Kurz nach diesem Foto kam es zur Berührung zwischen Hamilton und Alonso

Formel 1 2011

— 10.04.2011

Hamilton schäumt über 20-Sekunden-Strafe

"Krieg der Sterne" reloaded: Lewis Hamilton ärgert sich, dass Fernando Alonso nach der Kollision in Sepang ungeschoren davongekommen ist

Lewis Hamilton und Fernando Alonso (ohne DRS-Heckflügel) lieferten sich heute in Sepang ein herzerfrischendes Duell um den dritten Platz. Doch weil Alonso auf den langen Geraden mit stumpfen Waffen kämpfte, probierte er es in den kurvenreicheren Passagen umso aggressiver - was ihm in Runde 46 die Frontflügel-Endplatte auf der linken Seite kostete .

Die drei FIA-Kommissare (Emanuele Pirro, Garry Connelly und Vincenzo Spano) entschieden nach dem Rennen: 20 Sekunden Zeitstrafe gegen Hamilton wegen eines unerlaubten Spurwechsels in Runde 45, 20 Sekunden Zeitstrafe gegen Alonso wegen der Kollision an sich. "20 Sekunden für ihn, 20 Sekunden für mich. An meiner Position ändert sich nichts, also ist es kein großes Drama. Ich bin so oder so Sechster", meint der Ferrari-Pilot achselzuckend.

Hamilton schlecht gelaunt

Sein früherer McLaren-Teamkollege sieht das Thema freilich weniger entspannt: "Ich wusste, dass ich eine Strafe bekomme", ärgert sich Hamilton gegenüber der 'Daily Mail'. "Ich bin nicht überrascht. Ich war bei den Kommissaren und habe schon damit gerechnet. Ich male mir immer das Worst-Case-Szenario aus. Es ist zumindest nur ein Platz. So, wie dieses Wochenende gelaufen ist, fühle ich mich deswegen auch nicht schlechter."

Der Brite fiel durch die Strafe vom siebten auf den achten Platz zurück und verlor dadurch zwei WM-Punkte, die später in der Saison noch wichtig werden könnten. Dass er eine Position zurückgereiht wurde, Alonso aber nicht, ärgert ihn umso mehr: "Dann hat er in Wahrheit keine Strafe bekommen." Findest du das fair? "That's Racing", winkt Hamilton ab. "Ich werde mich über die Strafe nicht ärgern und sie auch nicht in Frage stellen."

"Was mich betrifft: Ich darf die Linie nicht öfter als einmal wechseln", bekennt er sich schuldig. "Halte ich das für gefährlich? Nein, aber so ist nun mal die Regel. 20 Sekunden sind keine so schlimme Strafe dafür. Was Fernando betrifft: Er hat mich gerammt, bekam dafür eine 20-Sekunden-Strafe, aber die hat für ihn eigentlich nichts verändert. Das ist nicht unbedingt das, was ich unter einer Strafe verstehe, aber noch einmal: That's Racing."

Teamchef Martin Whitmarsh stärkt ihm den Rücken, indem er die Entscheidung der FIA-Kommissare als "enttäuschend und überraschend" beschreibt, ergänzt aber: "Ich bin kein Kommissar. Sie treffen solche Entscheidungen und das muss man so hinnehmen, aber ich finde die Strafe gegen beide Fahrer ziemlich hart. Lewis hatte hier ein sehr turbulentes Wochenende, aber er ist stark und wird Mut aus den positiven Faktoren schöpfen."

Whitmarsh verbreitet Optimismus

"Nach Rennende war er natürlich sehr enttäuscht, aber wenn man ihn jetzt sieht, lächelt er schon wieder. Er ist drüber hinweg - und morgen wird es ihm noch besser gehen", glaubt der 52-Jährige. "Er weiß, dass wir alles unternehmen werden, um in China zu gewinnen, und darauf wird er seine Energien bündeln. Ich glaube nicht, dass er sich durch das, was heute passiert ist, aus dem Konzept bringen lässt."

Alonso, der genau weiß, dass er an der Kollision selbst schuld war, spricht indes von einem "normalen Rennunfall", will von Spannungen nichts wissen: "Ich habe versucht, ihn zu überholen. Dabei haben wir uns berührt und mein Frontflügel ist kaputt gegangen", erklärt der 29-Jährige und nimmt mit seiner Antwort auf die Frage, ob er Hamilton unterstellt, in jener Rechtskurve gelupft zu haben, weiteren Wind aus den Segeln: "Nein."

Brisanz liegt dennoch in der Luft, denn während ihres gemeinsamen McLaren-Jahres (2007) lieferten sich die beiden den vielzitierten "Krieg der Sterne". Der wurde kürzlich wiederbelebt, als Hamilton in einem Zeitungsinterview erklärte: "Ich werde immer Fernando für meinen Erzrivalen und härtesten Gegner halten." Doch die Umstände sind heute anders als vor vier Jahren, sodass eine neuerliche Eskalation zwischen den beiden Ausnahmekönnern nicht zu erwarten ist.

"Das ist Teil des Spiels", relativiert Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali den anschließenden Verbalkonter von Alonso. "Wenn du ein sehr talentierter Fahrer bist, dann brauchst du einen Gegenspieler, einen Rivalen. Für mich ist das Wichtigste, dass sie sportlich fair bleiben und den Sportkodex einhalten. Fernando ist ein sehr starker Fahrer. Er kennt das Potenzial von Lewis und allen anderen Fahrern. Ich bin mir sicher, dass er großen Respekt vor dem Rennfahrer Lewis hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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