Die Integration von KERS in den RB7 bereitete Adrian Newey Kopfweh

Formel 1 2011

— 13.04.2011

Newey: Kopfweh durch KERS

Red-Bull-Designer Adrian Newey erklärt, wieso das Hybridsystem KERS Red Bull Probleme bereitet und warum die Konkurrenz darunter nicht so stark leidet

KERS ist ganz klar die Achillesferse des Red Bull RB7. Beim Saisonstart in Australien kam das Hybridsystem, das 6,7 Sekunden lang 82 Zusatz-PS pro Runde zulässt, nur im freien Training zum Einsatz. In Malaysia, wo die Streckencharakteristik einen Einsatz erforderte, musste Mark Webber während des gesamten Rennens darauf verzichten, Sebastian Vettel bekam von seinem Renningenieur etwas später im Grand Prix den Befehl, den KERS-Vorteil nicht mehr zu nutzen.

Doch woran scheitert Red Bull? Wo sind die Problemzonen in Sachen KERS? Red-Bull-Motorsport-Konsulent Helmut Marko wechselte im 'RTL'-Interview rasch das Thema, als das unangenehme Thema angeschnitten wurde. Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey ist da schon etwas auskunftsfreudiger. "Bei der Integration der unterschiedlichen Systeme ist KERS das größte Problem", meint der Brite. "Man will dabei die Nachteile für die Aerodynamik in Grenzen halten."

Zu viel Konzentration auf Aerodynamik?

Eine typische Newey-Aussage, schließlich heißt es in der Formel 1 hinter vorgehaltener Hand immer wieder, dass man es meiden sollte, in einem Newey-Team in einer anderen Abteilung als dem Aerodynamikbereich zu arbeiten. Da das Red-Bull-Genie die volle Konzentration auf seine Domäne fordert, ist man in anderen Bereichen mit extremen Kompromissen konfrontiert - da bleibt kaum Spielraum für künstlerische Freiheit. Und der Erfolg gab Newey mit seiner Herangehensweise bisher immer recht, was es für Mitarbeiter anderer Abteilungen noch schwieriger macht.

Doch nicht nur die Konzentration auf den Aerodynamikbereich verursacht die KERS-Probleme bei Red Bull. Newey verweist darauf, dass seine Mannschaft im Gegensatz zu Ferrari, Renault und Mercedes kein Herstellerteam ist und daher auch "nicht auf die Unterstützung eines Herstellers bei der Entwicklung von KERS" zurückgreifen kann.

Red Bull würde gerne auf KERS verzichten

"Unser KERS basiert auf dem System, das Renault für die Saison 2009 entwickelt hat", erklärt Newey. "Das wurde dann an unsere Integrationsanforderungen angepasst." Wenn man die Wahl hätte, würde man auf KERS liebend gerne verzichten, durch die Anhebung des Mindestgewichts und die festgelegte Gewichtsverteilung ist das System aber dieses Jahr ein Muss.

"KERS bereitet einem unabhängigen Team wie uns Kopfweh, auf das wir gerne verzichten würden", meint der 52-Jährige. Dennoch habe man keine Wahl, als sich damit auseinanderzusetzen: "So sind die Regeln und wir tun unser Bestes."

Fotoquelle: xpb.cc

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