Renault will in China an die bisherigen Erfolge in dieser Saison anknüpfen

Formel 1 2011

— 12.04.2011

Renault macht Jagd auf drittes Podium

Nick Heidfeld und Witali Petrow wollen auch in Schanghai wieder vorn mitfahren - Wichtig ist, im Entwicklungsrennen der Teams mitzuhalten

Nick Heidfeld hat mit seinem dritten Platz in Malaysia gezeigt, dass das Podium seines Kollegen Witali Petrow in Melbourne aus Renault-Sicht kein Strohfeuer war. Die schwarz-goldene Truppe aus Enstone mischt weiter vorne mit, sehr zur Freude von Teamchef Eric Boullier.

"Zwei Rennen, zwei Podestplätze! Das ist eine tolle Belohnung für alle im Team und zeigt einmal mehr, dass sich all die Mühe und harte Arbeit im Winter ausgezahlt hat", sagt Boullier. "Wichtig ist vor allem, dass diese zwei Podestplätze auf zwei verschiedenen Strecken von zwei verschiedenen Fahrern geholt wurden. Das zeigt, dass wir ein Auto haben, das sich gut an die Bedingungen anpassen lässt. Es bestätigt auch, dass wir uns im Kampf um das Podium auf beide Fahrer verlassen können."

Der Teamchef hatte ohnehin immer das Vertrauen, dass er mit Nick Heidfeld einen guten Ersatz für den verletzten Robert Kubica gefunden hat. Und nach Heidfelds Pech in Melbourne hat sich in Sepang bestätigt, dass das Vertrauen gerechtfertigt war. "Ich freue mich sehr über Nicks Ergebnis in Sepang", so Boullier. "Das war die beste Art, das schwierige Rennen von Melbourne hinter sich zu lassen. Wir hatten nie Zweifel an seinem Speed, aber er hat einfach ein normales Wochenende gebraucht, damit er sein Potenzial umsetzen konnte."

Auch Heidfeld selbst erinnert sich noch gern an den vergangenen Sonntag. "Das war ein super Ergebnis für mich und das Team. Nach zwei Rennen haben wir zwei Podestplätze, das zeigt, welche großen Fortschritte das Team über den Winter gemacht hat", sagt der Mönchengladbacher. "Ich hoffe, dass wir im Entwicklungsrennen mithalten und in diesem Jahre noch viele weitere solche Ergebnisse holen."

Nun geht es nach Schanghai, wo bereits am kommenden Sonntag mit dem China-Grand-Prix das dritte Rennen der Saison ansteht. "Das ist keine Strecke, an die ich tolle Erinnerungen habe. Hoffentlich ändert sich das in diesem Jahr", erklärt Heidfeld schmunzelnd. Ob auch in Schanghai ein Podestplatz möglich ist, könne man jetzt aber noch nicht sagen.

"Das hängt davon ab, welche Updates die anderen Teams mit nach China bringen", erklärt Heidfeld. "Wir hatten in Sepang ein gutes Update und machen in Schanghai keinen so großen Schritt. Aber ich denke, dass unser Auto auf dieser Strecke gut ist, denn wir haben einen guten Topspeed, was sich auf der langen Gegengeraden auszahlen sollte." Generell sei Schanghai " eine schöne Strecke, weil sie nicht wie die anderen ist. Es gibt ein paar ungewöhnliche Kurven und eine lange Gerade, die gut zum Überholen ist."

Und zusätzlichen Rückenwind könnte es für den Mönchengladbacher auch von den Tribünen geben: "Die Fans in Asien unterstützen einen immer ungemein. Ich denke auch, dass es für sie etwas Besonderes ist, wenn sie Leute mit blonden Haaren sehen. Also glaube ich, dass sie mich mögen!"

Während Heidfeld in Sepang auf dem Podium feierte, endete das Rennen für seinen Kollegen Petrow mit einer massiven Schrecksekunde, als sich nach einem heftigen Ausritt plötzlich das Lenkrad aus der Befestigung löste. Was da genau passiert ist, wisse er immer noch nicht genau, so der Russe: "Das Auto hat plötzlich untersteuert und ich bin ausgangs von Kurve acht immer weiter nach außen gekommen. Vielleicht waren meine Reifen dreckig oder ich habe neben der Ideallinie Gummi aufgenommen. Und dann kam dieser große Sprung, der mein Rennen beendet hat."

Trotzdem stimmt ihn die Performance, die er und Renault in Malaysia zeigen konnten, auch für China optimistisch. "Ich denke, dass wir wieder ein gutes Wochenende haben werden. Ich bin im Moment mit der Balance des Autos sehr zufrieden", berichtet Petrow. "Natürlich haben wir noch viel Arbeit vor uns, und wir müssen uns weiter steigern, wenn wir gegen die großen Teams kämpfen wollen."

Der Kurs in Schanghai sei "recht interessant, aber nicht einfach", erklärt er weiter. Vor allem die erste Kurve sei speziell, "weil sie unendlich lang ist". Petrow zählt Schanghai nicht zu seinen Lieblingsstrecken, aber: "Ich habe ganz gute Erinnerungen daran, weil ich dort im vergangenen Jahr meine ersten Punkte geholt habe. Wie wir in Malaysia gesehen haben, weißt du wirklich nicht, was du von den Reifen zu erwarten hast. Und DRS könnte hier auch große Auswirkungen haben, genauso wie in Sepang."

Für Renault gilt es, den Schwung aus den ersten beiden Rennen mit nach China zu nehmen. Und Teamchef Boullier denkt, dass dies auch möglich ist: "Wenn wir mit beiden Autos ein reibungsloses Wochenende haben, dann können wir hoffentlich wieder viele Punkte holen - oder sogar ein Podium. Warum nicht?"

Gefragt sind in China auch wieder die Strategen an der Boxenmauer. In dieser Saison ist das Planen der Taktik gar nicht mehr so einfach, hat auch Boullier festgestellt. "Ich denke, dass die neuen Regeln in die Strategien etwas Würze gebracht haben. Es ist jetzt viel schwieriger, die Strategie von der Boxenmauer aus zu planen und mitzubekommen, was jeder Einzelne in Sachen Reifen macht", sagt er. "Und mit dem Heckflügel ist Überholen nun möglich, wenn man nah genug dran ist. Ich gehe davon aus, dass wir in China wesentlich mehr Überholmanöver mit DRS sehen werden."

Renault-Pilot Nick Heidfeld glaubt das auch, obwohl er nach wie vor kein großer Fan des verstellbaren Heckflügels zu sein scheint: "Es war in Sepang viel Action im Rennen, und es ist klar, dass DRS beim Überholen hilft. Natürlich mag man den Flügel, wenn man damit jemand anderen überholt. Und man mag ihn nicht, wenn man überholt wird. Ich habe immer gesagt, dass mir die Idee, Rennen künstlich zu verbessern, nicht gefällt. Aber nun haben wir diese Regel, und wir müssen das Beste daraus machen."

Fotoquelle: xpb.cc

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