Ferrari versucht derzeit alles, um den 150° Italia endlich flott zu machen

Formel 1 2011

— 14.04.2011

Panik bei Ferrari? Krisensitzung in Maranello

Die Ferrari-Führungsetage reiste von Malaysia direkt nach Maranello, um das Team auf den richtigen Weg zu bringen - Der Windkanal hatte falsche Daten ausgespuckt

Nur wenige Tage liegen zwischen den Rennen in Malaysia und China. Und trotzdem reiste die Ferrari-Führungsetage am Montag nach Maranello, um die miserable Lage beim selbsternannten Titelkandidaten in den Griff zu bekommen. Als die Autos in Schanghai eintrafen, waren Teamchef Stefano Domenicali, Technikchef Aldo Costa und Chefingenieur Pat Fry bereits in der Fabrik, um einen Notfall-Plan voranzutreiben.

"Zuhause in der Fabrik müssen wir jetzt richtig pushen, um unsere schwachen Leistungen zu verstehen", erklärt Teamchef Domenicali. "Wir müssen pushen, um unser Aerodynamikpaket zu verbessern, denn die Aerodynamik ist der Schlüssel zu allem. Wir werden versuchen, so schnell wie möglich die nötigen Updates zu bringen, vielleicht schon in China." Dabei bezieht er sich auf einen neuen Frontflügel, der den mangelnden Grip an der Vorderachse herstellen soll.

Vor dem Saisonstart war man in Maranello noch zuversichtlich gewesen, dass man als Siegkandidat in die Saison geht. Doch bisher konnte man nicht einmal einen Podestplatz einfahren. Warum klafft eine so große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit? Offenbar liegt es am Windkanal. "Wir müssen so schnell wie möglich verstehen", so Domenicali, "warum die Leistung auf der Strecke nicht mit den Daten aus dem Windkanal übereinstimmt. Wenn wir kein klares Bild haben, dann müssen wir die Richtung unserer Entwicklungsarbeit ändern."

Windkanal-Umstellung als Ursache?

Bei Ferrari hatte man den Windkanal im vergangenen Jahr von 50- auf 60-Prozent-Modelle umgestellt - das scheint nun Probleme zu bereiten. Dass man derzeit beim 150° Italia tatsächlich im Dunkeln tappt, beweist auch die Tatsache, dass man den Freitag in Malaysia hauptsächlich zu Aerodynamiktests nütze und damit wertvolle Zeit bei der Abstimmungsarbeit herschenkte.

Teamchef Domenicali weiß, dass sein Team schleunigst die Kurve kriegen muss, will man im Titelrennen an der Spitze dran bleiben. Die Gefahr ist groß, dass es nun zu Kurzschluss-Reaktionen kommt und die Unruhe bei Ferrari somit weiter wächst. Genau das wollen nun die Fahrer vermeiden.

Massa und Alonso beruhigen Team

"Bei Ferrari herrscht keine Panik", sagt Felipe Massa. "Wir wissen, dass wir mit Panik nichts erreichen. Alle müssen nun zusammenarbeiten und hart pushen, um unsere derzeitigen Probleme zu lösen, und in eine Richtung gehen, damit wir so schnell wie möglich bessere Ergebnisse einfahren."

Dass nun rasches Handeln gefragt ist, weiß auch Fernando Alonso: "Ich habe mit Präsident Montezemolo nach dem Rennen in Malaysia gesprochen: Er war nicht erfreut - warum sollte er auch, ich war es auch nicht. Wir wissen, dass wir jetzt rasch reagieren müssen, um die Lücke zum WM-Führenden zu schließen."

Trotzdem mahnt er sein Team mit einem Blick auf die vergangene Saison dazu an, kühlen Kopf zu bewahren: "Es ist wahr, dass wir im Vergleich zum letzten Jahr nach den ersten zwei Rennen weit zurückliegen: Damals führte ich in der WM und Vettel war weit zurück. Wenn man aber die Rennen in Australien und Malaysia unabhängig betrachtet, dann ist es auch wahr, dass ich jetzt acht Punkte mehr habe als letztes Jahr. Das ist natürlich ein Spiel, aber so versteht man auch, dass man Dinge unterschiedlich betrachten kann, sogar komplett gegensätzlich."

Fotoquelle: xpb.cc

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