Mark Webber erlebte in Schanghai bisher ein miserables Wochenende

Formel 1 2011

— 16.04.2011

Webber gibt schlechtem Timing die Schuld

Kein KERS, schlechtes Timing, falsche Reifen: Mark Webber über die Chronologie seines Ausscheidens im ersten Qualifying in Schanghai

Nicht etwa mangelndes Fahrkönnen, ein schlechtes Auto oder falsche Teamentscheidungen waren heute in Schanghai schuld am frühen Ausscheiden von Mark Webber (18.) im Qualifying, sondern schlechtes Timing. Das ist zumindest die Ansicht des Pechvogels, der im Moment ganz klar im Schatten von Sebastian Vettel steht.

"Nur eine Runde im letzten Training, das hilft schon mal nicht", schildert er seinen verkorksten Arbeits-Samstag. "Da waren wir von Anfang an auf dem falschen Fuß. Die Jungs haben dann einen phänomenalen Job gemacht und das Auto ein paar Minuten vor dem Qualifying fertig zusammengeflickt. Wir gingen auf die Strecke raus und mein erster Run war vielleicht um eine halbe Sekunde zu langsam, nicht zuletzt wegen KERS."

Wieder ohne KERS

Denn wie schon vor einer Woche in Sepang ist Webber auch in Schanghai mit deaktiviertem KERS unterwegs, weil das System nicht funktioniert. Das heißt, er schleppt einerseits unnützes Gewicht mit und verliert andererseits wegen der fehlenden Power 82 PS für 6,7 Sekunden pro Runde auf die Konkurrenz - macht in Summe ungefähr eine halbe Sekunde aus. Zieht man die ab, wäre der 34-Jährige gar nicht erst in Bedrängnis geraten.

Doch nach dem ersten Run mit harten Pirelli-Primes wurde es immer enger: "Ich war 17. und wir entschieden uns, einen weiteren Run auf Prime zu fahren, idealerweise gleich mehrere Runden. Wir waren aber nicht schnell genug, also blieb uns nur eine gezeitete Runde. Damit bekam ich die Reifen nicht auf Temperatur. Daher war es mit dem zweiten Satz schwieriger, die Sache zu richten", seufzt Webber enttäuscht.

"Ich sah das zunächst mal ganz cool, aber natürlich wurden wir alle langsam ein bisschen panisch, als uns bewusst wurde, dass wir keine zwei Runden hinbekommen würden", erinnert er sich an die Phase, als ihm das Drama langsam dämmerte. "Der Reifen wäre schon gut genug gewesen, aber auf nur einer Runde eben nicht. Das war der entscheidende Faktor, der uns erwischt hat. Wir haben uns selbst rausgekugelt."

Unmittelbar nach dem Qualifying erklärte Webber, das Team habe die Entscheidung getroffen, ihn mit harten und nicht mit weichen Reifen auf die Strecke zu schicken. Teamchef Christian Horner streitet das auch gar nicht ab. Aber Webber macht seiner Crew deswegen keinen Vorwurf: "Wann immer ein Fahrer eines Topteams in Q1 ausscheidet, können wir im Nachhinein sagen, dass man dies und jenes hätte tun sollen", sagt er.

Kein Vorwurf ans Team

"Unterm Strich gibt es sicher Möglichkeiten, die mir das Leben leichter gemacht hätten. Das liegt ja auf der Hand", gibt der Australier zu Protokoll. "Wir hätten weiche Reifen nehmen können, aber wir haben es nicht getan, als Team. Wir alle dachten, wir würden auf dem Prime genug Runden reinbekommen, aber wir fuhren ein bisschen zu spät raus und dann waren es plötzlich die falschen Reifen. Aber das Problem war das Timing, nicht der Reifen."

Sein Wochenende war von Anfang an vermurkst. Spätestens als er im dritten Training nur einen gezeiteten Run fahren konnte, zeichnete sich das ab. Webber: "Wir hatten da schon elektrische Probleme und ich konnte auch nicht richtig hochschalten. In Summe war es also ein Tag, an dem ich so ziemlich mit dem eigenen Auto kämpfen musste. Die Jungs haben wie die Hölle gearbeitet und ihr Bestes gegeben. So läuft es halt manchmal."

"Auf diesem Niveau muss alles perfekt sein, um Erfolg zu haben", weiß der Red-Bull-Pilot. "Wir haben das in der Vergangenheit geschafft und wir arbeiten hart daran, es wieder zu schaffen. Malaysia war ein harter Grand Prix, hier hatten wir einen harten Samstag. Jetzt müssen wir versuchen, mal die Samstage und Sonntage zusammen zu bekommen. Es gibt schon Anzeichen dafür, dass wir das können. Das muss uns gelingen."

Fotoquelle: Red Bull

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