Michael Schumacher und Sebastian Vettel am Donnerstag in Schanghai

Formel 1 2011

— 14.04.2011

Mercedes verändert Herangehensweise ans Rennen

Sebastian Vettel schreibt Michael Schumacher noch nicht ab, aber der siebenfache Weltmeister weiß, dass es noch ein bisschen dauern kann

Wie sich die Zeiten ändern können: Galt Mercedes nach Michael Schumachers Testbestzeit in Barcelona noch als Geheimfavorit für 2011, so schiebt das deutsch-britische Team nach gerade mal zwei Pünktchen in zwei Rennen schon wesentlich kleinere Brötchen. In Schanghai würde man einen Top-10-Einzug mit beiden Autos als Erfolg verbuchen.

"Sobald wir unsere Heckflügel-Probleme gelöst haben, können wir in den Top 10 mitfahren", erklärt Teamchef Ross Brawn gegenüber 'auto motor und sport' und räumt ein: "Wenngleich nicht an der Spitze des Feldes, wo wir gerne wären. Bevor die Heckflügel-Probleme am Samstag in Sepang einsetzten, hatten wir unter Qualifying-Bedingungen den Speed von Renault und Ferrari. Unser Rennspeed ist nicht so gut, aber wir arbeiten sehr hart daran, den Grund dafür zu verstehen."

Probleme im Renntrimm

Denn sobald die Mercedes-Mechaniker mehr Benzin in den Tank füllen, ist der MGP W02 noch langsamer als sonst. Woran das liegt, weiß momentan keiner so genau, aber für die ersten Rennen in Europa sind schon Updates geplant. "Faktum ist, dass wir in dem Bereich aktiv werden müssen und auch können", kündigt Schumacher an. "Wir werden das Wochenende hier ein bisschen anders angehen und versuchen, unser Problem zu verbessern."

Grundsätzlich sei der MGP W02 ein gutes Auto, "allerdings haben wir noch Probleme mit der Konstanz, sodass wir unser volles Potenzial noch nicht zeigen konnten", sagt Brawn und unterstreicht: "Uns ist vollkommen klar, dass unsere Leistung weit von dem entfernt ist, wo wir sein möchten, und wir arbeiten hart daran, ein konstantes und zuverlässiges Auto zu entwickeln." Von dem Vorhaben, aus eigener Kraft Grands Prix gewinnen zu wollen, muss sich Mercedes aber wohl verabschieden.

Sebastian Vettel schreibt seine deutschen Landsleute trotzdem noch nicht ab: "Die letzten zwei Rennen hatten wir ihn Gott sei Dank nicht im Rückspiegel. Für ihn würde es mich natürlich freuen, wenn er deutlich näherkommt und Mercedes generell die Form, die sie am Ende der Testfahrten hatten, wiederfindet. Auf der anderen Seite macht es mir auch nichts aus, wenn sie damit noch ein bisschen warten", grinst der Red-Bull-Pilot.

"Man muss nach wie vor absolut mit Michael und Mercedes rechnen", glaubt er. "Die Saison ist noch nicht so alt. Es tun alle so, als hätte sich alles schon gesetzt, aber es sind gerade mal zwei Rennen gefahren. Da kann noch sehr viel passieren, das Kräfteverhältnis kann sich noch verändern. Aber ich glaube, sobald beide - sowohl Nico wie auch Michael - vom Auto her die Chance haben, vorne reinzufahren, wird es eng."

Schumacher-Eigenlob für die Starts

Schumacher beneidet Vettel um "sein Paket und seine Möglichkeiten" und wünscht sich, dass auch Mercedes bald siegfähig sein wird: "Ich hoffe natürlich früher als später, es wird aber ein bisschen dauern. Zumindest an diesem Wochenende wird Sebastian nicht viel von mir sehen. Außer bei meinen Starts - da bin ich schon relativ nahe dran. Mein Teamkollege war nicht so nahe, also liegt es vielleicht nicht nur am KERS, sondern daran, wie man es umsetzt."

Vettels Flexi-Flügel würde er hingegen nicht einfach 1:1 übernehmen wollen: "Die Formel 1 besteht aus Details. Nur Details in der Menge machen letzten Endes erfolgreich. Ich kenne das aus der Vergangenheit, dafür muss man hart arbeiten. Sich davon einen Baustein rauszupicken und zu sagen, das ist der Stein des Weisen, das wär's nicht. Wenn überhaupt, müssen wir selbst drauf kommen. Unsere Jungs sind clever genug."

Konter von Vettel: "Ich hätte nichts gegen seinen Motor!" Denn dem Mercedes-V8 sagt man nach, um einige PS mehr zu liefern als die Renault-Triebwerke von Red Bull. Aber viel entscheidender als der Motor sind dieses Jahr wahrscheinlich die Reifen, die vergangenes Wochenende in Sepang zu drei bis vier Boxenstopps pro Rennen geführt haben. Vettel kam damit gut zurecht, Schumacher hat ebenfalls keine offensichtlichen Probleme.

"Die Reifen sind dieses Jahr ein wesentlich sensibleres Thema", weiß der siebenfache Weltmeister. "Man muss extremst damit haushalten. Das kann das eine oder andere Auto mehr oder weniger gut. Der Fahrer hat aber natürlich auch einen sehr großen Einfluss darauf, jeder in seinen Möglichkeiten. Darauf müssen wir uns alle einstellen. Auf der anderen Seite wünscht man sich manchmal Reifen, mit denen man jede Runde am Limit fahren kann, denn das macht das Rennfahren eigentlich aus."

Fotoquelle: xpb.cc

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