier spricht über die grandiosen Renault-Starts und Nick Heidfelds starke Wiedergutmachungs-Vorstellung in Sepang

Nach dem unglücklich verlaufenen Saisonauftakt in Melbourne trat Nick Heidfeld heute den Beweis an, dass er doch der richtige Mann ist, um den verletzten Robert Kubica bei Renault zu ersetzen. Der Deutsche fuhr in Sepang ein fehlerfreies Rennen und landete trotz eines Patzers seiner Crew beim ersten Boxenstopp, durch den er vom zweiten auf den fünften Platz zurückfiel, auf dem Podium.

"Wir wussten, dass Nick zurückschlagen würde - hinter seinem Speed stand für uns nie ein Fragezeichen", erklärt Teamchef Eric Boullier gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Er hatte in Melbourne ein sehr schwieriges Wochenende mit Problemen und einem schlechten Handling und Verkehr im Qualifying, aber wir haben nicht an ihm gezweifelt. Hier hatte er ein gutes Wochenende und definitiv ein gutes Rennen."

Platz zwei wäre möglich gewesen

Gar nicht auszudenken, was möglich gewesen wäre, wenn es nicht beim ersten Reifenwechsel "ein Problem mit dem Schlagschrauber" gegeben hätte. Denn Heidfeld lag zu jenem Zeitpunkt vier Sekunden vor Jenson Button, der am Ende 3,2 Sekunden hinter Sieger Sebastian Vettel Zweiter wurde. Allerdings muss die Kirche vorerst noch im Dorf bleiben, denn "Quick Nick" fuhr nur die siebtschnellste Rennrunde, eine Sekunde hinter dem Bestwert von Mark Webber.

"Wir müssen realistisch bleiben", weiß Boullier. "Ein Podium ist ein gutes Ergebnis, denn Alonso und Hamilton haben sich berührt und davon haben wir profitiert. Normalerweise wäre es Platz fünf geworden, aber das Podium ist eine schöne Belohnung für Nick und für das Team. Alonso war eigentlich vor uns, also kann ich nicht behaupten, dass wir schneller sind als Ferrari. Es sieht aber so aus, dass wir schneller sind als Mercedes."

Ermutigt von zwei Podestplätzen in den ersten zwei Rennen hält Boullier nun "natürlich" auch an seinem Saisonziel fest, vielleicht mal an einem Grand-Prix-Sieg zu schnuppern: "Wir brauchen noch ein bisschen fremde Hilfe, um gewinnen zu können, aber wenn du regelmäßig auf das Podium fahren kannst, kannst du mit ein bisschen Glück auch mal gewinnen", behauptet er und ergänzt: "Wenn es so weitergeht, wäre ich sehr zufrieden."

Doch bei allem Selbstbewusstsein gibt der Franzose zu, dass er "sicher nicht" erwartet hätte, in den ersten beiden Rennen zweimal auf dem Podium zu landen: "Ich habe schon damit gerechnet, dieses Jahr öfter auf dem Podium zu stehen als vergangenes Jahr, aber das ist ein sehr guter Saisonstart", erklärt Boullier, der in der Woche vor Schanghai "wegen Meetings" zurück nach Europa muss. Aber: "Ich denke, das Team wird heute ein bisschen feiern."

Renault startet derzeit am besten

Ein Erfolgsgeheimnis des R31 scheinen die sensationellen Starts zu sein: Heidfeld verbesserte sich in Melbourne vom 18. auf den elften und heute vom sechsten auf den zweiten Platz. Witali Petrow schob sich vor zwei Wochen von sechs auf vier und in Sepang von acht auf fünf. Die Konkurrenz kratzt sich am Kopf: "Ich würde gerne wissen, warum diese Autos so gute Traktion haben", wundert sich Force-India-Testfahrer Nico Hülkenberg bei den TV-Kollegen von 'Sky'.

"Das verrate ich nicht", grinst Boullier. "Natürlich ist es Teil der Teamstrategie, an einem guten Start zu arbeiten. Das ist eine komplexe Angelegenheit, aber mehr Details kann ich nicht verraten. Wir hatten heute einen sehr guten Start, was für die Ausführung der Strategie immer wichtig ist." Noch wichtiger war eigentlich nur, dass Petrow seine spektakuläre Raketeneinlage nach selbstverschuldetem Ausritt unbeschadet überstand.

"Als ich die Wiederholung sah, machte ich mir Sorgen, dass ihm etwas passiert sein könnte", gesteht Boullier. "Der so hohe Sprung aus einem so großen Loch wie diesem war sehr erschreckend. Sein Luftstand war sehr hoch und ich hatte Angst, dass er sich den Rücken verletzt haben könnte. Für so etwas sind diese Rennautos nicht gebaut. Sieht so aus, als wäre die Lenksäule gebrochen. Aber es geht ihm gut und ich bin erleichtert, auch wenn es mir leid tut, dass er nicht Siebter geworden ist."

Unter normalen Umständen hätte Petrow seinen kleinen Ausritt ohne Probleme überstanden, durch eine Bodenwelle hob er jedoch ab und brach sich dabei die Lenksäule. Fakt ist aber: Ohne Fahrfehler wäre es nie so weit gekommen. Das weiß auch Boullier und kritisiert: "Platz sieben wäre gut gewesen, dann hätten wir mit beiden Autos Punkte geholt. Es ist enttäuschend, drei Runden vor Schluss auf diese Weise von der Strecke abzukommen."

Fotoquelle: Renault

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