Mercedes präsentierte sich in Schanghai auf McLaren-Niveau

Formel 1 2011

— 20.04.2011

Warum sich Mercedes beim Sprit verpokerte

Wieso sich Mercedes in China bei der Spritmenge irrte, wie groß das Handicap für Rosberg war und und warum Schumacher nicht betroffen war

Bei Mercedes wusste man nicht so recht, ob man vor Freude über die tolle Performance Luftsprünge machen, oder aus Enttäuschung über den verlorenen Podestplatz in Tränen ausbrechen sollte. Spätestens bei der Analyse nach dem Rennen dürfte zu einem Weinkrampf nicht mehr viel gefehlt haben.

Fehlende vier Liter Benzin hatten den Ausschlag gegeben, dass Nico Rosberg in der Endphase des Rennens nicht mehr die volle Leistung seines MGP W02 abrufen konnte und auf Platz fünf durchgereicht wurde. Der Wiesbadener hatte den Grand Prix 14 Runden lang sogar angeführt und sah schon wie ein möglicher Sieger aus.

Rosberg 16 Runden lang mit Handicap

"Es gab schon nach einem Renndrittel Warnungen an die Fahrer, aber so ab Runde 40 musste Nico vom Gas", bestätigt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gegenüber 'auto motor und sport'. "Damit fuhr er 16 Runden lang mit einem Handikap." Doch warum hat sich das Team, in dem mit Ross Brawn einer der besten Strategen der Formel 1 Teamchef ist, so verrechnet?

Man könnte es mangelndes Selbstvertrauen nennen, was schließlich zum folgenschweren Irrtum führte: Eine Grundregel in der Formel 1 lautet, dass der Spritverbrauch ansteigt, je besser das Auto ist. Nach den miserablen ersten zwei Saisonrennen hatte Mercedes schlicht nicht mit so einer guten Performance in China gerechnet.

Mercedes in China zu bodenständig?

"Da steht unser Team zu sehr mit beiden Beinen auf dem Boden", gibt Haug zu. Zudem deutete auch bei den Longruns Training wenig auf den Leistungssprung bei den "Silberpfeilen" hin: Zwischen den Zeiten am Freitag und am Sonntag klafft eine Lücke von bis zu drei Sekunden. Michael Schumacher war deshalb nicht betroffen, weil er in der Anfangsphase des Rennens im Gegensatz zu seinem Teamkollegen im Pulk fuhr.

Auch wenn Rosberg immer noch einem möglichen Sieg nachtrauert, zieht Haug nach dem Grand Prix von China positive Schlüsse: "Wir haben eine deutliche Steigerung gezeigt und waren vom Rennspeed her auf McLaren-Niveau. Jetzt geht es darum, das Auto noch besser zu verstehen und diese Leistung auf anderen Streckentypen zu reproduzieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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