Renault-Pilot Witali Petrow hatte gestern in Sepang Glück im Unglück

Formel 1 2011

— 11.04.2011

Petrow: "Es war nicht weiter erschreckend"

Renault-Fahrer Witali Petrow hat seine Schrecksekunde aus dem Malaysia-Rennen gut weggesteckt, reagiert aber allergisch auf den Begriff "Bezahlfahrer"

Zwei Wochen nach seiner sensationellen Podestfahrt sorgte Witali Petrow erneut für Schlagzeilen. Der russische Renault-Fahrer lag im Großen Preis von Malaysia auf Kurs zu einem weiteren guten Punkteergebnis, als ihm wenige Augenblicke vor dem Rennende ein kurioser Zwischenfall widerfuhr: Der Renault R31 des 26-Jährigen hob über eine Bodenwelle ab und krachte zurück auf die Strecke.

Was erst "nur" wie ein heftiger Unfall aussah, erhielt durch die Bilder der Bordkamera eine ganz neue Dimension: Beim Aufprall brach die Halterung des Lenkrads und Petrow hielt plötzlich das lose Steuer in seinen Händen. Der Russe reagierte aber geistesgegenwärtig, bremste seinen Rennwagen ab und nahm beim Ausrollen lediglich ein Styroporschild mit - einen schlimmeren Crash konnte er vermeiden.

Den Beobachtern dieser Szene hatte allerdings der Atem gestockt, wie Renault-Teamchef Eric Boullier rückblickend gesteht. "Es war schon erschreckend, ihn so hoch fliegen zu sehen. Wenn ein Formel-1-Auto derart abhebt, kann die Landung gar nicht sanft sein", meint der Franzose. "So war es dann auch, denn die Halterung des Lenkrads brach. Das war eine direkte Folge des Aufschlags."

Petrow hatte keine Angst vor dem Aufprall

"Das war schlimm genug", findet Boulllier und merkt an: "Als ich das Lenkrad in seinen Händen sah, hatte ich nur den einen Gedanken: Irgendetwas lief gewaltig schief." Petrow, der vor zwei Wochen erstmals auf dem Siegertreppchen der Formel 1 gestanden hatte, nahm seinen erneuten "Höhenflug" vergleichsweise gelassen hin. "Es war nicht weiter erschreckend für mich", sagt der 26-Jährige.

"Um ehrlich zu sein: Ich weiß noch immer nicht, was ich da angestellt habe. Es handelt sich um eine knifflige Kurve und Lewis lag hinter mir. Ich hatte nur noch zwei Runden vor mir und meine Reifen sahen gut aus. Ich sammelte aber etwas Gummiabrieb auf, was in Untersteuern mündete. Deswegen rutschte ich von der Linie - und dort war eine große Bodenwelle", schildert Petrow den Hergang.

Genau an dieser Stelle wurde die "Rakete von Wyborg", wie Petrow in seiner russischen Heimat genannt wird, tatsächlich zum Fluggeschoss. Den Zwischenfall erlebte der Renault-Pilot aber betont nüchtern: "Als ich wieder auf dem Boden aufschlug, dachte ich zunächst einfach nur, mein Rennen wäre gelaufen. Du weißt ja vorher, dass es einen großen Unfall geben wird", erläutert der Russe.

Positives Fazit trotz heftigem Unfall

"Es ist viel übler, wenn du kurz vor deinem Crash auf eine Mauer zurast. Unterm Strich war es ein kleiner Fehler, der nicht die Konsequenzen haben sollte, die er tatsächlich hatte", hält Petrow fest. Vielmehr hätte er seinen R31 auch beim zweiten Rennen des Jahres in die Top 10 manövrieren wollen. "Unsere beiden Rennwagen hätten in den Punkterängen ankommen sollen", sagt Petrow.

Renault dürfe allerdings auch viel Positives aus Malaysia mitnehmen, fügt der ehemalige GP2-Fahrer hinzu. "Die gute Nachricht ist doch: Wir haben ganz klar die Geschwindigkeit, die man in diesem Jahr braucht, um konkurrenzfähig zu sein", gibt Petrow zu Protokoll. Harte Kritik an seiner Person, wie sie seit Melbourne nicht mehr auftrat, will der Youngster jedenfalls nicht mehr länger hinnehmen.

Gegenüber dem 'Independent' stellt Petrow klar, was er von der Bezeichnung "Bezahlfahrer" hält: "Wenn jemand so etwas sagt, antworte ich nur, dass er den Mund halten soll. Ich möchte mir so etwas nicht anhören", sagt der aus Russland stammende Rennfahrer. "Die Leute sollen nicht denken, dass wir nur des Geldes wegen hier sind. Ich denke, nach ein paar Rennen kann man das auch sehen."

Fotoquelle: Renault

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